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Echte Fans: Diana Malesevic, Monja Andraschko, Ute Biller und Andrea Hammer (v. l.) feuern die deutschen Springer an.

Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen: Party auch in den Pausen

Garmisch-Partenkirchen - 22.000 Besucher haben in Garmisch-Partenkirchen ein turbulentes Neujahrsspringen erlebt: Wegen des Wetters gab es nur einen Durchgang. Der Stimmung tat das keinen Abbruch.

Bereits um 8 Uhr stehen Michael Leitner, Christian Daxerer, Mark Reiner, Oliver Brunner und Philipp König vor dem Eingang des Olympia-Skistadions. Geöffnet wird dies erst in zwei Stunden. Aber die fünf Freunde aus der Steiermark wollen sich wieder die besten Plätze sichern, um beim traditionellen Neujahrsskispringen im Rahmen der Vierschanzentournee den österreichischen Adlern zuzujubeln. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Der Wind macht den österreichischen Athleten einen dicken Strich durch die Rechnung. Ganz oben stehen diesmal andere. Den Frust bekämpfen die fünf Fans aus der Steiermark mit einigen Bechern Glühwein an den Ständen rund um das Stadion.

Bilder vom Neujahrsspringen

Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen

Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen

In schwarz-rot-goldenem Outfit und mit Deutschland-Fahnen bewaffnet, haben sich Andrea Hammer (46), Ute Biller (42), Monja Andraschko (18) und Diana Malesvic (16) aus dem Ammertal ebenfalls sehr früh nach Garmisch-Partenkirchen aufgemacht, um Plätze ganz vorne am Auslauf zu ergattern. Denn dort erleben die Zuschauer die Springer hautnah im Vorbeigehen. Und da lässt sich auch das ein oder andere Autogramm ergattern. Die Unterschriften sammelt das Quartett schon seit neun Jahren beim Neujahrsspringen. Martin Schmitt, Simon Amann, Noriaki Kasai und viele andere bekannte Sportler haben sich bereits auf ihren Deutschlandfahnen verewigt.

Nicht nur in Garmisch-Partenkirchen feuern Dominik und Claudia Köpe aus dem Skisprungort Willingen im Sauerland die deutschen Adler an. Als echte Skisprungfans begleiten sie Urmann, Schmitt und die anderen deutschen Springer auf allen wichtigen Wettkämpfen im eigenen Land, in Österreich und in Slowenien. Immer dabei haben die beiden ihre selbstgebaute Ratsche. Selbst mal angefeuert werden will dagegen Raphael Sunn. Der Zwölfjährige steht schon auf Schanzen. „Meinen weitesten Sprung stand ich mit über 30 Meter in Mayrhofen“, erzählt er stolz. Das für den SC Breitenwang startende Nachwuchstalent will sich in Garmisch-Partenkirchen zusammen mit seinem Papa einige Tricks der Profis abschauen.

Das gelingt ihm trotz der vielen Unterbrechungen und des vorzeitigen Endes der Veranstaltung. Die beiden Tiroler bleiben wie eigentlich alle Zuschauer - im Gegensatz zu manch frustriertem Athleten - in bester Stimmung. Das liegt zum einen an den guten Leistungen der deutschen Springer, die mit lebhaftem Fahnenschwenken und einem lauten „Ziiiiieehhhh“ förmlich nach unten getragen werden. Außerdem schafft es Kommentator Wolfi Hostmann, die Besucher während der Zwangspausen mit La-Ola-Wellen, Gymnastikeinlagen, dem Fliegerlied und einer Polonaise durchs Stadion bei Laune und in Bewegung zu halten. (Günther Schneider)

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