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„Geht beim besten Willen nicht“: Christkindlmarkt Oberammergau fällt auch 2021 aus

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Von: Manuela Schauer

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ein Christkindlmarkt
Anziehungspunkt: Der „Markt mit Herz“ am Kirchplatz zieht stets viele Besucher an. © Andreas Stückl (Archiv)

Der 40. muss weiter warten. Wie schon 2020 kann der Christkindlmarkt Oberammergau auch heuer nicht seinen runden Geburtstag feiern. Wegen Corona ist er abgesagt worden.

Oberammergau – „Jetzt könnt’s auf mich losgehen“, sagt Hermann Wiegand beim Punkt „Wünsche und Anträge“ und grinst. Der 80-Jährige hat immer einen lockeren, einen lustigen Spruch auf Lager. So kennt man ihn. Warum sollte das bei der Jahresversammlung des Oberammergauer Christkindlmarktvereins anders sein. Mehrfach entlockt der Vorsitzende den knapp 20 Anwesenden ein Lachen. Nur bei einem Thema vergeht es allen am Dienstagabend. Bei der „traurigen Nachricht“: Der Christkindlmarkt am Kirchplatz fällt wegen der aktuell besorgniserregenden Corona-Lage aus.

Im Vorfeld der Zusammenkunft im Ammergauer Haus hatte sich die Führungsmannschaft zu der Absage entschlossen. „Es geht beim besten Willen nicht“, betont Wiegand und hofft auf Verständnis der Beteiligten. Keiner widerspricht. Keiner äußert Kritik an der Entscheidung. Der Vorsitzende und sein Team sahen keinen anderen Ausweg, obwohl sie verschiedene Möglichkeiten in Erwägung zogen. Zum Beispiel den „Markt mit Herz“ auseinanderzuziehen bis zum Max-Streibl-Platz. Der Vorschlag landete aber wieder in der Ideen-Tonne. Denn gerade an Ständen, an denen es Speisen und Getränke wie Würstl und Glühwein zu erwerben gibt, kommt es zu Gruppenbildungen. „Dort sammeln sich Leute“, sagt Wiegand, „da kannst machen, was du willst.“

Unterstützung für Bedürftige

Die Absage schmerzt. In erster Linie aber nicht, weil die Veranstaltung, die traditionell am Ersten Advent, also am 28. November, stattgefunden hätte, eine besonders vorweihnachtliche Stimmung im Ort versprüht. Mehr ins Gewicht fällt da schon, dass das 40-jährige Bestehen des Markts ein zweites Mal verschoben werden muss. Denn auch 2020 war dieser der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen.

Verkündet die Absage: Hermann Wiegand, hier mit seinen Vorstandsdamen Barbara Streibl und Bettina Biermann (r.)
Verkündet die Absage: Hermann Wiegand, hier mit seinen Vorstandsdamen Barbara Streibl und Bettina Biermann (r.) © Bartl

Vor allem aber geht es dem Verein darum, den eigentlichen Zweck des Hüttenzaubers zu erfüllen. „Wir brauchen Geld, um dem gerecht zu werden“, sagt Wiegand, der im Rahmen der Versammlung von Bürgermeister Andreas Rödl (CSU) mit der Ehrenplakette der Gemeinde in Gold ausgezeichnet wird. Der Erlös kommt seit jeher Institutionen und Finanzschwachen in Oberammergau und im gesamten Ammertal zugute. Allein circa 9000 Euro fließen im Schnitt an Bedürftige. „Ein Haufen Geld“, sagt der Vorsitzende. „Aber die brauchen es wirklich, weil die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinandergeht.“

Produkte an ein paar Ständen zu ergattern

Deshalb soll wie im vergangenen Jahr eine Alternativ-Aktion starten. Damals gab es eine große Welle der Hilfsbereitschaft von Vereinen, Geschäftsleuten und Privatpersonen, die auf unterschiedliche Weise Gelder auftrieben. Wiegand fällt zum Beispiel die Versteigerung der handbemalten Turnschuhe ein, die die Ministranten organisiert hatten. „Die waren letztes Jahr die Übermenschen.“ Insgesamt konnte der Christkindlmarktverein eine Summe von knapp 11 000 Euro verbuchen. Für heuer ist unter anderem geplant, drei Stände an der Pfarrkirche, entlang der Frühmessergasse, aufzustellen, um dort an den drei Adventssonntagen von 9 bis 12 Uhr die sonst so beliebten Produkte anzubieten. Genauere Details werden noch bekannt gegeben – auf einem Flyer und im Tagblatt.

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