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Für die Kinder der Unterkunft gibt es an der rückwärtigen Seite des Gebäudes einen Spielplatz.

Stundenzahl der Leiterin muss aufgestockt werden

Asylbewerber-Unterkunft in Oberammergau: Helferkreis schlägt Alarm

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20 Stunden für Büroarbeit stehen der Leiterin der Asylbewerber-Unterkunft in Oberammergau zur Verfügung. Tatsächlich opfert sie wesentlich mehr Zeit. Der Helferkreis schlägt nun Alarm und fordert, ihre Stundenzahl zu erhöhen.

Oberammergau – Das Kind hat Fieber. Schon das bereitet der Mutter Sorgen. Der Ausschlag, der sich auf dem kleinen Körper ausgebreitet hat, tut sein Übriges. Verzweifelt steht die Frau vor dem Büro der Unterkunftsleiterin und bittet um Hilfe. Das Dilemma: Der Arzt, der sich eigentlich um die Asylbewerber kümmert, die im ehemaligen Tedi-Markt in Oberammergau leben, befindet sich im Urlaub. Also klemmt sich die Mitarbeiterin von European Homecare (EHC), einem mittelständischen Unternehmen mit Sitz in Essen, ans Telefon. Mit Erfolg. „Das hat sie gut 15 Minuten gekostet“, erinnert sich Rolf Zigon an den Vorfall.

Rolf Zigon engagiert sich im Helferkreis Oberammergau.

Die Frau hilft, wo sie nur kann, engagiert sich für die knapp 80 Flüchtlinge, darunter 20 Kleinkinder und Babys, und tut viel mehr als ihr Aufgabenprofil umfasst. „Sie hat die Unterkunft im Griff“, bescheinigt ihr der Koordinator des Helferkreises. Für ihn und seine Mitstreiter ein absoluter Glücksfall. „Sie macht ihre Arbeit mit Herz und Seele“, meinen Zigon und Kees Bakx, einer der anderen Koordinatoren, in einem Brief.

Ehrenamtliche fürchten, dass Unterkunftsleiterin ausgenutzt wird

Diesen haben sie an die Regierung von Oberbayern als zuständige Behörde, an Landtagsabgeordnete und an Landrat Anton Speer (Freie Wähler) geschickt. Er kann als Hilferuf verstanden werden. Die Ehrenamtlichen schlagen Alarm, weil sie fürchten, dass die engagierte Leiterin längst an ihre Grenzen gestoßen ist. Laut Arbeitsvertrag (20 Stunden die Woche) sei sie nur zuständig für die Büroarbeit, daneben gebe es einen Hausmeister auf 30-Stunden-Basis. Mit der Realität hat diese Aufteilung allerdings wenig zu tun. Der Bedarf reicht schließlich weit über reine Verwaltungstätigkeiten hinaus.

Diese Einschätzung bestätigt Laura Eder, Integrationsberaterin bei der Caritas. Aufgrund der Vielzahl an Anfragen, die sie vor allem mit der Größe der Unterkunft und den dort lebenden Menschen erklärt, sind sie und ihre Kollegen zweimal pro Woche an der Bahnhofstraße vertreten. „Normalerweise werden die Unterkünfte einmal pro Woche angefahren“, sagt sie. Dazu kommt, dass die Caritas-Mitarbeiter vor allem für Asyl- und Integrationsfragen zuständig sind. „Natürlich helfen wir auch mal beim Ausfüllen eines Antrags“, räumt Eder ein. Erster Ansprechpartner, wenn es um die Übersetzung von Briefen, das Vereinbaren von Arztterminen, akute Problemsituationen oder anderes geht, ist aber die Unterkunftsleiterin. „Dadurch bleibt nicht aus, dass sie mit Anfragen konfrontiert wird, die über die Verwaltung hinausgehen.“ Daher hofft Eder im Sinn eines guten Hausklimas und der Integration vor Ort darauf, dass das Stundenkontingent angepasst wird.

Hilferuf an die Regierung von Oberbayern

Damit spricht sie Zigon aus der Seele. Er fürchtet, dass die Leiterin „physisch und psychisch ausgenutzt“ irgendwann das Handtuch wirft. Genau das aber wollen er und die übrigen Mitglieder des Helferkreises unbedingt verhindern. „Sie macht ihre Arbeit so gut, dass die Unterkunft ein Vorbild für die Region ist.“ Jegliche Versuche, die Stundenzahl der engagierten Mitarbeiterin aufzustocken, verliefen bislang im Sand. „Eine Empfehlung der Caritas, deren wichtigste Ansprechpartnerin sie ist, dass ihr Arbeitsvertrag erweitert wird, landet im Müll“, heißt es in ihrem Schreiben. „Die Regierung fühlt sich nicht zuständig. EHC sagt, der Vertrag mit der Regierung enthält eine Arbeitsstelle von 20 Stunden.“ Man dreht sich im Kreis.

Jetzt hofft Zigon, dass sein jüngster Brief auf mehr Gehör stößt. EHC verweist an die Regierung, die sie schließlich als Betreiber verpflichtet hat. „Wir haben dazu nichts mitzuteilen“, erklärt EHC-Sprecher Klaus Kocks, „da die Kommunikation in diesen Fragen nicht bei uns liegt.“ Von Seiten der Regierung war auf Tagblatt-Nachfrage gestern keine Antwort zu erhalten. Allerdings wurde für die kommenden Tage eine Stellungnahme angekündigt.

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