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Die Proben im Passionstheater, in der Mitte Jesus-Darsteller Rochus Rückel, gehen unverändert weiter.

Zwei Monate vor der Premiere

Erster Corona-Fall in der Region: Werden die Oberammergauer Passionsspiele jetzt abgesagt?

  • Ludwig Hutter
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  • Veronika Mahnkopf
    Veronika Mahnkopf
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Was bedeutet das Coronavirus für die Oberammergauer Passionsspiele? Nachdem es in der Region den ersten bestätigten Fall einer Sars-CoV-2-Infektion gibt, muss neu überlegt werden.

  • Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gibt es den ersten bestätigten Infektionsfall mit Sars-CoV-2.
  • Bisher waren die Veranstalter der Oberammergauer Passionsspiele zuversichtlich, dass diese stattfinden können.
  • Jetzt muss die Lage neu bewertet werden.

Update, 10. März, 11.55 Uhr: Wie BR 24 berichtet, muss die Situation um die Oberammergauer Passionsspiele seit kurzem neu bewertet werden. Bekanntermaßen ist nun auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ein Mann mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Damit habe sich die Ausgangslage für die Passionsspiele verändert, schreibt der BR. Die Lage werde angesichts des ersten Corona-Infizierten im Landkreis derzeit neu bewertet, heißt es auf Anfrage des BR. Im Laufe des Tages folgen weitere Infos.

Coronavirus und die Passionsspiele: Findet Traditionsveranstaltung statt?

Artikel vom 6. März:

Oberammergau – Den Ursprung kennt jedes Kind in Oberammergau. Im Herbst 1633, als „der Schwarze Tod“, die Pest, das Dorf umklammerte, gelobten die Ammergauer, um von der Seuche künftig verschont zu bleiben, von nun an in jedem zehnten Jahr das „Spiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen unseres Herrn Jesus Christus“ aufzuführen. Heute, 387 Jahre später, steht der weltberühmte Ort wieder unmittelbar vor einer Passion (Premiere 16. Mai) – zum 42. Mal.

Oberammergau steckt mitten in den Vorbereitungen, fast täglich wird geprobt. Und doch beschleicht viele in diesen Tagen ein etwas mulmiges Gefühl. Überall auf der Welt steigt die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus, auch bei uns werden Schüler heimgeschickt, Veranstaltungen abgesagt. Gestern ist schon Südtirol zum Risikogebiet erklärt worden. Auch der Passionsspielort rückt so zwangsläufig ins Blickfeld. Werkleiter Walter Rutz: „Man macht sich Sorgen, keine Frage. Aber Stand jetzt haben wir kein Problem.“ Die Proben liefen „ganz normal weiter“.

Passionsspiele in Zeiten von Corona: Absage wäre „Mega-Gau“

Vergangene Woche, so Rutz, sei die Situation bei einem Gespräch im Landratsamt mit Landrat Anton Speer besprochen und analysiert worden: „Wir beobachten die Entwicklung sehr genau und befinden uns in einem intensiven Austausch mit den Gesundheitsbehörden. Akuter Handlungsbedarf besteht momentan nicht.“ Derzeit seien beim Ticket-Verkauf keine Einbrüche zu verzeichnen: „Wir haben bisher auch keine Stornierungen und machen ganz normal weiter. Uns bleibt auch gar nichts anderes übrig“, betont der Werkleiter.

Sollte sich die Lage verschärfen und geballt Absagen von Reisen nach Oberammergau eintreffen, müsse man die Situation neu bewerten. Der schlimmste anzunehmende Fall, eine Absage der Passion, käme laut Rutz einer „Katastrophe für den Ort, einem Mega-Gau“ gleich.

Coronavirus gefährdet Passionsspiele: Absage läge nicht in Händen der Veranstalter

Am Ende, fährt der Werkleiter fort, läge eine Entscheidung ohnehin nicht in den Händen von Oberammergau: „Eine Absage müsste vom Landratsamt kommen in enger Abstimmung mit dem Ministerium.“ Der 56-Jährige versichert, „dass es keinen Notfallplan gibt“, und ergänzt: „Panikmache hilft uns nicht weiter, wir müssen die Lage mit kühlem Kopf weiter beobachten.“ Man werde bei der diesjährigen Passion sowie bei den Jugendtagen den höchstmöglichen Standard an Hygiene, Sicherheit und medizinischer Versorgung gewährleisten.

Sollte der „Worst Case“ eintreten, nämlich eine Absage, hätte Oberammergau vorgesorgt – mit einer Ausfallversicherung. Rutz: „Wir sind bis 24 Millionen Euro versichert.“ Doch an so einen Fall wollen die Verantwortlichen derzeit keinen Gedanken verschwenden. Für Vorbereitungen der Passion 2020 inklusive Infrastruktur hat man bisher schon 15 Millionen Euro ausgegeben.

Lesen Sie auch: Er war in Südtirol und wurde jetzt positiv getestet: Das Coronavirus ist im Landkreis Garmisch-Partenkirchen angekommen. 

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