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Passion 2022: Entscheidung über Gelübdespiel soll im März fallen

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Von: Josef Hornsteiner

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Endlich geht es los: Spielleiter Christian Stückl ist bester Laune bei der ersten Leseprobe für die Passion 2022 im Ammergauer Haus. 
Endlich geht es los: Spielleiter Christian Stückl ist bester Laune bei der ersten Leseprobe für die Passion 2022 im Ammergauer Haus.  © Dominik Bartl

Christian Stückl stimmt bei der ersten Leseprobe der Passion 2022 seine Oberammergauer auf die kommenden Monate ein. Ob und wie das Gelübdespiel stattfinden wird, darüber soll sich im März unterhalten werden.

Oberammergau – Die Spielregeln sind klar, Christian Stückl macht sie deutlich. „Wer kein Staberl in die Nase will, bleibt dahoam.“ Die Grundvoraussetzung, um am Heilig-Drei-Königstag im Ammergauer Haus vor ihm stehen zu dürfen. Der Spielleiter der Passion 2022 blickt in die Gesichter von 111 Oberammergauern. Jeder hat sich vorab testen lassen müssen. Ohne Nachweis geht gar nichts. Ein Prozedere, dass nun vor jeder Leseprobe auf die Darsteller des diesjährigen Gelübdespiels wartet. Anders könnten die Proben nicht über die Bühne gehen – wörtlich. Wer sich nicht an die Spielregeln hält, spielt nicht mit. So einfach und doch so schwierig.

Die Pandemie und die Auflagen machen die Arbeit für den Leiter der Passionsspiele 2022 zu einer handfesten Herausforderung. Ganz streng genommen, so erklärt Stückl in seiner Begrüßung bei der ersten Leseprobe am Donnerstag, würde die Passion aktuell „vor genau null Leuten stattfinden können“. Also gleich wie in den bayerischen Fußballstadien wäre nur ein Geisterspiel erlaubt – es dürfen generell keine internationalen Großveranstaltungen stattfinden. „Aber es hilft nichts, wir müssen jetzt einfach anfangen zu proben.“ Sie alle müssen bereit sein, auch wenn noch keiner genau weiß, wie das Gelübdespiel ab Mai über die Bühne gehen soll.

Jede Sprechrolle hat Stückl eingeladen

Jede Sprechrolle hat Stückl eingeladen, und ist sie noch so klein. Der Text sitzt, trotz zweijähriger Pause. Manche mehr, manche weniger laut, wird die erste Szene der Passion vor zahlreichen Kameras und Journalisten vorgetragen. „Der Text ist lange gelegen, da hab ich natürlich gar nix dran gemacht“, sagt Stückl und lacht augenzwinkernd. Wer ihn kennt, weiß, dass er selbstverständlich die coronabedingte Zwangspause dazu genutzt hat, am Manuskript zu feilen. Dann habe er sich stets zurückgezogen, war im Spiel vertieft, hat mit einem Stift gekritzelt. Nun ist er fertig. Und die Darsteller startklar.

Vertieft in ihren Text: Die Jesus-Darsteller Frederik Mayet (l.) und Rochus Rückel. 
Vertieft in ihren Text: Die Jesus-Darsteller Frederik Mayet (l.) und Rochus Rückel.  © Dominik Bartl

Wie die Passion über die Bühne gehen wird, weiß er trotzdem noch nicht. Der Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) war im Vorfeld da, erklärt er. Und der Landrat. Und überhaupt viele, die sich um das weltberühmte Stück sorgen. „Ein volles Haus kann ich mir nicht vorstellen“, soll Holetschek gesagt haben, erklärt Stückl. Doch ist der Oberammergauer trotzdem guter Dinge. „Wir werden es hinbringen.“ Im März stünde die nächste Gesprächsrunde an. „Dann wissen wir, was los ist.“ Bis dahin wird fleißig geprobt.

Der Zeitplan ist straff, macht Stückl klar. In zwei Wochen möchte er das gesamte Stück einmal durchgesprochen haben. Nächsten Montag kommt er mit den beiden Jesus-Darstellern Frederik Mayet und Rochus Rückel zusammen. Am Dienstag dann die nächste Szene und so weiter. Der Spielleiter will „Vollgas geben“. Nicht einfach für ihn. Schließlich muss der Intendant des Münchner Volkstheaters zwischen den 14 Tagen auch noch eine Premiere in der Landeshauptstadt erfolgreich über beziehungsweise auf die Bühne bringen.

Staberl in die Nase heißt es nun für die Darsteller vor jeder Probe. 
Staberl in die Nase heißt es nun für die Darsteller vor jeder Probe.  © Dominik Bartl

Doch geht alles so reibungslos weiter wie am Donnerstagabend, sieht Stückl keine Probleme. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt er nach der Probe, die eine Stunde lang für die Presse öffentlich war. Zeitlich soll es aufgrund der Coronatests vorab zu keinen Einschränkungen kommen. „Wir haben bereits in München am Volkstheater mit dieser Testerei sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Stückl. Wie es dann bei den großen Hauptproben aussehen wird, kann er noch nicht sagen, die Termine stehen nicht fest – und damit auch nicht, welche Beschränkungen bis dahin gelten.

Textsicher sind fast alle noch – schließlich haben sich in den zwei Jahren nur minimale Veränderungen bei den Hauptdarstellern ergeben. So wird beispielsweise Veronika Hecht in ihrer Rolle als Veronika nicht auf der Bühne zu sehen sein. „Wer die Nachfolge antritt, wird noch ausgemacht“, sagt Maximilian Mayet vom Presseteam. Zudem wurde die Rolle des „Gamaliel“ gestrichen. Die Darsteller Christian Bierling und Walter Rutz (für Anton Burkhart) haben die Rolle von Josef von Arimathäa inne. Benedikt Fischer ersetzt dafür Maximilian Laubert als Herodes.

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