24-Stunden-Alkoholverbot am Münchner Hauptbahnhof: Entscheidung ist gefallen

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Begeistert nicht nur die Männer: Alisa Riccobene mit (v. l.) Michael Postmann, Thomas Zigon, Maximilian Widmann und Fabian Klein.

Fünfjähriges Bestehen der Benefizveranstaltung

Ein Blick hinter die Kulissen bei „Musical Meets“

Am Broadway ein Erfolg, in Oberammergau auch: Zum fünften Mal hat Thomas Zigon nun „Musical Meets“ in seiner Heimat auf die Bühne gebracht. Die Veranstaltung war ausverkauft.

Oberammergau – Auf den großen Bühnen dieser Welt begeistern stimmgewaltige Künstler durch gesungene Geschichten. Doch würden Musicals, wie man sie vom Broadway in New York her kennt, auch in Oberammergau funktionieren? Nicht nur der professionelle Musicaldarsteller Thomas Zigon hat sich vor fünf Jahren diese Frage gestellt. Heute wissen er und seine Mitstreiter, dass es sogar ganz prächtig funktioniert. Zur fünften Show gab der Oberammergauer nun einen Blick hinter die Kulissen im Ammergauer Haus.

Dort herrscht um 18.30 Uhr die Ruhe vor dem Sturm. Eine gespannte Stille liegt in der geräumigen Umkleide neben der Bühne in der Luft. In eineinhalb Stunden geht es los. Dann heißt es wieder „Bühne frei“ für die großen Musical-Stücke dieser Zeit. Zehn Darsteller – fünf Frauen und fünf Männer – legen sich ihre Kostüme zurecht. „Manche müssen heute elf Mal ihre Klamotten wechseln“, sagt Initiator und Leiter Zigon. Manchmal bleiben nur wenige Minuten – meist ein Lied –, um sich hinter der Bühne umzuziehen. Dann wird aus Nala in König der Löwen Aida aus dem gleichnamigen Musical.

Broadway in Oberammergau: Die Show in Bildern

„Das geht hier schneller als bei der Feuerwehr“, versichert Zigon augenzwinkernd. Nichts wird dem Zufall überlassen. Mehr als 30 helfende Hände sind hinter der Bühne, an der Bar und am Einlass im Einsatz. Während oben die Kleider auf dem Boden neben den passenden Schuhen verteilt werden – quasi bereit zum Hineinspringen –, ist die Stimmung unten etwas gelassener. In der Maske sitzen die Musical-Darsteller vor großen Spiegeln, schminken sich und plaudern aus dem Nähkästchen über Make-Up-Firmen und welche sich wofür am besten eignen. Auch Thomas Zigon gibt seiner Optik hier noch einmal den letzten Feinschliff.

Eng ist es allemal in der kleinen Kabine. „Der Nebenraum wurde zu einem Büro umfunktioniert“, sagt Zigon, der über diese Entscheidung nicht glücklich ist. Getrennte Umkleide- und Schminkräume gibt es nicht für die Darsteller im Ammergauer Haus. Eine Tatsache, die RTL-Moderator Lukas Wandtke in seiner Moderation aufgreift. „Wir müssen uns ab heuer neben Essigreinigern umziehen“, erzählt er dem Publikum verschmitzt. Für ihn ist klar mit Blick auf eine Entscheidung im Gemeinderat: „Da gehört Kunst hin und keine Politik.“

Diese hohe Musical-Kunst konnte sich am Wochenende wahrlich wieder sehen lassen. Zur Fünf-Jahres-Feier stellte Thomas Zigon ein „Best of“ der vergangenen vier Shows zusammen. „Jedes Lied was so richtig gefeiert wurde, habe ich mit aufgenommen.“ Natürlich dürfen Musical-Klassiker wie „König der Löwen“ oder „Ich war noch niemals in New York“ nicht fehlen. Ebenso wenig rarer gewordene Shows, die durch ruhige und stimmgewaltige Lieder beeindrucken wie Aida.

Moderator Wandtke, den das Stammpublikum in Oberammergau seit dem ersten Auftritt ins Herz geschlossen hat, erinnert sich gut an die Premiere. „Als ich 2013 das erste Mal hier war, war ich ultra-nervös.“ Dann wurde auch noch vor seinem Auftritt eine Einspieler-Melodie falsch eingefügt. Da war es für den talentierten Jungspund vorbei: „Ich wusste einfach gar nichts mehr von meinem auswendig gelernten Text.“ Da kam ihm spontan das wohl naheliegendste Wort für Oberbayern in den Sinn: „Servus.“ So begrüßte er das Publikum. Fünf Jahre später ist seine Aufregung verflogen – er freut sich einfach nur, wieder in Oberammergau zu sein.

Beide Veranstaltungen waren erneut restlos ausverkauft, der Erlös kommt der Kinder- und Jugendarbeit im Waldkindergarten und im Jugendzentrum in Oberammergau zugute.

Josef Hornsteiner

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