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Eine „Sommerspezialkarte“ wird es nächstes Jahr vom Passionsbeginn bis zum -ende im Wellenberg geben.

Für Einheimische gibt es ab 1. Januar 2020 keine Ermäßigung mehr

Preise im Oberammergauer Wellenberg ziehen an: „Familien nicht vergraulen“

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Besucher des Freizeitbads Wellenberg in Oberammergau müssen künftig etwas tiefer in die Tasche greifen. Der Gemeinderat debattierte über ein neues Preissystem.

Oberammergau – Jahresdefizite von einer Million Euro und darüber – daran hat man sich bei der Gemeinde Oberammergau inzwischen gewöhnt, wenn mal wieder die Wellenberg-Bilanzen auf den Tisch kommen. Jetzt galt es, „ein überarbeitetes Preissystem“ zu präsentieren, „um die teils sehr hohen Vergünstigungen abzubauen und diverse Dauerkarten zu überdenken“ (Geschäftsleiter Christian Ostler). Immerhin liegt die letzte Erhöhung bereits vier Jahre zurück. Dass dieses Thema bei den Gemeinderäten sehr kontrovers gesehen wird, zeigte sich bereits bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im April, als sämtliche Beschlüsse nur mit sehr knapper Mehrheit zu Stande kamen.

Auch jetzt im Gemeinderat baute sich gegen das vorgeschlagene Preissystem der Gemeindeverwaltung Widerstand auf. Weniger gegen den Plan, dass es zum Beispiel ab Jahresbeginn 2020 für „Einheimische“ (dazu zählen alle Bürger der Gemeinden im Ammertal) keine Eintritts-Ermäßigung mehr geben soll. Dies war den Räten keinen einzigen Einwand wert. Vielmehr entzündeten sich die Meinungsbeiträge an der Idee, die Jahreskarte für Familien (derzeit 367 Euro) abzuschaffen. Die bisherige Handhabung bezeichnete Geschäftsleiter Ostler als „extreme Subventionierung“.

Starker Widerstand von Rupprecht

Peter Held (Freie Wähler) hielt dagegen, dass es sich beim Wellenberg ja immer noch um ein Familienbad handle: „Genau da sollten wir doch nicht an der Preisschraube drehen.“ Er sprach sich auch dafür aus, gerade im Passionsjahr 2020 den Sommerspezialtarif nicht abzuschaffen. Kristina Rupprecht (Bio-Liste) unterstützte Held: „Wir dürfen die Familien nicht vergraulen, dass sie nicht mehr ins Bad gehen, weil es für sie zu teuer geworden ist. Es wird doch auch immer gesagt, wie wichtig es ist, dass die Kinder heute schwimmen lernen.“ Familien, die im Urlaub nicht ans Meer fahren könnten, müssten es sich leisten können, in den Wellenberg zu gehen. Ostler entgegnete darauf: „Kein anderes Bad in der Region hat diese Familienkarte. Wir müssen schon auch auf die Kosten schauen.“ Ludwig Utschneider forderte: „Die Erhöhung muss mit Maß und Ziel sein. Ein ,Tabula rasa’ bringt keine Verbesserung.“ Als „Farce“ und „schlechtes Signal an die Familien“ wertete Maria Hochenleitner (Bio) die Pläne. Der Geschäftsleiter stellte sodann klar, dass der Gemeinderat eindeutig erklären müsse, was er wolle: „Dann machen wir das so. Das ist Eure Entscheidung.“

Sommerspezialkarte während der Passion

Mit klarer Mehrheit – bei zwei bzw. drei Gegenstimmen – kam das Gremium dann überein, die neuen Standardtarife, den Familien- und Saunatarif (siehe Kasten oben links) wie geplant zu verabschieden. Sie gelten nun ab dem 1. Januar nächsten Jahres. Die künftigen Preise von weiteren Tarifen werden von der Gemeindeverwaltung ausgearbeitet und kommen dann erneut zur Abstimmung auf den Tisch des Gemeinderats. Die Vorgaben lauten: Die Sommerspezialkarte bleibt bestehen, der Preis wird angepasst. Die Regelung für 2020 soll hier so ausschauen, dass diese Karte für die gesamte Dauer der Passionsspiele gilt. Aktuell zahlen Erwachsene dafür 91 Euro, Kinder 45 Euro und Familien 149 Euro. Auch die Jahreskarte für Familien soll es weiter geben, dies muss aber noch von den Kommunalpolitikern abgesegnet werden.

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