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Bärenhöhle: Weg bleibt gesperrt

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Der Aufgang zur Bärenhöhle wird nicht mehr geöffnet.
Der Aufgang zur Bärenhöhle wird nicht mehr geöffnet. © Sehr

Oberammergau - Seit Herbst 2013 ist der Wanderweg zur Bärenhöhle gesperrt. Jetzt ist klar: Er wird aus Sicherheitsgründen nicht wieder geöffnet. An der Stelle droht Steinschlag – auch für Autofahrer.

Schön schaut es nicht aus an der Bärenhöhle bei Oberammergau. Dort wurden im vergangenen Herbst zwar die Schäden eines Felssturzes beseitigt. Dennoch ist der Wanderweg noch immer nicht hergerichtet. Im Gegenteil: Er ist gesperrt. Wie lange dieser Zustand anhalten soll, das war Thema im Bauausschuss des Gemeinderates. Die Antwort gefällt sicher nicht jedem: Denn der Weg wird nie wieder geöffnet, sondern zurückgebaut.

Die Sicherheit der Wanderer kann nicht gewährleistet werden. „Inwieweit kann noch mehr runterbrechen? Inwieweit ist das gefährlich?“, fasste Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei) die wichtigsten Fragen zusammen, mit denen sich ein Gutachter beschäftigt hat. Es habe sich gezeigt: Der alte Weg kann auf keinen Fall weiter benutzt werden. Der Zugang zur Bärenhöhle müsste zum Beispiel über den alten Zugang über den Rainenbichl erfolgen. Diese Lösung würde aber nur funktionieren, wenn die Felswand rechts neben der Höhle alle vier bis fünf Jahre untersucht wird.

Mehrere Risikobereiche

„Das Zick-Zack wird es also nicht mehr geben“, sagte Nunn mit Blick auf den bisherigen serpentinenartigen Aufgang. „Die Sicherheit muss im Vordergrund stehen.“ Deshalb wurde über den Alternativ-Weg diskutiert. Doch dabei fiel ein aussagekräftiges Argument: Ihn herzurichten, würde nach Auskunft der Bauamt-Mitarbeiter eine Investition im fünfstelligen Bereich erfordern. Angesichts der schlechten Finanzlage Oberammergaus eine große Summe. Zumal sich Katharina Floßmann (Frauenliste) fragte, wie viele Menschen den Weg eigentlich benutzen.

Dass man niemanden auch in Zukunft davon abhalten kann, die kurze Strecke hinauf zur Bärenhöhle und zur dortigen Jesusfigur zu gehen, war allen Sitzungsteilnehmern klar. Der Punkt ist aber der: Öffnet die Gemeinde den Weg und stellt damit Verkehr her, steht sie in der Verantwortung. „Wie sehen die Vorwürfe aus, wenn etwas passiert?“, fragte Nunn in die Runde. Problematisch an der Steinwand ist, dass aus ihr heraus Bäume wachsen, Wurzeln lockern das Gestein, verrotten, fallen herunter.

Weg wird zurückgebaut

„Da kann schon sein, dass was programmiert ist“, sagte Bauamts-Chef Johannes Lang. Ihm zufolge gibt es mehrere Risikobereiche. Etwa entlang einer großen vertikalen Steinkante oder auch im oberen Bereich, wo noch Bäume stehen. Direkt neben der Bärenhöhle können Wanderer unterhalb der Steinwand auf dem Vogelherdweg weitergehen. Offen blieb in der Sitzung, was mit dieser Wanderroute geschieht.

Auch fragten sich die Gemeinderäte, wie das Staatliche Bauamt auf das Gutachten reagiert. Schließlich verläuft die Bundesstraße 23 direkt unter der Wand. Fest steht bislang nur, dass der Weg zur Bärenhöhle zurückgebaut wird. Entsprechend muss dies auf Tafeln und in Prospekten berücksichtigt werden. Außerdem wird darüber nachgedacht, am bisherigen Zugang einen Erdwall zu errichten. Der könnte herabfallende Steine und Bäume auffangen. Und Wanderer fernhalten.

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