Voller Stolz trug Phurba eine Fackel bei der Rückkehr der Feuermacher vom Ludwigsfeuer, und reihte sich zwischen Christian Stückl (l.) und Hubert Schmid ein. Im Bild oben Walter Lang, der seinen Freund zu sich eingeladen hat. Fotos: Hutter
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Voller Stolz trug Phurba eine Fackel bei der Rückkehr der Feuermacher vom Ludwigsfeuer, und reihte sich zwischen Christian Stückl (l.) und Hubert Schmid ein. Im Bild oben Walter Lang, der seinen Freund zu sich eingeladen hat. Fotos: Hutter

Freundschaft ohne Grenzen: Ein Sherpa in Oberammergau

Oberammergau - Vor knapp einem Jahr bestieg der Oberammergauer Walter Lang den Achttausender Cho Oyu im Himalaya. Mit ihm am Gipfel stand ein Sherpa namens Phurba. Jetzt feierten beide ein Wiedersehen.

Mit 70 Jahren noch einen Achttausender zu besteigen, diesen Traum hat sich Walter Lang aus Oberammergau im September letzten Jahres erfüllt. Allein hätte er es wohl kaum geschafft. Mit ihm am Gipfel des 8201 Metern hohen Cho Oyu im Himalaya zwischen Tibet und Nepal, nur 20 Kilometer westlich vom Mount Everest, stand ein Sherpa. Sein Name: Phurba.

Aus tiefer Dankbarkeit für seine Unterstützung und aus großer Sympathie, ja Freundschaft zu dem 25-Jährigen, hat Lang jetzt den Nepalesen zu sich heim eingeladen: „Ich hab’ Phurba soviel zu verdanken, dass ich etwas von dem Glück zurückgeben wollte, das ich vor einem Jahr bei der Besteigung des Cho Oyu erfahren durfte.“

Irgendwie weiß der Gast aus Katmandu in diesen Tagen nicht, wie ihm geschieht - alles ist völlig neu für ihn. Phurba ist zum ersten Mal außerhalb Nepals und Tibets unterwegs. Und doch zeigt er sehr großes Interesse an dem für ihn fremden Kulturkreis.

Leuchtende Augen bekam der Sherpa, als er jetzt beim Ludwigsfeuer den Einmarsch der Feuermacher erleben durfte, und sogar neben Passionsspielleiter Christian Stückl und Jesus-Darsteller Frederik Mayet marschierte. Auch Schloss Linderhof hat er schon besichtigt.

Als angehender Bergführer - er hat in Nepal eine entsprechende Ausbildung begonnen - war der 25-Jährige auch schon auf dem Kofel. „Da durfte ich dann die Führung übernehmen im Gegensatz zum letzten Jahr“, erklärt Walter Lang mit einem Schmunzeln. Für Phurba war der Oberammergauer Hausberg ein Klacks. Er war in den letzten Jahren bereits zweimal auf dem Mount Everest sowie dreimal auf dem Cho Oyu. Außerdem hat er die schwierigen Himalaya-Berge Ama Dablam, Himlung Himal und Baruntse bestiegen.

Für die Einreise-Erlaubnis seines Freundes musste Lang einige Formalitäten erledigen, und auch eine Kaution über 2500 Euro beim Landratsamt hinterlegen. Er hat es gern getan. So sehr hat er sich auf ein Wiedersehen mit dem tiefgläubigen Buddhisten gefreut, der ihm als treuer Begleiter und verlässlicher Partner bei der Expedition im letzten Jahr zur Seite stand.

Aus Dank hat der 70-Jährige dem Sherpa ein T-Shirt geschenkt, auf dem er den Tag der Besteigung (28.09.2009) und den Schriftzug „Thank your Phurba!“ aufdrucken ließ. Der Nepalese wird es voller Stolz tragen in seiner Heimat. Allzu fern liegt der Abschied nicht mehr, am 20. September geht es wieder zurück nach Katmandu. Phurba wird viel zu erzählen haben: Von Männern mit langen Haaren und Bärten, von einem kleinen Berg namens Kofel, von einem prunkvollen Schloss ohne König - und besonders von Walter, „my good friend in Bavaria“.

Ludwig Hutter

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