Frischer Wind kommt mit Christian Magewski (l.) ins Hotel Wolf. Er folgt auf die ehemalige Chefin Inge Echtler (mit Ehemann Richard). 
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Frischer Wind kommt mit Christian Magewski (l.) ins Hotel Wolf. Er folgt auf die ehemalige Chefin Inge Echtler (mit Ehemann Richard). 

Christian Magewski (50) übernimmt das Ruder

Neuer Geschäftsführer im Hotel Wolf

Das Oberammergauer Hotel Wolf hat einen neuen Geschäftsführer. Christian Magewski (50) setzt auf Bewährtes.

  • Das Oberammergauer Hotel Wolf hat einen neuen Geschäftsführer.
  • Viel ändern will Christian Magewski (50) nicht.
  • Er ist Chef von 35 Mitarbeitern.

Oberammergau – Unter gedimmtem Licht kommt Christian Magewski hinter der Rezeption hervor. Seit 1. Juli ist das Oberammergauer Hotel Wolf sein Revier, das jahrelang dem Ehepaar Echtler vorbehalten war. Ein Präsentkorb ist im Hotel zurückgeblieben. Den hat das Ehepaar Inge und Richard Echtler ganz übersehen. Kein Wunder, als der Tag des Abschieds kam, war das Büro übervoll von Blumen. „Wie auf einer Beerdigung“, sagt Inge Echtler und lacht dabei. Überraschend ist diese Blütenpracht aber eigentlich nicht. Immerhin war die ehemalige Geschäftsführerin des Hundesporthotels an der Dorfstraße „seit 1975 im Haus“, erinnert sie sich zurück, als sie gemeinsam mit ihrem Mann Richard und ihrem Nachfolger Christian Magewski im überdachten Biergarten Platz genommen hat. Dort sind die drei ganz ungestört. Ein paar Gäste speisen nebenan unter freiem, wenngleich grauem Himmel.

Seit 20 Jahren Hundehotel

Über 45 Jahre ist Inge Echtler also mit dem Hotel verbunden, wenngleich sie zwischendrin „mal weg war“, etwa, als sie ihren Meister im Hotel- sowie im Restaurantfach absolvierte. Seit über 20 Jahren wird das Haus als Hundesporthotel geführt. Irgendwann sei die Zeit gekommen, an Jüngere abzugeben. „Ich merke es langsam, die Kräfte und die Nerven lassen nach“, sagt die 60-Jährige mit einem Schmunzeln im Gesicht. Die Passion 2020 habe sie aber noch mitnehmen wollen, dann kam Corona und alles etwas anders. Schließlich wurde der Tag des Abschieds auf den 30. Juni 2021 gelegt. Ob es ihr schwerfällt, das Zepter aus der Hand zu geben? Inge Echtler überlegt, scheint nicht so recht eine passende Antwort zu finden. Wie sollte sie auch, rund eine Woche nach der Übergabe.

Die ersten freien Tage wussten sie und ihr Mann Richard aber gut zu nutzen, man habe viel geschlafen, erzählt Inge Echtler und wirkt entspannt. Doch in so kurzer Zeit ist das Hundesporthotel freilich nicht aus ihrem Kopf verschwunden. Wenn sie an die Buchungen denkt, freut sie sich sichtlich, dass der „September gigantisch ausschaut“. Magewski aber blickt bereits auf den August sehr zufrieden. „Eigentlich verrückt“, sagt der 50-Jährige, wenn er daran denkt, dass er einst „in den 80er Jahren“ seine Ausbildung im Hotel Wolf absolvierte und hier nun als Geschäftsführer sitzt, als Chef von 35 Mitarbeitern. Inge Echtler erinnert sich an „eine strenge Lehre zum Hotelfachmann“ zurück und grinst. Nach dieser strengen Lehre zog es Magewski aber raus und weg, etwa in die Schweiz, die USA und auf die hohe See. Die vergangenen elf Jahre verbrachte er beruflich auf Festland – und keineswegs in der Ferne – im Schloss Elmau. Und nun tauscht der Oberammergauer gut 40 Minuten Autofahrtzeit gegen wenige Minuten auf dem Fahrrad ein, um zu seiner Arbeitsstelle zu gelangen.

Konzept soll bestehen bleiben

Ändern möchte Magewski als neuer Geschäftsführer eigentlich nichts. Das Konzept soll bestehen bleiben. Inge Echtler scheint sichtlich froh zu sein, dass er auf Bewährtes vertraut: Urlaub mit dem Hund, dazu circa 200 Seminare rund um die Vierbeiner im Jahr, von Agility über Dogdance und Tricktraining bis zu Mantrailing und Expactivity. Insgesamt rund 70 Hundetrainer seien dafür am Start, sagt die ehemalige Chefin. Hinzu kommen physiotherapeutische Angebote für den Hund. All das kommt gut an. Magewski spricht von vielen „loyalen Gästen“. Rund 90 Prozent der Besucher buchen die Kurse im Vorhinein, weiß Inge Echtler, die sich in der Vergangenheit über ein breit aufgestelltes Klientel freuen konnte, von jungen Leuten bis zu Senioren, und sogar Pfarrer. „Alles war schon da“, sagt die 60-Jährige. Und es scheint fast wie ein Resümee der vergangenen Jahre zu sein, wenn sie in leisen Tönen und so ganz flüchtig meint, dass das Haus „ihr Baby“ sei – ein Baby, das inzwischen „groß geworden ist“. Dieses Baby hat das Ehepaar Echtler nun in Magewskis Obhut gegeben.

Allein mit Schlafen wollen die Echtlers ihre neugewonnene Zeit nicht verbringen. Im Gegenteil. Das Paar zieht es in die Ferne. Schon vor zwei Jahren haben sie eine Weltreise gebucht. Fünfeinhalb Monate auf einem Kreuzfahrtschiff. Mit dem werde man „nicht die ganze Welt“ erkunden, „aber einen Teil“, sagt Inge Echtler, die nun hofft, dass die Reise trotz Pandemie so sein kann und wird, wie sie sich diese vorstellt. Schon seit langem träumt sie nämlich von einer Weltreise, von neuen Ufern, „seit meiner Jugend“, erinnert sich die ehemalige Geschäftsführerin.

Antonia Reindl

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