Feuerwehrgerätehaus Oberammergau
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Sind zu klein: die Tore am Feuerwehrgerätehaus Oberammergau.

Bleibt‘s beim alten Standort?

„Wird in die Millionen gehen“: Feuerwehr-Gerätehaus in Oberammergau muss erweitert werden

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Zu niedrig, zu schmal, zu eng. Im Gerätehaus der Feuerwehr Oberammergau gibt‘s einige Mängel. Die müssen behoben werden.

Oberammergau – Stefan Maier setzt das Maßband in der oberen Ecke des Tores an. Rollt es aus. 3,50 Meter, sagt er. Zu niedrig. Vier müssten es sein, um die Vorschriften zu erfüllen. Jetzt die Breite. Bürgermeister Andreas Rödl (CSU) geht ihm zur Hand. 3,40 Meter. Zu schmal. 20 Zentimeter fehlen. An den Einfahrten offenbart sich das Problem: Beim Feuerwehrgerätehaus in Oberammergau hakt’s – an mehreren Stellen.

Ein Umbau ist bereits seit längerer Zeit Thema. Schon unter Maiers Vorgänger, Kommandant Peter Gaus, hieß es immer: Vor der Passion 2020 wird’s damit eh nichts. Erst danach wollte man sich Gedanken machen. Das Gelübdespiel findet wegen Corona nun zwar erst 2022 statt, doch das „danach“ beginnt heuer. „Bevor nochmal Jahre ins Land ziehen“, sagt Rödl.

Immer Sonderbauten bei den Fahrzeugen nötig

Der Rathauschef spaziert durch die zu kleinen Einfahrten, hinein ins Innenleben des Gebäudes, zur „Umkleide“. An zwei gegenüberliegenden Wänden klebt ein Spind am anderen. Der Gang dazwischen – eng. Ziehen sich dort im Einsatz nur zehn Kameraden auf die Schnelle um, müssen sie aufpassen, im Eifer des Gefechts niemanden umzurumpeln oder den Ellbogen in Magen oder Rücken zu rammen. Rödl bringt’s auf den Punkt. „Der Standort entspricht nicht mehr zu 100 Prozent den Richtlinien.“ Vorsichtig ausgedrückt.

Vor allem die Höhe der Stellplätze beschert zusätzlichen Aufwand. Und Kosten. Heute ragen die Fahrzeuge weiter nach oben als noch 1959, als die Halle errichtet wurde. „Wir müssen immer Sonderbauten kaufen“, betont der Bürgermeister. Sonst würde sich der Wagen den Kopf anstoßen. Die Extra-Anfertigung kommt teurer. Im Schnitt um 100 000 Euro. Ein Betrieb im Zillertal schrumpft die Fahrzeuge für die Oberammergauer. Der neue Rüstwagen, im Fach-Jargon RW2, ist als nächstes an der Reihe. Der Preis: rund 550 000 Euro. Die Summe steckt zumindest schon im Finanzplan der Gemeinde. Heuer steht der Vorbescheid an, kommendes Jahr der Kauf.

Wissen, dass gehandelt werden muss: Kommandant Stefan Maier (l.) und Bürgermeister Andreas Rödl.

1998 hat man die Platznot zuletzt gelindert. Zwei zusätzliche Garagen gab’s. An der Gebäudeseite mit den Eingängen für die sieben oder acht gemeindlichen Wohnungen vis à vis zum Passionstheater. Der Ausfahrtbereich dort – wie soll es anders sein – zu klein. Wie man es dreht und wendet: An einer Erweiterung führt kein Weg vorbei. Geht’s nach dem Kommandanten, am liebsten am jetzigen Standort. „Das ist die optimale Lage“, meint Maier. In unmittelbarer Nähe zum Theater, in dem in normalen Jahren viel Betrieb herrscht. Ob das Gerätehaus dort erhalten bleiben kann, muss erst geprüft werden.

Projekt beansprucht viel Zeit

Der Startschuss für das Projekt fiel sozusagen im Februar im Gemeinderat. Das Gremium fasste einstimmig den Entschluss, einen Bedarfsplan erstellen zu lassen. Er soll aufzeigen, was die Wehr benötigt, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Ein unabhängiges Ingenieurbüro wird damit beauftragt. „Die Verhandlungen laufen“, sagt Rödl. Ergänzend soll es eine zuarbeitende Projektgruppe geben, die sich aus Vertretern der Wehr, dem Kreisbrandrat, der Verwaltung sowie aus Mitgliedern des Gemeinderats zusammensetzt. „Wir brauchen einen Experten“, sagt Maier. Findet auch Rödl. „Wir müssen das sauber aufziehen, neutral begutachten lassen und alle mitnehmen.“ Allein der Kosten wegen, die auf die Gemeinde – die Feuerwehr gehört zu ihrer Pflichtaufgabe – zukommen. „Egal, wie groß“, sagt Rödl, „es wird in die Millionen gehen.“ Sieben bis acht vielleicht. In diesem Anfangsstadium noch reine Spekulation.

Von heute auf morgen lässt sich das Vorhaben aber nicht realisieren. Der Bedarfsplan allein frisst Zeit. Maier nennt seinen Wunschtermin: „gestern“, sagt er und lacht. Gut, dann kommt noch eine Zeitmaschine auf die Rechnung. Im Ernst meint er: „Wenn wir es in den nächsten acht Jahren hinkriegen, dann wär’s ein Sprint.“ Vor den Passionsspielen 2030 aber, das wäre ein schönes Ziel.

Bis dahin sollte dann auch das Dach erneuert sein. Welche Reparaturen nötig sind? Maier drückt’s mal so aus: „Die Dachrinne wär’ noch gut.“

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