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Rettungswesen im Isartal

Neues Zelt für die Mittenwalder Feuerwehr

Mittenwald - Gönnern sei Dank: Seit wenigen Tagen hat die Freiwillige Feuerwehr Mittenwald erstmals im Isartal ein Rettungszelt im Einsatz.

Die Temperaturen fallen wieder, der Karwendel ist seit Tagen weiß bedeckt. Nicht mehr lange und die Straßen fangen an zu gefrieren. Die schwierigeren Wetterverhältnisse führen oft zu Unfällen und damit auch zu Einsätzen der Mittenwalder Feuerwehr. Ab diesem Herbst soll dabei erstmals ein Rettungszelt zum Einsatz kommen. Gleich am ersten Tag, als es in der Feuerwache ankam, haben es Kommandant Hubert Klotz (Basch) und seine Kameraden ausprobiert. Die Überraschung war groß, als es innerhalb weniger Minuten von einem Rucksack zu einem großen, roten Zelt anwuchs. Doch wie funktioniert das neue aufblasbare Equipment, von dem andere Wehren schon seit längerem schwärmen? Wie eine Spinne wird das Pavillon auf dem Boden ausgebreitet. Mit Sauerstoff-Flaschen wird innerhalb kürzester Zeit Luft in die vier Arme hinein gepumpt. Eine Leitung im Zelt sorgt zudem für Licht und Strom. Ist es aufgerichtet, können die Feuerwehr-Kameraden das Zelt umdrehen und mit Seitenwänden verschließen. Fünf auf fünf Meter misst das Konstrukt.

Somit kann das Zelt künftig auch über ganze Autowracks gestellt werden. „Das ist Wetter- und Sichtschutz zugleich“, beschreibt Klotz stolz. Denn die Rettungskräfte können dann trocken bei Licht und Wärme Verunglückte aus den Fahrzeugen bergen. Der Sichtschutz wäre zusätzlich erwünscht gewesen, da jetzt auch „Fahrzeuge mit eventuell darin verstorbenen Personen bis zum Abschluss der polizeilichen Ermittlungen und der Bergung vor Außenstehenden abgeschirmt werden können“, beschreibt der Kommandant. Dank des Stromanschlusses kann es aber auch als mobile Einsatzzentrale, als Bereitstellungsbereich für Atemschutzgeräte oder als Vorbereitungsraum für CSA-Träger (Chemikalienschutzanzug) dienen. Bisher wurde an Einsatzorten ein improvisierter Wetter- und Sichtschutz eingerichtet, wie beispielsweise durch das Überhalten einer Wetterschutzplane oder durch das Vorhalten von Decken. Dies machte allerdings immer zusätzlichen Personalaufwand notwendig. Verstaut und transportiert wird das neuen Feuerwehr-Zelt in einer Tasche so groß wie ein Rucksack.

„Der kann auch ohne Weiteres von einem einzigen Kameraden geschultert werden“, erklärt Klotz. Mit herkömmlichen Klappzelten wäre das aus Gewichts- oder Platzgründen bisher nicht möglich gewesen. Finanziert wurde das 6500 Euro teure Rettungszelt durch die Allianz Deutschland (2500 Euro), Allianz Klotz Mittenwald (500 Euro) und dem Feuerwehrverein (1000 Euro). Den Restbetrag steuerte die Gemeinde bei. Die Feuerwehr Titisee-Neustadt war vor zwei Jahren einer der Vorreiter dieses Rettungszeltes, wie Hubert Klotz erzählt. Die Kameraden stießen nach längerem Suchen auf ein sogenanntes Event-Zelt „Air Tent“. Dies kam meist auf Messen oder Veranstaltungen zum Einsatz, um zu werben oder zu feiern. Doch schon bei den ersten Versuchen stellte sich für die Feuerwehr Titisee-Neustadt heraus, dass es ebenso gut als Einsatzzelt genutzt werden kann.

Josef Hornsteiner

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