Das alte Krankenhaus in Oberammergau.
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Angedachte Position: Auf dem Gelände an der Ludwig-Lang-Straße stand früher das Krankenhaus.

Beauftragter erhält viele Anfragen

Oberammergau: Pflegeeinrichtung für Senioren soll geschaffen werden - Ohne Partner geht‘s aber nicht

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Es gibt keine vollstationäre Pflegeeinrichtung mehr in Oberammergau. Das soll sich ändern. Doch muss die Gemeinde erst die Voraussetzungen schaffen.

Oberammergau – Er hat das Ohr nah an den Menschen der älteren Generation. Kennt als Seniorenbeauftragter ihre Sorgen, Wünsche und Nöte. Viele sprechen Karl-Heinz Götz (PWG) an. Fragen ihn, wie es weiter geht im Ort in Sachen Pflege. Eine konkrete Antwort musste er ihnen bislang schuldig bleiben. Weil es keine konkreten Pläne gab. Das hat sich nun geändert. Der Gemeinderat steht geschlossen hinter dem Antrag seiner Gruppierung. Absolutes Einvernehmen von allen Seiten.

Die Fraktion verfolgte damit ein klares Ziel: Der Bürgermeister und seine Verwaltung sollen prüfen, welches Grundstück auf eigener Flur geeignet wäre, um es für eine Pflegeeinrichtung für Senioren zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrags. Götz würde es zudem für gut befinden, „wenn wir einen Investor finden“. Via Ausschreibung versteht sich.

Wir sollten ein positives Zeichen setzen.

Karl-Heinz Götz

Für die PWG herrscht Handlungsbedarf. Sogar dringender. Denn im Frühjahr dieses Jahres hatte die BRK-Sozialservice-Gesellschaft als Betreiber die Pflegestation im Seniorenwohnen Ammertal aufgegeben. Aus wirtschaftlichen Gründen.

Ein schwerer Schlag für den Ort. „Bei Schule und Kindergarten sind wir gut aufgestellt“, betonte Götz in der Sitzung. „Aber nicht bei der dritten Säule, den Senioren.“ Und das trotz des demografischen Wandels, der alternden Gesellschaft. Die Faktenlage ist ernüchternd. Oberammergau als Mittelzentrum gemäß des Bayerischen Landesentwicklungsplans verfügt über keine entsprechende Einrichtung zur vollstationären Pflege mehr. Die persönliche Komponente kommt noch hinzu. Die Einheimischen wären seiner Meinung nach froh, wenn sie ihre Eltern oder Verwandten in der Heimat, in Oberammergau, unterbringen könnten. Derzeit unmöglich. „Wir sollten ein positives Zeichen setzen.“

Altes Krankenhaus als Standort im Gespräch

Als Standort schlägt die PWG-Fraktion die Fläche des ehemaligen Krankenhauses an der Ludwig-Lang-Straße vor. Eine „gute Idee“, meinte Bürgermeister Andreas Rödl (CSU). Gespräche mit dem Bauamt haben diesbezüglich bereits stattgefunden. Aber auch andere Optionen gebe es. Verschiedene Kriterien sind zu beachten. Zum Beispiel müsste eine sich die Bebauung der umliegenden anpassen. Gleichzeitig machte der Rathauschef deutlich, dass die Gemeinde als Betreiber nicht in Frage kommt. „Wir müssen einen Partner finden“, stellte Rödl klar. Dann „liegt es an uns, ihm die Türen aufzustoßen“. Das Thema liegt ihm am Herzen. Gerne würde er dabei den Fokus mehr auf Demenz lenken. Die Krankheit ist auf dem Vormarsch. Was sich seiner Meinung nach in Oberammergau aber nicht wiederspiegelt.

Prinzipiell befürwortet Anton Preisinger (Mit Augenmaß) das Vorhaben. Doch in seiner Fraktion schlich sich das Gefühl in, den letzten vor dem ersten Schritt zu machen. Er verwies auf das Pflegezentrum am Lachenbach, das im kommenden Frühjahr eröffnet, und regte an, erst einmal den Bedarf zu eruieren. „Es wäre schlecht, wenn wir eine Konkurrenz zu Unterammergau entwickeln“, betonte Preisinger. Möchte Barbara Cunradi-Rutz (Bunte Liste) so nicht unbedingt unterschreiben. Sie glaubt, eine Bedarfsabfrage wäre schnell erledigt. Es fehlen im Landkreis Plätze, zeigte sie sich überzeugt. Selbst mit der Einrichtung im Nachbarort Unterammergau. „Das kann man zweigleisig laufen lassen.“

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