Feuer im Hotel: Über 60 Menschen evakuiert

Oberammergau - Sieben Verletzte, über 60 evakuierte Gäste und 25 beschädigte Hotelzimmer - das ist die Bilanz eines Großbrands im Oberammergauer Hotel Arnika. Die Silvesternacht wurde für über 100 Retter zum Großeinsatz.

Horror-Szenario: Mitten in der Nacht bricht ein Feuer aus, aus dem Tiefschlaf gerissen fliehen die Menschen nur in Schlafanzügen vor den Flammen in die eisige Kälte. Dieser Schrecken ist in der Silvesternacht in Oberammergau zur bitteren Realität geworden. Um 4.36 Uhr fängt ein Holzschuppen an der Ludwig-Lang-Straße, der zum Hotel Arnika gehört, Feuer. Die Flammen greifen auf das Hauptgebäude über. Zu diesem Zeitpunkt schlafen dort über 60 Hotelgäste friedlich in ihren Betten. 58 von ihnen schaffen es selbst ins Freie. „Sie standen zum Teil nur in Schlafkleidung und mit bloßen Füßen bei Minus fünf Grad im Freien“, schildert Andreas Geuther, Einsatzleiter vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK), die Situation vor Ort. Er rückte mit 40 Fahrzeugen und über 80 Helfern zur Unglücksstelle aus.

Einige Menschen konnten sich jedoch nicht mehr selbst in Sicherheit bringen. Eine dreiköpfige Familie wurde per Steckleiter gerettet, vier Menschen waren auf die Balkone geflüchtet. „Wir mussten sie mit der Drehleiter holen“, sagt der Einsatzleiter der Oberammergauer Feuerwehr, Peter Gaus. Insgesamt sieben Personen wurden mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht.

Viele der über 60 Gäste haben alles verloren. Fünf Zimmer brannten komplett aus. „Eine Frau hat nur noch ihren Bademantel, den sie am Körper trug“, schildert der Einsatzleiter die dramatischen Szenen. BRK-Mitarbeiter beschaffte ihr und weiteren Gästen wärmende Kleidung. Dann wurden sie auf die umliegenden Hotels verteilt.

Währenddessen kämpften die Feuerwehrmänner mit aller Macht gegen die Flammen. Denn das Feuer hatte schon bei ihrem Eintreffen auf den hinteren Teil des Drei-Sterne-Superior-Hauses übergegriffen. „Bis zum Dachstuhl hinauf brannte die Fassade dort“, erläutert Gaus. Außerdem zerstörten die Flammen zwei parkende Autos.

Das Feuer hat ein Bild der Verwüstung hinterlassen. „Rund 25 der 32 Zimmer sind wegen Rauch, Ruß und Wasser nicht mehr zu gebrauchen“, erzählt Michael Altgassen. Der Hotelbetreiber wurde auch im Schlaf von dem Großbrand überrascht. Beziffern kann er den Gesamtschaden nicht, ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd schätzt ihn auf rund 100 000 Euro. Trotzdem ist Altgassen erleichtert: „Den Materialschaden kann man ersetzen. Ich bin froh, das niemand schwer verletzt wurde oder gar gestorben ist.“ Dass keiner zu Schaden kam, ist in seinen Augen ein Verdienst der Einsatzkräfte, Nachbarn. Hotel-Kollegen und Freunde, die allesamt sofort zur Stelle waren. „Sie alle haben hervorragende Arbeit geleistet. Ich bin ihnen unendlich dankbar.“ Die Ursache des Brands ist bislang völlig unklar. Die Kriminalpolizei Garmisch-Partenkirchen ermittelt.

Janine Tokarski

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare