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Wieder selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben: das Ziel von Senioren nach einer Reha

Ein Glücksfall für die Senioren im Landkreis

Klinik Oberammergau eröffnet Station für Altersmedizin

Oberammergau - Reha geht vor Pflege. Die Klinik Oberammergau, vormals Rheumazentrum, nimmt im Februar eine neue geriatrische Abteilung mit 24 Betten in Betrieb.

Herta S., 85 Jahre alt, ist alleinstehend, lebt in einer kleinen Drei-Zimmer-Wohnung. Plötzlich, beim morgendlichen Frühstück, stürzt sie über einen Hocker – Diagnose Oberschenkelhalsbruch. Die Folge ist ein mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt. In einer Reha-Klinik wird sie langsam wieder auf das Leben in den eigenen vier Wänden vorbereitet. Bislang gab es derartige Einrichtungen in der nächsten Umgebung nur in Lenggries und in Schongau.

Ab Mitte Februar schließt sich nun für den Landkreis eine Versorgungslücke: Dann wird an der Klinik Oberammergau, ehemals Rheumazentrum, eine neue Abteilung für geriatrische Rehabilitation, sprich Altersmedizin, eröffnet. Dazu lassen die Waldburg-Zeil-Kliniken als Träger gerade Teile der Häuser Kofel, Laber und Sonnenberg im 3. Stock des Altbestands für rund 300 000 Euro altersgerecht umbauen. Zum 15. Februar soll der Patientenbetrieb anlaufen, dann stehen 24 Betten zur Verfügung.

"Alle Kompetenzen unter einem Dach"

Krankenhausdirektor Robert Tauber zu den Hintergründen für diese Investition: „Wir haben Veränderungen in der demografischen Struktur der Region sehr genau beobachtet. Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen zählt bayernweit mit zu denen mit der ältesten Bevölkerungsstruktur. Und da es eine geriatrische Reha-Station bislang im Kreis nicht gab, haben wir uns entschlossen, eine solche Abteilung einzurichten“. Damit würde eine wichtige Versorgungslücke nunmehr geschlossen. Dass seine Klinik so etwas stemmen könne, steht für Tauber außer Frage: „Wir haben alle Kompetenzen in unserem Haus, das passt gut zu uns. Von daher war es ein naheliegender Schritt.“

Wohlgemerkt legt der Klinik-Chef Wert darauf, dass es sich hier um kein Altenheim oder ähnliches handelt: „Ältere Patienten haben nach einem Krankenhaus-Aufenthalt bei uns die Möglichkeit, durch individuelle Förderung verloren gegangene Fähigkeiten wiederzuerlangen und alltägliche Tätigkeiten wieder einzuüben.“ Ziel sei es nach der 21-tägigen Reha, dass die Menschen wieder selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben können. Dies entlaste die Angehörigen und die Pflegekassen. Den Bedarf für eine solche geriatrische Abteilung schätzt Tauber als hoch ein. Um die gesetzliche Zulassung dafür zu erhalten, musste die Klinik Oberammergau diverse Anforderungen erfüllen und Qualifikationen nachweisen: „Wir mussten dafür erst die notwendigen Strukturen aufbauen.“

Insgesamt verfügt die hochspezialisierte medizinische Einrichtung auf dem Lärchenhügel derzeit über 280 Betten; rund 230 Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl der Patienten. Im Frühjahr vergangenen Jahres war das neue 90-Betten-Haus Alpspitze mit einer Investitionssumme von 14 Millionen Euro eröffnet worden. Die neue geriatrische Abteilung wird von der Fachärztin Dr. Uta Penz, Spezialistin für Altersmedizin, geleitet. Neu eingestellt wurden dafür 13 Pflegekräfte.

Krankenhausdirektor Robert Tauber unterstreicht noch einmal die Bedeutung der neuen Station: „Rehabilitation verhindert in vielen Fällen die Pflegebedürftigkeit. Wichtig ist doch, dass Senioren nach einem Krankenhausaufenthalt wieder eigenständig daheim wohnen können. Wenn wir das in einer wohnortnahen Behandlung erreichen, dann bieten wir genau das Umfeld, das wir uns selbst für unser Alter wünschen“.

Ludwig Hutter

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