Neuer Standort für den Nikolausmarkt: Vom Dorfplatz wird die Veranstaltung der Ortsvereine heuer versuchsweise in den Oberauer Kurpark verlegt. foto: fkn

Nikolausmarkt zieht in den Kurpark

Oberau - Der Oberauer Gemeinderat segnet die probeweise Verlegung des Nikolausmarkts einstimmig ab.

Viel Leben herrschte bislang nicht im Oberauer Kurpark. Die Musikkapelle lädt zwar im Sommer regelmäßig zu ihren Kurkonzerten ein, dazwischen versinkt die idyllische Grünfläche aber immer wieder in den Dornröschenschlaf - bis heuer. Im Juli und August lockte die Freilicht-Inszenierung „Hoffnung Dreizehnlinden“ der Oberauer Theaterer jede Menge Einheimische und Gäste in den kleinen Park. Auch die bayerisch-brasilianische Nacht, die die Ortsvereine zum Abschluss organisiert hatten, kam hervorragend an. Deshalb soll das Areal im Winter erstmals für den Nikolausmarkt, der bislang immer am Dorfplatz stattfand, genutzt werden.

Darüber herrschte im Gemeinderat große Einigkeit. Was allerdings bei den Vertretern der Freien Wähler und der SPD weniger gut ankam, war der Antrag der CSU-Fraktion. Die angestrebte Verlegung des Nikolausmarktes und möglicherweise auch der Glühweinhütte „ist schließlich nicht auf Eurem Mist gewachsen“, wandte sich Johann Klein (Freie Wähler) an die Christsozialen. Vielmehr hätten dies zahlreiche Oberauer nach dem Erfolg des Sommertheaters angeregt und deshalb „wurde es auch Ende September im Planungsausschuss besprochen“. Warum die CSU damals nicht verriet, dass sie bereits vor dieser Sitzung einen entsprechenden Antrag dazu in der Schublade hatte, konnte Klein nicht verstehen. „So etwas gab’s die letzten zehn Jahre nicht.“ Auch Christian Allinger (SPD) reagierte angesichts der Vorgespräche im Ausschuss „sehr befremdet“ auf den Antrag.

Hinter diesem Vorgehen habe ganz sicher keine böse Absicht gesteckt, versuchte Roland Paschke (CSU) die Gemüter zu beruhigen. „Wir haben’s nur gut gemeint.“ Schließlich dränge die Zeit, wenn die Hütten, in denen die Ortsvereine ihre vielfältigen Angebote und verschiedenste kulinarische Schmankerl präsentieren, noch durch die Mitarbeiter des Bauhofs neu gestaltet werden sollen. „Das Ganze muss ja nett hergerichtet werden“, meinte Paschke. Auch sein Fraktionskollege Josef Bobinger untermauerte, dass „wir keinen scharfen Ton brauchen und hier wohl einiges falsch verstanden wurde“. Das Wichtigste seien letztlich die Vereine, und die haben sich bereits dafür ausgesprochen, einen Probeversuch im Kurpark zu starten. „Das Ambiente dort ist sicher schöner“, bestätigte Anton Hibler vom Ortsvereinekomitee auf Tagblatt-Nachfrage. „Wir schauen heuer, ob sich’s bewährt.“ Und dem stimmten auch alle Gemeinderäte zu.

Die Verlegung der Glühweinhütte ist in diesem Jahr allerdings noch kein Thema. „Am Dorfplatz iegt sie zentral“, betonte Hibler. Deshalb haben sich die Vertreter der 18 Vereine, die in dem Komitee zusammengeschlossen sind, auch dafür ausgesprochen, den bisherigen Standort beizubehalten. Sollte die angestrebte Umgestaltung des Dorfplatzes Formen annehmen, dann kommt dieses Thema sicher erneut auf die Tagesordnung.

Von Tanja Brinkmann

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