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Petrus muss passen: Peter Mitterrutzner (r.) mit Erzengel Michael (Hubert Schmid).

Spielleiter springt für verhinderten Schauspieler Peter Mitterrutzner ein

Christian Stückl übernimmt Hauptrolle im Brandner Kaspar

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Man glaubt, Christian Stückl könnte nichts mehr erschüttern? Jetzt wird der Regisseur aber doch ein wenig nervös. Dies hängt zusammen mit dem Erfolgsstück im Münchner Volkstheater.

Oberammergau – Das Stück „Der Brandner Kaspar und das ewig Leben“ hatte am 7. Januar 1975 am Bayerischen Staatsschauspiel Premiere und wurde bis in die Spielzeit 2001/2002 in mehr als 1000 Aufführungen mit dem verstorbenen Toni Berger in der Rolle des „Boandlkramer“ gezeigt. Dann – 2002 – kürte die Stadt Christian Stückl zum neuen Intendanten am Münchner Volkstheater. Und der Oberammergauer setzte die Tradition dieses einzigartigen Volksstücks fort – es wurde das Erfolgsstück an seinem Haus, inzwischen rund 400-mal aufgeführt, und jedes Mal ausverkauft.

Doppelbelastung für Christian Stückl: Pestspiel und Brandner Kaspar.

Vom ersten Tag an zum Ensemble gehörte der Schauspieler Peter Mitterrutzner, der in der Komöde als „Heiliger Portner“ glänzt. Nun muss der Südtiroler, der am Donnerstag seinen 77. Geburtstag feierte, wegen einer unaufschiebbaren Operation ins Krankenhaus – und fällt somit für die nächsten Brandner-Aufführungen, auch jene in der kommenden Woche in Oberammergau (4./5. Juli), aus. Da war guter Rat am Volkstheater teuer: Wer könnte Mitterrutzners Part übernehmen? Intendant Stückl hatte über die Nachfolge zu entscheiden. Das Ergebnis: Er selbst wird die nächsten Aufführungen stemmen.

Doch wer annimmt, ein alter Theater-Hase wie Christian Stückl werde so eine Zusatzbelastung und den Rollentausch vom Regisseur zum Schauspieler „mit links“ meistern, sieht sich getäuscht. Mitarbeiter im Umfeld des 57-Jährigen beschreiben ihren Chef gerade als „furchtbar nervös“. Zwar beherrscht Stückl den Text, den der „Heilige Portner“ sprechen muss, doch offenbar hinterlässt die neue Rolle deutliche Spuren bei der Gemütslage des Regisseurs. So etwas nennt man im Theaterjargon gemeinhin „Lampenfieber“. Die erste Aufführung des Brandner Kaspar im Münchner Volkstheater hat er bereits hinter sich – geplant sind noch eine weitere in München sowie deren zwei in Oberammergau.

Auch „kostümmäßig“ musste sich Christian Stückl etwas einfallen lassen. Denn das „Petrus-Outfit“ von Mitterrutzner passt nicht, es ist ihm zu eng. Also beauftragte er seinen Spezl Hubert „Hubbi“ Schmid, der im Brandner ebenfalls von Anfang an den Erzengel Michael mimt, er möge sein Nikolausgewand in Oberammergau mitnehmen. Jetzt trägt Christian Stückl das weiße Untergewand vom Nikolaus und drüber einen Umhang.

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