Schlimme Diagnose für Markus Maria Profitlich: „Will Erkrankung nicht verbergen“

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Seit vielen Jahren steht das alte Verkehrsamt in Oberammergau inzwischen leer.

Knappe Mehrheit im Oberammergauer Gemeinderat

Abriss-Diskussion: Nach dem Rathaus jetzt das alte Verkehrsamt? 

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Beim Rathaus ging es ganz schnell. Wird nun in Oberammergau auch das alte Verkehrsamt plattgemacht?

An der rückwärtigen Ansicht des Gebäudes stören sich etliche Gemeinderäte.

Oberammergau – Für Peter Held (Freie Wähler) ist die Sache klar: „Durch jahrelanges Leerstehen ist noch kein Gebäude besser geworden. Wenn wir keine sinnvolle künftige Verwendung haben, gibt es für mich nur eine Entscheidung.“ Auf Antrag der Fraktion Helds befasste sich der Gemeinderat von Oberammergau in seiner Sitzung am Mittwochabend erneut mit der Thematik „Abriss altes Verkehrsamt“ mit Schaffung eines Weges zum Sternplatz. Zweimal bereits (2012 und 2014) hatte sich das Gremium dagegen ausgesprochen, nun jedoch könnte ein Abbruch tatsächlich Wirklichkeit werden: Hauchdünn mit 10:9-Stimmen beschloss die Bürgervertretung am Mittwoch, das Thema erneut ins Auge zu fassen und Planungen für eine neue Verbindung zwischen Schnitzlergasse und Sternplatz aufzunehmen. Nach der Entscheidung, mit der in dieser Form nicht unbedingt zu rechnen war, vernahmen die wenigen Zuhörer der Sitzung unter den Gemeinderäten ein deutliches Gemurmel . . .

Nach dem Votum ist nunmehr nicht auszuschließen, dass neben dem Rathaus auch das alte Verkehrsamt in der Schnitzlergasse von der Bildfläche verschwindet und dort reichlich öffentlicher Raum entsteht. Peter Held argumentierte eingangs für einen Abriss des Hauses, „das seit Jahren leersteht“ und zuletzt bei der Passion 2010 als Buch- und Bildstelle genutzt wurde. „Ich kann keinen Nutzen erkennen, den die Gemeinde davon hat.“ Im Falle eines Verschwindens des Gebäudes würde daraus vielmehr ein weiterer Zugang zum Sternplatz entspringen.

Klar Position gegen einen Abriss bezog in der Sitzung Bürgermeister Arno Nunn: „Zum einen haben uns die Städteplaner davon abgeraten. Außerdem entstünde dort dann eine Bebauung mit Hinterhofcharakter und als drittes gibt es 50 Meter weiter vorne bereits einen Weg zum Sternplatz.“ 

Florian Schwarzfischer (Liste Bio) sähe in einem Abriss ohne Konzept „keine Lösung“ und würde sich nur dann dafür aussprechen, wenn die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben wäre. Hingegen vertritt Josef Köpf (Mit Augenmaß) die Ansicht, „dass das Haus weggehört“, vor allem wegen der „greisligen Ansicht der rückwärtigen Fassade“. Und weiter gingen die Meinungen pro und contra. Katharina Flossmann (Frauenliste): „Ich bin für einen Abriss. Danach könnte man den Durchgang doch ein bisserl nett herrichten.“ Simon Fischer (CSU): „Können wir uns bei der angespannten Haushaltslage solche Spielereien überhaupt leisten?“ Mit einer Umgebung „wie bei einem Nachkriegsfilm“ vergleicht Karl-Heinz Götz (Freie Wähler) das Erscheinungsbild hinter dem alten Verkehrsamt: „Schlimm schaut’s da aus.“ Wolfgang Proksch (Mit Augenmaß) schließlich sieht keine neuen Erkenntnisse, jetzt zu handeln, wenn die Standsicherheit weiter gewährleistet ist.

Nach dem knappen Beschluss pro Abriss ist nunmehr das gemeindliche Bauamt gefordert, eine Ausarbeitung der Planung zu erstellen – mit Angaben zu Verkehrssicherheit, Widmung, Kosten und anderem. Danach wird sich die Politik erneut mit einem Abriss beschäftigen.

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