Anfang Mai entscheidet der Gemeinderat, ob die Passion 2010 vom Bayerischen Rundfunk verfilmt werden soll. F.: Mayer

Bayerischer Rundfunk will Passion verfilmen

Oberammergau - In einer Grundsatzentscheidung Anfang Mai befindet der Gemeinderat von Oberammergau darüber, ob die Passionsspiele erstmalig in der 376-jährigen Geschichte aufgezeichnet und verfilmt werden sollen.

Inmitten der heißen Phase der Vorbereitungen auf die Passion sorgt das Projekt in Oberammergau für kontroverse Diskussionen. Die Pläne sind im Gemeinderat bereits nicht-öffentlich diskutiert worden; jetzt hat man den Schritt getan, an die Öffentlichkeit zu treten. Die Mitwirkenden werden befragt, wie sie zu einer Aufzeichnung des Fernsehens stehen, und ob sie bereit sind, bis zu vier zusätzliche Aufführungen an spielfreien Tagen im August anzuhängen. Dies ist aus Sicht des BR notwendig, denn es sollen beide Besetzungen zum Zug kommen.

Von Seiten des Senders räumt man der Gemeinde eine breite Mitsprache bei dem Projekt ein; jedoch drängt der Bayerische Rundfunk auf eine schnelle Entscheidung, um umgehend mit den Vorbereitungen beginnen zu können. Ein Sendetermin steht zum jetzigen Zeitpunkt im Falle einer Genehmigung noch nicht fest - eventuell 2011 oder noch später.

Bürgermeister Arno Nunn ist in der Frage gespalten: „Einerseits stehen hier die Tradition und Zweifel, ob man sich dadurch nicht ein Konkurrenzprodukt schafft.“ Andererseits würde laut Nunn ein sicher hochqualitatives, historisches Zeitdokument entstehen, das man auch in der Werbung für 2020 einsetzen könnte.“ In einer Grundsatzentscheidung wird der Gemeinderat Anfang Mai darüber befinden, jedoch, so der Rathauschef, „stimmen wir nur dann zu, wenn auch eine breite Mehrheit der Mitwirkenden dies befürwortet“.

Die Freien Wähler im Gemeinderat stehen einer Verfilmung mit gemischten Gefühlen gegenüber. Auf ihrer Homepage erklären sie: „Oberammergau würde durch die vollständige Aufzeichnung und Ausstrahlung des Passionsspiels einen weiteren Nimbus verlieren, nämlich den, dass das Spiel nur hier vor Ort und nur alle zehn Jahre zu sehen ist.“

Ludwig Hutter

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