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Passionsspiele 2022: Offene Fragen wegen Omikron - „Müssen Entwicklung abwarten“

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Von: Manuela Schauer

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Grafische Darstellung Corona-Virus und seiner neuen Variante Omikron.
Die Corona-Virus-Variante Omikron ist im Landkreis bereits angekommen. © IMAGO / MiS

Am Willen scheitert es bei den Oberammergauern ganz und gar nicht. Sie wollen die Passionsspiele aufführen. Daran halten sie fest. Doch gibt es dank der neuen Mutation offene Fragen.

Oberammergau – Zuletzt hatten die Oberammergauer das Glück auf ihrer Seite. 1990 ging die Passion über die Bühne, nur wenige Monate nach der letzten Aufführung begannen 1991 die Kampfhandlungen im Zweiten Golfkrieg. 2000 eine ähnliche Situation: Nach der Passion erschütterte 2001 der Terror-Anschlag auf New York die Welt. Jeweils im Folgejahr der Veranstaltung gab es also politische Beben, die das Gelübdespiel sicher beeinträchtigt, wenn nicht komplett verhindert hätten.

Das Corona-Virus fällt da ein wenig aus der Rolle: Es schlug 2020 schon vor den Aufführungen zu und gefährdet auch jene ab kommenden Mai. „Jetzt“, sagt Walter Rutz, Geschäftsführer der Passionstheater GmbH und Werkleiter der Gemeinde, „hat es uns sauber erwischt.“

Wir wissen nicht, wo wir stehen.

Walter Rutz

Sein aktuelles Lieblingswort lautet Omikron. Freilich ironisch gemeint. Alles dreht sich derzeit um die Mutation. Noch Ende November hatte Rutz gesagt: „Da müsste schon eine neue Variante kommen, die uns aus der Spur wirft.“ Jetzt ist sie da, in Deutschland und bereits im Landkreis. Das größte Problem dabei: „Wir wissen nicht, wo wir stehen.“ Schlägt der Impfstoff bei Omikron an? Verschärfen Bund und Länder weiter die Regeln? Offene Fragen. „Das macht’s schwierig.“ Prognosen und Pläne sind so gut wie unmöglich – und das bei einem Millionen-Ereignis.

Proben laufen wie geplant weiter

Eine erneute Absage der Passion kann Rutz nicht kategorisch ausschließen. Bei der Delta-Variante zeigte er sich stets optimistisch, eine Punktlandung hinzulegen. Heute hofft er natürlich weiter darauf, am 14. Mai 2022 Premiere feiern zu können. Die Zuversicht hat sich wegen Omikron nicht in Luft aufgelöst. „Wir müssen die Entwicklung abwarten“, betont er, ohne blauäugig zu sein. Eine Auslastung von 25 Prozent, die aktuell erlaubt wäre, reicht schlicht nicht aus, damit sich die Passion wirtschaftlich rechnet.

Wenn es erneut einen Lockdown geben sollte, werden die Verantwortlichen die Situation neu bewerten. Wobei ein solcher die Proben – sie finden mit strenger Test-Strategie statt – nicht stilllegen würde. Es gilt das Arbeitsrecht. Am 6. Januar 2022 steht die erste Leseprobe an. Dabei bleibt’s, sagt Rutz. „Wir verfolgen unseren Plan weiter.“

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