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Zufriedene Gesichter beim Spatenstich: (v. l.) Marktbaumeister Klaus Tworek, Gemeinderat Welf Probst (Freie Wähler), Helmut Hackl (Technischer Leiter Gemeindewerke), Roland Kindelbacher (Niederlassungsleiter Wipfler Plan), Architekt Axel Wolf, Klaus Urlich (Bauleiter der Firma Richard Schulz Tiefbau), Ingeborg Winkler (Verschönerungsverein), Ivica Kovacevic (Wipfler Plan), Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), Wilhelm Müller (Verschönerungsverein) und Julia Müller (Tiefbauamt).

Neugestaltung des Murnauer Schützenplatzes 

Die Asphaltwüste verschwindet

Murnau - Seit Jahrzehnten gibt es Pläne, den Murnauer Schützenplatz mit seiner riesigen  Asphaltfläche umzugestalten. Doch stets wurden diese immer wieder verworfen. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich wurde nun ein maßgeblicher Schritt für den kompletten Umbau des Platzes getan.

 „Das ist ein lang gehegtes Vorhaben der Gemeinde“, freute sich Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). „Der bisher stiefmütterlich behandelte Platz hat viel städtebauliches Potential. Wir haben uns in zahlreichen Sitzungen zu einem Plan durchgerungen, der aus meiner Sicht sehr gut ist und wieder einen dörflichen Charakter an die Stelle bringt.“ Im Zuge der bereits begonnenen Arbeiten wird nicht nur die Straßenoberfläche erneuert, es werden auch einige Defizite behoben. „Wegen der immer häufiger werdenden Starkregenfälle haben wir mit Niederschlagswasser zu kämpfen“, erklärte Beuting. Künftig soll eine Regenrückhaltung für Abhilfe sorgen. Mittels einer so genannten Rigole, einem 40 Kubikmeter fassenden Stauraumkanal, wird das Wasser zurückgehalten und dann kontrolliert in den bestehenden Mischwasserkanal abgegeben, erklärte Bauingenieur Ivica Kavacevic von der beauftragten Planungsgesellschaft Wipfler Plan aus Pfaffenhofen. Gegenwärtig, so der Experte, wird die Asphaltdecke entfernt. Es folgen die Erdarbeiten sowie der Ausbau des bestehenden Straßenkoffers, bevor die Entwässerungsarbeiten beginnen.

Wie vom Architekten Axel Wolf aus Tegernsee zu erfahren war, entsteht auf der nördlichen Seite des Platzes, der eine verkehrsberuhigte Zone werden soll, eine Grünfläche mit einem Baum, einer Sitzbank und einem Brunnen. Die Stützmauer an der Pfarrstraße wird erneuert, neben der Grünfläche werden fünf Parkplätze angelegt, und an der Südseite des Platzes zwei weitere. Auch die Parkplätze an der Pfarrstraße sollen bestehen bleiben. Granitzeiler sind als Begrenzung der Flächen vorgesehen, der Straßenbelag besteht künftig aus Betonsteinen. „Wir freuen uns sehr, dass der Ausbau jetzt kommt“, sagte Wilhelm Müller, Erster Vorsitzender des Verschönerungsvereins. Bereits 1993 habe seine Vorgängerin Ingeborg Winkler dies bereits angeregt. Den dort vorgesehenen Brunnen, kündigte Müller an, werde der Verschönerungsverein stiften. „Das soll ein einfacher Dorfbrunnen werden, kein künstlerisch hochwertiges Stück“, sagte er. Die Gesamtkosten bezifferte der Leiter des Tiefbauamtes, Fritz Egold, mit rund 350 000 Euro. Einen Teil davon haben die Anlieger nach Abzug der staatlichen Fördermittel und des Gemeindeanteils zu tragen. „Genaue Berechnungen dieses Anteils liegen noch nicht vor“, erklärte der stellvertretende Kämmerer Markus Ehegartner gegenüber dem Tagblatt.

Nicht alle Anlieger freuen sich offenbar über die Neugestaltung des Areals: An einem Balkon prangte ein großflächiges Transparent, auf dem die Bürgermeisterpartei ÖDP mit den Rechtsparteien NPD und AfD in einen Topf geworfen wurde. Darauf stand: „Mündige Schützenplatz-Anwohner lassen sich den Umbau weder von NPD, AfD oder ÖDP befehlen!“ Rathauschef Beuting emfindet die Aktion als „empörend“. „Wir haben mehrere Anliegerversammlungen abgehalten und weitgehendes Einverständnis mit allen Beteiligten erreicht“, erklärte er. „Aber das, finde ich, geht wirklich zu weit.“

Heino Herpen

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