Gemeinderat
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Bei der Fraktion „Mit Augenmaß“ kommt es zu einem Personalwechsel.

Bürgermeister bedauert Ausscheiden des „sachlich und fairen“ Ortspolitikers

Wechsel im Gemeinderat Oberammergau: Ein Mann geht, eine Frau kommt

  • Manuela Schauer
    VonManuela Schauer
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Überraschung in Oberammergau: Die Besetzung des Gemeinderats ändert sich - und zwar in den Reihen der Fraktion „Mit Augenmaß“.

Oberammergau – Christiane Knöpfle sitzt bei der Arbeit, als ihr Handy klingelt. Bürgermeister Andreas Rödl (CSU) bittet sie um ein Gespräch. Unter vier Augen. Nur ein paar Minuten später treffen sie sich, sozusagen auf dem kurzen Dienstweg. Schließlich sind zwischen dem Verwaltungssitz der Gemeinde im Pilatushaus und der Geschäftsstelle der Ammergauer Alpen GmbH, wo die 55-Jährige im Gästeservice tätig ist, nur ein paar Meter zu Fuß zurückzulegen. Rödl serviert Knöpfle die überraschende Nachricht: Sie soll in den Oberammergauer Gemeinderat einziehen.

Rückzug aus gesundheitlichen Gründen

Das war vergangenen Montag, schon am heutigen Mittwoch wird sie in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats vereidigt und nimmt den Stuhl von Anton Burkhart ein. Der Vertreter der Gruppierung „Mit Augenmaß“ hat die Kommune Ende Mai regelkonform in einem Schreiben darüber informiert, sein Mandat abzugeben. Zum Bedauern Rödls. Er schätzt Burkhart, dessen Wissen, Motivation und Engagement. „Ich hab’ mit ihm supergerne zusammengearbeitet“, sagt er über den Geschäftsführer und Ersten Vorsitzenden der Privatwaldgemeinschaft Oberammergau. Oft saßen sie zuletzt zusammen, um zum Beispiel Grundstücksangelegenheiten zu klären. Als „stets fair und sachlich“ sowie als „guten Partner“ bezeichnet der Bürgermeister den 51-Jährigen. Nun verabschiedet sich der Jesus-Darsteller der Passion von 2000 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Kreis seiner Ortspolitiker-Kollegen.

Legt sein Mandat nieder: Anton Burkhart

Für Knöpfle wiederholt sich eine Geschichte. Zum zweiten Mal steht sie auf der Liste der Kommunalwahlen von 2020 – sie holte 813 gültige Stimmen – an der ersten Stelle, um nachzurücken. Bereits 2015 war sie ins Gremium eingezogen, nachdem Walter Rutz nach elf Monaten aufgrund seines neuen Jobs als Werkleiter sein Amt zur Verfügung gestellt hatte.

Nachrückerin mit Erfahrung

Die Mutter von zwei Töchtern zögerte nicht, willigte sofort ein. „Ich hab’ mich auf die Liste setzen lassen, da kann ich nicht sagen, ,das mach’ ich jetzt nicht‘“, betont sie. Kurz nach dem Gespräch mit Rödl funkte sie Fraktionsmitglied Eugen Huber an. Noch am selben Abend kamen die Augenmaß-Räte zusammen, um intern über den Personalwechsel zu sprechen. Ob die 55-Jährige wie Burkhart im Bau- sowie als Vertreter im Rechnungsprüfungsausschuss ihren Platz einnehmen wird, ist ihr zufolge noch nicht geklärt.

Dafür weiß Knöpfle schon jetzt, was ihr blüht. Aus Erfahrung. „Man muss ein Stück weit leidensfähig sein.“ Zum einen, weil das Mandat durch die zahlreichen und teilweise langen Sitzungen viel Zeit beansprucht. Zum anderen, weil die Streitkultur als ausgeprägt gilt. „Der Gemeinderat Oberammergau ist eine Herausforderung“, unterstreicht sie. Eine, die sie sich erneut zutraut. Ihre Themenschwerpunkte sieht Knöpfle, die Ferienwohnungen vermietet, im touristischen Bereich und bei der Dorfgestaltung. Auch als Vermittlerin zwischen den Männern – im Gremium wie in ihrer Fraktion – möchte sie fungieren, wenn’s mal hoch hergeht. Wenngleich sie durchaus einräumt: „Frauen haben auch ihren eigenen Kopf.“

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