Bühnenüberdachung: Platzt der Einweihungstermin 12. Juli?

Oberammergau - Pleiten, Pech und Pannen verfolgten das Projekt der mobilen Überdachung der Freilichtbühne im Oberammergauer Passionsspielhaus. Jetzt bleibt bis zur geplanten Inbetriebnahme noch genau ein Monat Zeit. Die große Frage: Wird alles rechtzeitig fertig?

Noch steht er, der offizielle Termin für die Einweihung, doch ob tatsächlich am 12. Juli die Freilichtbühne des altehrwürdigen Passionstheaters in Oberammergau mit einem fertigen fahrbaren Dach ausgestattet sein wird, dieses Ziel hängt am seidenen Faden. Bauliche Verzögerungen und Mängel in der Ausführung schnürten den Zeitrahmen der Fertigstellung derart ein, dass man ernsthaft um den 12. Juli bangen muss.

Eben an jenem Tag wird im Passionstheater das Oratorium "Paulus" von Felix Mendelssohn Bartholdy aufgeführt. Markus Zwink setzt dieses große musikalische Werk über Leben und Wirken des Heiligen Paulus zusammen mit dem Madrigalchor, dem Großen Chor der Hochschule für Musik München, dem "Collegium Vocale Innsbruck" und dem Ammergauer Motettenchor um. Und das alles mit oder ohne Dach?

Für Bürgermeister Arno Nunn steht außer Frage, "dass es eng wird, weil uns nur noch ein Monat bleibt". Er gibt sich jedoch optimistisch, "dass das Dach bis zum Samstag, 12. Juli, 18 Uhr fertig ist". Es sei bei diesem Projekt soviel schief gelaufen, da könnte doch vielleicht zum Schluss alles glattgehen. Man hätte die Zusagen von den Firmen, dass sie die Maßnahme abschließen.

Vernommen hat auch Nunn zum Dach "wilde Gerüchte im Ort". Zum Beispiel, dass die Firma, die die Membran liefern soll, Konkurs angemeldet habe. Davon, so der Bürgermeister, sei ihm nichts bekannt: "Meines Wissens hat es da nur einen Führungswechsel gegeben. Außerdem wäre auch die Firma Seele in der Lage, die Membran zu liefern."

Gestern begannen Monteure erst einmal mit dem Einbau des Edelstahlnetzes in die Dachschale ­ ein recht aufwändiges und arbeitsintensives Verfahren. Als wasserführende Schicht kommt dann noch darunter eine "ETFE-Membran" zum Einsatz, um bei Regen die Geräusche einzudämmen.

Noch einmal zurück zum zeitlichen Limit: Was passiert, wenn der 12. Juli nicht gehalten werden kann? Wird dann das abendliche Oratorium stattfinden? "Diesen Fall müssen wir im Gemeinderat noch besprechen", stellt dazu Arno Nunn fest, und ergänzt: "Bis zum Konzert von Fleming/Villazon eine Woche später brauchen wird das Dach auf jeden Fall. Das steht fest." Man verfolge die Arbeiten draußen am Theater "mit großer Aufmerksamkeit" und müsse die Sache jetzt so wie geplant durchziehen.

Sofern denn alles klappt, komme auch die finanzielle Seite auf den Tisch. Der Bürgermeister: "Summen können wir derzeit aus verständlichen Gründen noch nicht nennen". Es werde sich aber wohl im siebenstelligen Bereich bewegen, so der Rathauschef mit einem Schmunzeln. Bisher war stets von "1,8 Millionen Euro plus X" die Rede. Die Gelben um Florian Streibl stellten übrigens im Kommunalwahlkampf gar die Summe von "mindestens drei Millionen Euro" in den Raum . . .

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