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Der Naturpark ist die neueste Errungenschaft der Ammergauer Alpen - im Bild die beiden Koordinatoren Dr. Klaus Pukall und Nina Helmschrott.

Naturpark-Region Ammergauer Alpen verbuchte vergangenes Jahr über 850 000 Übernachtungen

Immer mehr Tagestouristen: Verkraftet das Tal dies noch?

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Schöne Zahlen präsentiert die Tourismusregion der Ammergauer Alpen, und doch machen sie auch nachdenklich

Oberammergau – An die Zahlen direkt nach der Wende sowie in einem Passionsjahr reichen die jüngsten Ergebnisse nicht ganz heran. Doch schon allein deswegen darf man ohne Übertreibung von einem „Superjahr 2018“ sprechen in der aktuellen Tourismusbilanz der Naturparkregion Ammergauer Alpen. Sage und schreibe 850 490 Übernachtungen registrierten die 550 Gastgeber in den sechs Ammertal-Gemeinden, nochmal etwas mehr als im Vorjahr mit 846 696. Diesem leichten Anstieg von 0,4 Prozent steht ein deutlicheres Plus bei den Ankünften (1,7 Prozent) gegenüber. 247 681 Gäste füllten die Betten, deren Zahl aktuell bei 6277 liegt.

So richtig in Jubelstimmung mag Florian Hoffrohne, Geschäftsführer der Ammergauer Alpen, trotz dieses astreinen Ergebnisses nicht ausbrechen: „Man darf nicht allein die Zahlen anschauen. Viel wichtiger ist die Wertschöpfung in der Region, wieviel die Gäste hier umsetzen und konsumieren. Was bringen steigende Zahlen und Rekorde, wenn am Ende nur ein Bruchteil der Wertschöpfung in unserer Region bleibt?“ Und dann rückt der Touristiker ein Thema in den Fokus, das gerade in den vergangenen Wochen immer mehr die Bewohner beschäftigt hat: „Verträgt unser Tal das Ganze überhaupt noch?“ Um 19 Prozent (!) haben die Tagesbesucher 2018 gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Eine interessante Zahl dazu aus Garmisch-Partenkirchen: In die Marktgemeinde strömen derzeit im Schnitt täglich 11 000 Tagesgäste.

Darunter fallen an den Wochenenden auch die Ausflügler aus München, Augsburg, Starnberg und anderen Städten. Hoffrohne schätzt die aktuelle Situation so ein: „Im Großen und Ganzen funktioniert es noch einigermaßen, aber an manchen Tagen ist es einfach schon grenzwertig. Und wir müssen damit rechnen, dass der Verkehr in Richtung Berge in den kommenden Jahren noch weiter zunimmt.“ Für den Chef der Ammergauer Alpen bedeutet dies im Umkehrschluss: „Wir benötigen nicht immer mehr Tagesausflüge oder Übernachtungen, sondern qualitativ hochwertigen Tourismus und eine angemessene Preisstruktur für alle Leistungen.“

Nichts desto trotz vertritt Florian Hoffrohne die Ansicht, dass alle Orte im Ammertal mit der Entwicklung „sehr zufrieden“ sein können. Ihren Niederschlag fand

die Bayerische Landesausstellung naturgemäß in Ettal, das bei den Ankünften um 5000 zulegte. Schlusslicht im Tourismus-Ranking der Region bleibt Unterammergau, während sich die beiden Kurorte Bad Kohlgrub und Bad Bayersoien, die viele Gäste durch die Gesundheitsreformen verloren, gefangen haben.

Im Jahresvergleich die größten Zuwächse gab es bei den Übernachtungen im Februar und März (+ 14,9 und 12,8 Prozent) sowie im Mai (17,2); auch bei den Ankünften waren Februar und März (+ 27,3 und 31,7 Prozent) Top-Monate. Erhebliche Rückgänge galt es im Dezember und November (– 12,9 Prozent / – 8,8 Prozent) und auch im August (– 6,1 Prozent) zu verschmerzen.

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