Stefan Maier, Andreas Rödl und Peter Gaus stehen vor einem Feuerwehr-Auto
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Kommando übergeben: Stefan Maier (l.) folgt auf Peter Gaus (r.). Für die Amtsübergabe hat Bürgermeister Andreas Rödl seinen Urlaub unterbrochen.

Kommandantenwechsel offiziell vollzogen

Bei der Oberammergauer Feuerwehr endet eine Ära: Gaus geht in den Ruhestand - nach 51 Jahren

Der Helm hängt am Nagel: Peter Gaus hat seine Verantwortung als Kommandant der Feuerwehr Oberammergau an Stefan Maier übergeben. Er musste aufhören.

Oberammergau – Keine Frage: Er hat eine Ära geprägt. Nicht nur bei der Freiwilligen Feuerwehr, sondern in erster Linie als jemand, der in der Gemeinde Verantwortung übernommen hat, zum Schutze und zur Sicherheit der Bevölkerung. Immer da zu sein und zu handeln, wenn andere wegschauen, zeugt von einem hohen Maß an Gemeinschaftsgefühl und Pflichtbewusstsein. Mit seinem Eintritt in den „Feuerwehr-Ruhestand“ ist am Montag die Ära Peter Gaus in der Geschichte der Oberammergauer Feuerwehr zu Ende gegangen. Die gesetzlichen Vorgaben erlauben den aktiven Feuerwehrdienst nur bis zum 65. Lebensjahr. Diesen Geburtstag hat Gaus am Montag feiern dürfen.

Auf einen langen Werdegang in der Geschichte der Oberammergauer Feuerwehr – sage und schreibe 51 Jahre – kann „das Gesicht der Wehr“ zurückblicken: Am 10. März 1969 war Peter Gaus der Organisation beigetreten und blieb ihr bis zum Ruhestand treu. Als einer der Ersten hatte er sich im Alter von 14 Jahren der damaligen Jugendfeuerwehr angeschlossen. Damals wurde erstmals eine Jugendgruppe ins Leben gerufen. Seitdem gab es für den selbstständigen Elektromeister kein Leben mehr ohne die Feuerwehr. Seine Karriere zeichnete sich ab: 1980 wurde er zum Löschmeister befördert, 1984 zum Oberlöschmeister und 1986 zum Brandmeister ernannt. In diesem Jahr stieg er auch zum Stellvertretenden Kommandanten auf und wich dem damaligen Ersten Helmut Fichtl nicht von der Seite, um möglichst viel zu lernen. Bis dieser unerwartet im Passionsjahr 1990 verstarb. Gaus übernahm kommissarisch seine Funktion und führte die Feuerwehr sowie auch die Passionsfeuerwehr durch das restliche Jahr.

Aus dem Abschluss bei Passion 2020 wurde nichts

Im Januar 1991 stellte sich Peter Gaus dem Posten des Kommandanten. Er wurde gewählt und führte anschließend die Stützpunktfeuerwehr im Passionsdorf. Auch im Feuerwehrverein stellte sich Gaus von 1988 bis 1991 als Erster Vorsitzender zur Verfügung. In den Jahren 2000 und 2010 bei den Passionsspielen organisierte er wieder in bewährter Weise Aufbau und Dienstplan de Passionsfeuerwehr.

Sein Eintritt in den Ruhestand sollte eigentlich in der Passion 2020 gipfeln, doch aus bekannten Gründen (Corona) wurde daraus nichts.

Auf Kreisebene aktiv

Das Engagement auf örtlicher Ebene reichte dem „Neu-Ruheständler“ trotz großer Aufgabenfülle nicht. Der Vollblut-Feuerwehr’ler brachte sein Wissen und seine Erfahrung auch auf Kreisebene ein – bei der Inspektion. Schon 1991 wurde er zum Gebietskreisbrandmeister ernannt und war ab dem Zeitpunkt für das ganze Ammertal zuständig. Ein neues Aufgabengebiet als Kreisbrandinspektor kam 2007 hinzu und so wurde er im gleichen Zuge auch ständiger Vertreter von Kreisbrandrat Johann Eitzenberger. Bis zu seinem Ruhestand übte Peter Gaus mit hohem Pflichtgefühl und Fachkenntnis diese Funktion aus.

War der Feuerwehr immer treu: Peter Gaus in jungen Jahren.

Die Führungspositionen des Feuerwehrmanns aus Leidenschaft waren all die Jahre mit einer unendlichen Vielzahl an Übungen und Einsätzen verbunden. Hervorgehoben seien die Hochwasserkatastrophen in den Jahren 1999, 2002 und 2005, wo Gaus als Einsatzleiter seinen Mann stand. Beim Großbrand in Schloss Elmau konnte man ihn ebenfalls in der Einsatzleitung, und beim G7-Gipfel in Elmau im Jahr 2015 kümmerte er sich zusammen mit seinen Oberammergauer Kameraden um den Hubschrauberlandeplatz für die Staatsgäste aus aller Welt.

Offizielle Verabschiedung bei Feierlichkeit folgt noch

Die höchste staatliche Auszeichnung erhielt Peter Gaus im Jahr 2013. Hier wurde ihm das Steckkreuz des Feuerwehr-Ehrenzeichens verliehen. Im vergangenen Jahr zeichnete ihn die Gemeinde Oberammergau mit der Ehrenplakette in Gold aus, das Ehrenzeichen in Gold bekam er vom Landkreis noch oben drauf.

Am vergangenen Sonntagnachmittag war es nun soweit, das Zepter an seinen Nachfolger Stefan Maier zu übergeben. Diese Amtsübergabe war dem Ersten Bürgermeister Andreas Rödl sehr wichtig. Deshalb unterbrach er seinen Urlaub, um Peter Gaus persönlich für sein Engagement zu danken und ihn in den Ruhestand zu verabschieden. Sobald es die Corona-Beschränkungen zulassen, wird Gaus bei einer kleinen Feierlichkeit noch offiziell verabschiedet.

Was der Ex-Kommandant künftig mit seiner freien Zeit anstellt, wollte er nicht sagen. „Der Kampf um die Fernbedienung zuhause ist schon entbrannt“, so Gaus mit einem Schmunzeln. Da wird dann auch seine Frau Susanne ein Wörtchen mitreden. Auf viele gemeinsame, harmonische Fernsehabende!

Dominik Bartl

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