Christian Stückl erhält Schwabinger Kunstpreis

Oberammergau/München - Diesen Ehrenpreis verleiht Oberbürgermeister Christian Ude dem Intendanten des Münchner Volkstheaters im Rahmen eines Festaktes am 1. Juli im Verwaltungszentrum der Stadtsparkasse.

Die Begründung für die Auszeichnung beginnt mit einem Satz, der für sich spricht: "Außer Hochdeutsch kann er fast alles . . ." Seinen Oberammergauer Dialekt kann und will Christian Stückl wohl auch nicht verleugnen. Auch nicht in der Großstadt als Intendant am Münchner Volkstheater, das er mittlerweile in der sechsten Spielzeit leitet. Mit großem Erfolg. Und deswegen erhält der 46-jährige Regisseur jetzt eine hohe Auszeichnung -­ den Ehrenpreis des Schwabinger Kunstpreises 2008. Damit wurden in der Vergangenheit unter anderem auch schon Persönlichkeiten wie der Schauspieler Jörg Hube, Regisseur und Autor Kurt Wilhelm, Bandleader Hugo Strasser sowie die Kult-Band Spyder Murphy Gang ausgezeichnet.

Die freudige Kunde erhielt Christian Stückl durch einen Anruf aus dem Kulturreferat der Stadt: "Da hat's nur g'heißen, i soll mir den Tag freihalten." Dass er für die Verleihung des Schwabinger Kunstpreises ausgewählt wurde, freut den Oberammergauer natürlich: "Das ist schon eine besondere Ehre". Über die Begründung weiß er indes nichts: "Des werd' i bei der Verleihung dann scho erfahren".

Der Schwabinger Kunstpreis wird seit 1961 jährlich vom Kulturreferat der Stadt München an Personen oder Institutionen, die ihren Sitz im Münchner Stadtteil Schwabing haben oder deren Leistungen "im Sinne der Schwabinger Tradition" erbracht wurden, verliehen. Derzeit werden zwei mit jeweils 5000 Euro dotierte Preise sowie ein undotierter Ehrenpreis (jener für Christian Stückl) vergeben. Die Preisträger ermittelt in jedem Jahr eine fünfköpfige Jury. Neben Stückl erhalten heuer noch die Schauspielerin Gisela Schneeberger sowie Christian Pfeil mit seinem "Monopol-Kino" den Kunstpreis. Laudatoren bei der Verleihung sind neben Oberbürgermeister Ude, Schauspieler Marcus Morlinghaus und Kabarettist Gerhard Polt.

Dass die Jury für den Ehrenpreis Christian Stückl kürte, hängt mit seinem Engagement am Volkstheater zusammen: Er habe dem Haus "ein eigenes, in der Münchner Szene inzwischen unverzichtbares Gesicht" gegeben. Weiter heißt es in der Begründung: " . . . hat Stückl sein Theater ganz neu gestaltet und eroberte ihm ein eigenes, durchaus nicht nur junges Publikum." Zum vierten Mal habe er außerdem heuer schon das Nachwuchs-Festival "radikal jung" veranstaltet, mit wachsendem Erfolg.

Es gelinge dem Regisseur immer wieder, authentisch bayerisches Brauchtum in einer ganz neuen Potenz einzubringen, was den Stückl-Coup namens Volkstheater liebenswert und unverwechselbar mache und dem Haus einen spezifischen Charme verleihe. Die Begründung schließt mit dem Satz: "Christian Stückl ist heute als Regisseur und Theaterleiter (und WM-Eröffnungs-Erfinder) ein Liebling der Münchner, "die ihm sogar ein paar Sätze Hochdeutsch verzeihen würden . . ."

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