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Spezial-Service für Gäste der Passionsspiele: Polizei eskortiert bei G7-Gipfel Reisebusse nach Oberammergau

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Von: Manuela Schauer

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G7-Gipfel · Abreise US-Präsident Biden
Die Abreise des US-Präsidenten Joe Biden verursachte eine Sperrung der Protokollstrecke. Zu dem Zeitpunkt waren die Reisebusse längst nach Oberammergau unterwegs. © Philipp von Ditfurth

Dieses Erlebnis gab es als Zuckerl: Passionsgäste, die in Garmisch-Partenkirchen untergebracht waren, wurden im Konvoi nach Oberammergau gebracht. Angeführt von der Polizei.

Oberammergau – Wer die Passionsspiele in Oberammergau besuchen möchte, kann Arrangements buchen. Diese enthalten unter anderem bis zu zwei Übernachtungen, Tickets unterschiedlicher Kategorien sowie ein Drei-Gänge-Menü in der Pause der Aufführungen. Auch den Ortsbus und den Öffentlichen Personennahverkehr dürfen die Gäste am jeweiligen Spieltag gratis nutzen. Der G7-Gipfel in Schloss Elmau aber dürfte bei so manch einem für ein ganz besonderes Anreiseerlebnis gesorgt haben. Reisegruppen, die in Garmisch-Partenkirchen beherbergt waren, wurden am vergangenen Sonntag und Dienstag von der Polizei Oberammergau wie VIPs mit „Geleitschutz“ ins Ammertal gebracht. Ein Upgrade zum Nulltarif.

Den Spezial-Service konnten ausschließlich die Besucher in Anspruch nehmen, die in der Marktgemeinde in Bereichen mit vermehrten Einschränkungen untergebracht waren, sagt Martin Kees, Leiter der Polizeistation. „Damit sie sicher und ohne Umwege rauffahren konnten“ und pünktlich zur Aufführung erscheinen. Ein Fahrzeug stellte man dafür ab, das die Reisebusse eskortieren sollte. Wichtig sei schlichtweg gewesen, schnell und professionell zu handeln. Die Aktion, betont Kees, lief absolut unproblematisch ab.

Ungeplant frühe Abreise von US-Präsident Joe Biden

Selbst die überraschend frühe Abreise von US-Präsident Joe Biden am Dienstagvormittag, die eine zeitweise Sperrung der Protokollstrecke inkludierte, wirkte sich für die Gäste des Gelübdespiels nicht negativ aus. In der Früh hatte Gerhard Griebler von den Plänen des amerikanischen Staatschefs erfahren. Zügig musste der Geschäftsführer der Passionsvertriebs-GmbH reagieren und mit den Reiseleitern sprechen. Da blieb nur Zeit für eine „Katzlwäsche“, sagt er und lacht. Kurzfristig verlegte man den Transport-Termin um eine halbe Stunde nach vorne, sagt Sonja Steininger. Die Kriminalkommissarin saß im Polizeiwagen, die Busse im Schlepptau. Bereits um 9 Uhr begann man damit, die Gäste aus Garmisch-Partenkirchen hinauszubefördern. Passiert einem Busfahrer auch nicht alle Tage. Kein Wunder, dass einer das Erlebnis festhalten wollte und die Polizei um ein Foto mit seinem Fahrzeug und dem der Beamten davor bat. Der Wunsch wurde ihm erfüllt.

Zwei Optionen boten Griebler und sein Team den Betroffenen im Vorfeld an. Entweder sie fahren in einem „unchristlichen“ Zeitfenster vor acht Uhr in Richtung Oberammergau oder per Konvoi. Die meisten nutzten erstere Variante, um auch noch Linderhof oder Neuschwanstein zu besichtigen. Am Sonntag, dem ersten Gipfeltag, ließen sich 4 von 14 Bussen eskortieren, sagt der Vertriebschef, am Dienstag lediglich 2. Alle Besucher kamen pünktlich zur Aufführung.

Keine Beschwerden

Das große Muh und Mäh blieb dementsprechend aus. „Keiner hat gemeckert“, erzählt Griebler. Jeder wusste, dass G7 zu Einschränkungen führen kann. Gerade amerikanische Reiseleiter aus New York, Boston oder Washington würden das Spielchen kennen, „dass mal eine Interstate gesperrt wird“, meint der Experte.

Er zeigt sich überaus zufrieden mit dem Ablauf an den Gipfel-Tagen. Was für ihn eindeutig an der Vorbereitung lag. Früh hatten die Passionsverantwortlichen mit Kees einen Koordinator von der Polizei bekommen, um ihre Bedürfnisse abzustimmen. „Wir waren das Bindeglied zwischen G7 und dem Veranstalter“, erklärt Kollegin Steininger die Rolle der örtlichen Polizei. Griebler findet nur lobende Worte: „Das war einfach gut geplant.“ Von allen Seiten.

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