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Der Alpine Coaster ist das Herzstück der Kolben-Arena in Oberammergau.

Laber, Kolben, Hörnle, Steckenberg - alles unter einem Dach

Vier Bergbahnen - eine Marketing-Strategie

  • Ludwig Hutter
    VonLudwig Hutter
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Bisher kochte jede der vier Bergbahnen im Ammertal ihr eigenes „Werbe-Süppchen“: Jetzt brechen neue Zeiten an

Ammertal – Konkurrenz war gestern, Zusammenarbeit ist heute. An einem Strang ziehen werbemäßig ab sofort im Sommer die vier Bergbahnen des Ammertals. Auf Initiative der Ammergauer Alpen GmbH gibt es nun erstmals eine Marketing-Kooperation zwischen den Betreibern der Anlagen am Kolben, Laber, Hörnle und Steckenberg. Der Ammertaler Tourismus-Chef Florian Hoffrohne freut sich, dass künftig gemeinsam um Gäste geworben wird: „Aktuell hält sich der Bekanntheitsgrad der heimischen Bergbahnen im südbayerischen Raum in Grenzen. Es ist aber wichtig, dass auch die Naherholer aus dem Münchner und Augsburger Raum sowie aus dem Allgäu darüber Bescheid wissen, denn die ersten Bahnen, die man von München her am schnellsten erreicht, haben nun mal wir. Das müssen wir publik machen.“

Die neue Zusammenarbeit sieht so aus, dass es künftig ein gemeinsames Werbe-Budget mit einem hohen fünfstelligen Betrag gibt. Die Hälfte übernehmen die Ammergauer Alpen, der Rest verteilt sich auf die vier Bahnen. Mit einer Agentur spricht man ab, wie und wo geworben werden soll – natürlich auch in den sozialen Medien wie Facebook. Das Motto dort lautet: „Raus aus der Stadt – ab in die Berge“. Seit kurzem gibt es auch eine gemeinsame ansprechende Website, die unter der Adresse www.ammergaudi.de aufgerufen werden kann. Hier erfährt der User in spritzigen Texten und eindrucksvollen Fotos alles über die vier Bergbahnen, Sonderaktionen und aktuelle Infos. In einem „Gaudimeter“ kann man Erlebnisse mit Freunden oder der Familie teilen.

„Eine gute Sache“ – so bewertet Klement Fend, Geschäftsführer der Aktiv Arena am Kolben, die neue Werbegemeinschaft: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenten, sondern jede Bahn hat ihr eigenes Profil, ihre Besonderheit. Und ich glaube schon, dass vier Anlagen einen Mehrwert dadurch haben und wir miteinander erfolgreich sein können.“ Nach den Worten Fends sei die Werbe-Kooperation jetzt mal ein Versuch: „Das Ganze ist nicht in Stein gemeißelt. Nach drei, vier Jahren werden wir ein Resümee ziehen. Hat es was gebracht, so dürfte einer Fortsetzung dieser Zusammenarbeit nichts im Wege stehen.“ Neue Gäste, vor allem Familien, in die Region zu locken, ist das gemeinsame Ziel der Sommer-Kooperation.

Und wer weiß: Vielleicht ist das Ganze für die vier Betreiber an Kolben, Laber, Hörnle und Steckenberg eine gute Basis, auch mal über ein „Miteinander“ im Winter nachzudenken, über einen Verbundskipass, wie er in anderen Regionen längst gang und gäbe ist. Soweit ist man aber noch nicht. Florian Hoffrohne gibt sich vorerst damit zufrieden, „dass wir im Sommer auf eine gemeinsame Basis gekommen sind“. Der Wille zur Zusammenarbeit sei jedenfalls bei allen spürbar: „Es kocht jetzt nicht mehr jeder sein eigenes Süppchen.“

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