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Auch wenn es schon wieder zehn Jahre her ist: Die Oberammergauer haben ihre heimliche Hymne, das „Heil Dir“ von Rochus Dedler, nicht verlernt.

Oberammergau stellt weitere Weiche für das Gelübdespiel

Erste Volksprobe zur Passion: Aus 350 Kehlen erschallt das „Heil Dir“

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Es ist die Hymne der Oberammergauer - das „Heil Dir“ von Rochus Dedler, das vom Volk beim Einzug Jesu in Jerusalem gesungen wird.

Oberammergau – Markus Zwink kann dem Fußball nicht soviel abgewinnen, würde sich selbst nicht unbedingt als Fan outen. Dennoch imponiert dem musikalischen Leiter der Passionsspiele eines – die Gesänge der Fußballanhänger im Stadion wie in der Allianz-Arena: „Die Lieder werden mit viel Inbrunst gesungen, aus voller Überzeugung. Selbst sehr hohe Töne sind da kein Problem. Da entsteht ein richtiges Wir-Gefühl.“ Solch eine Performance wünscht sich Zwink auch von seinem „Volks-Chor“ bei der Passion: „Nur wenn wir alle voll bei der Sache sind, kommt es auch überzeugend beim Besucher des Spiels an.“

Kein Karterl dabei - kein Honorar

Und wieder ein kleiner Schritt hin zur Premiere am 16. Mai: Die Spielleitung um Christian Stückl und Markus Zwink hat die ersten Volksproben im Ammergauer Haus angesetzt. Zwei Lieder werden einstudiert – einmal das bekannte „Heil Dir“ von Rochus Dedler (das beim Einzug Jesu in Jerusalem gesungen wird) und dann das hebräische „Sch’ma Israel“ – das stimmt das Volk beim Gang nach Jerusalem an. Riesenandrang im Foyer und im Saal. Es bildet sich eine lange Schlange, denn jeder Mitwirkende muss sich erst einmal registrieren lassen und dabei seinen persönlichen Akkreditierungsausweis (ähnlich einer Bankkarte) an einem Scanner vorbeiführen. Versäumt dies jemand, gibt’s kein Geld für Proben und Aufführungen. Daher mahnt Spielleiter Stückl: „Vergesst’s Euer Karterl ned.“

Wer gar nicht singen kann ...

Der große Andrang am Samstagabend im Ammergauer Haus mit rund 350 Erwachsenen (soviel werden es beim Einzug sein) war schon mal ein Vorgeschmack, was ab Mai im Passionstheater los sein wird. „Wir haben noch nie so viele Leut’ beim Volk gehabt, des wird eine echte Herausforderung.“ Vor allem bei der Empörung, wo bis zu 600 (!) Mitwirkende auf einmal auf der Freilichtbühne stehen werden.

Mit 20-minütiger Verspätung beginnt die Probe, doch schon die ersten Passagen des „Heil Dir“ vermitteln den Eindruck: Es klingt gut, richtig gut. Zur Verstärkung hat Markus Zwink 80 Sänger von seinem Chor (insgesamt 110) dazu geholt, „damit jeder a bisserl an Kick hat“. Abwechselnd Männer und Frauen, mit und ohne Chor wird das Lied oder Teile davon gesungen. Das „Heil Dir“ von Dedler wird ja auch gern als die heimliche Oberammergauer Hymne bezeichnet. Der Musikchef betont: „Wer gar nicht singen kann, der soll halt a wenig staader doa, aber zunächst hat jeder mal eine Chance.“

Tatsächlich läuft die Probe erstaunlich gut, was auch Markus Zwink begeistert: „Sehr schön, sehr gut“. Er muss wenig korrigieren – und darf feststellen: „Oberammergau kann singen“. Um einiges schwieriger ist das „Sch’ma Israel“, das Hochgebet der Juden, das vom Volk bei der Passion in der Szene „Gang nach Jerusalem“ auf hebräisch gesungen wird. Doch auch diese Herausforderung meistern alle souverän. Zwink schwärmt: „Es ist total gut gegangen.“ Dann ist Schluss, noch rechtzeitig zur Sportschau. Zwink hat doch ein Herz für Fußballfans.

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