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Haushaltsberatungen 2016

Nichts geht mehr auf der Rialtobrücke in Oberammergau

Oberammergau - Die beliebte Ammerüberquerung bliebt weiter für ungewisse Zeit gesperrt. Allein die Sanierung würde 200 000 Euro kosten.

In den vergangenen Wintermonaten ist ihr Wegfall vielleicht nicht so deutlich aufgefallen. Wenn der Frühling aber irgendwann kommt, wird die so genannte Rialtobrücke in Oberammergau sicher schmerzlich vermisst. Seit Ende November ist die beliebte Ammerüberquerung, die offiziell Pürschlingsteg heißt, nun schon gesperrt. Die Sanierung der maroden Konstruktion war auch Thema bei den Haushaltsberatungen. 200 000 Euro stehen dafür bereit. Als Gemeinderätin Katharina Floßmann (Frauenliste) im Haupt- und Finanzausschuss fragte, ob die Brücke „in absehbarer Zeit“ wieder freigegeben werden kann, gab es nicht gerade optimistisch klingende Aussagen. Bauamts-Chef Johannes Lang rief die massiven Schäden an den Holzbohlen in Erinnerung, die schon zu Unfällen geführt hätten – weil das Holz im Herbst so glitschig gewesen sei. „Und bevor das wieder passiert“, wäre eine Sperrung die bessere Lösung. Außerdem sei eine statische Untersuchung des 1975 errichteten Bauwerks nicht abgeschlossen. „Noch können wir also keine Aussagen zu den Schäden machen.“

Klar ist: Billig wird es nicht sein, die Rialtobrücke – die augenzwinkernd wegen der Ähnlichkeit zum Original in Venedig vom Volksmund liebevoll so genannt wird – wieder auf Vordermann zu bringen. Für 200 000 Euro lasse sich die Überquerung reparieren. Ein Neubau wäre um ein Vielfaches teurer. Mindestens 350 000 Euro, hieß es im Gremium, müssten dafür hingeblättert werden. Mit diesem Budget sei aber nur eine schnöde Aluminiumbrücke drin. Für die schöne Holzvariante hatte die Verwaltung keine Kostenprognose aufstellen lassen – was wegen des begrenzten Investitionsbudgets bis zur nächsten Passion verständlich ist. Auch wenn es Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei) auf Anfrage nicht gerne sagte: Er kann sich gut vorstellen, dass der Pürschlingsteg das ganze Jahr über gesperrt bleiben muss. Schließlich dauert es, bis die Statik-Ergebnisse vorliegen, die Sanierung geplant wird, der Auftrag vergeben ist und die Arbeiten abgeschlossen werden können. Zwar nutzen viele Spaziergänger die Überquerung, wenn es in Richtung Kreuzigungsgruppe geht. Nunn erinnert aber auch daran, dass es in der Nähe auch Alternativen gibt. Bis zur Brücke an der Bahnhofstraße seien es 280 Meter, bis zur Ammerüberquerung am Osterbichl nur 280 Meter. An letzterer sind Arbeiten für 30 000 Euro in diesem Jahr vorgesehen. Die Rialtobrücke ist also nicht das einzige Sorgenkind der Verwaltung. Bei weitem nicht: Denn saniert werden muss auch die Kreislainebrücke. Dafür sind weitere 250 000 Euro im Haushalts-Entwurf vorgesehen. Unterm Strich gibt Oberammergau damit 2016 fast eine halbe Million Euro für seine Flussbauwerke aus.

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