Kein seltener Trick

Dreiste Betrugsmasche: Falscher Polizist bringt Frau (83) um ihr Erspartes

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Es ist eine mittlerweile gängige Praxis von Betrügern: Sie geben sich als Polizeibeamte aus und zocken allen voran ältere Menschen ab. Diesmal wurde eine Oberammergauerin um Schmuck und Geld gebracht.

Oberammergau – Die Betrugsmasche ist alt und der Polizei wohlbekannt. Doch immer wieder fallen Menschen darauf rein. Mal sind es die Enkel, die angeblich in Not sind und per Telefon um Hilfe bitten. Oder der Anrufer gibt sich gar als Polizeibeamter aus, der umgehend einen Zivilfahnder vorbeischickt, um irgendetwas abzuholen. Genau diese Variante haben die dreisten Betrüger gewählt, denen eine ältere Dame in Oberammergau auf den Leim gegangen ist. „Durch einen falschen Polizeibeamten wurde sie um mehrere tausend Euro und Schmuck betrogen“, sagt Markus Zimmerer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim.

Ein Vorgehen, das ihn und seine Kollegen aus zwei Gründen massiv stört: „Zum einen werden ältere Menschen häufig um ihr ganzes Erspartes gebracht“, sagt Stefan Sonntag. Zum anderen werde der gute Name der Polizei besudelt. Deshalb investiere man dem Pressesprecher zufolge viel in solche Fälle. „Wir versuchen alles, um diesen Tätern habhaft zu werden“, betont Sonntag. Und das mit Erfolg. „Allein im vergangenen Jahr gab es diesbezüglich einige Festnahmen.“ Somit kann die 83-jährige Ammertalerin hoffen.

Täter gehen immer nach ähnlichem Muster vor

Das Muster, nach dem der Unbekannte bei seinem Anruf vorgegangen ist, ähnelt dem vergleichbarer Fälle. Der Täter erklärte der Frau gegenüber, es gebe Hinweise, dass bei ihr eingebrochen werden soll. Deshalb erkundigte sich der Deutsch sprechende Mann, ob sie Bargeld und Schmuck daheim habe. Als sie dies bejahte, gab er an, dass er umgehend einen Zivilfahnder vorbeischicken wird, um den Schmuck zu fotografieren. Tatsächlich tauchte auch kurz darauf ein Mann auf und gab sich als der avisierte Kollege aus. Die Oberammergauerin bat ihn nichtsahnend in die Wohnung und zeigte ihm die Gegenstände. „Der angebliche Zivilfahnder nahm den Schmuck sowie das Bargeld an sich und verschwand wortlos wieder aus der Wohnung“, berichtet Zimmerer. Mit reicher Beute.

Die Polizei kann nur immer wieder vor diesen Betrugsmaschen warnen. In diesem Zusammenhang rät der Präsidiumssprecher: „Seien Sie äußerst vorsichtig und misstrauisch, wenn es telefonisch um Geld geht, welches sie bezahlen sollen oder gewonnen haben. Teilen Sie keine persönlichen Daten wie Kontonummer und Bankverbindung mit. Zudem würde die echte Polizei niemals Bargeld bei Ihnen zuhause abholen.“

Besonders gefährdet für diese dreiste Art des Betruges sind ältere Menschen. Kinder sollten daher ihre Eltern und Großeltern hinsichtlich dieser Betrugsmasche sensibilisieren. Weitere Informationen gibt’s im Internet unter www.polizeiberatung.de oder www.polizei.bayern.de. Zudem helfen die örtlichen Polizeidienststellen weiter.

Rubriklistenbild: © dpa / Arno Burgi

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