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Geniale Erfindung: Surfen ohne Wind und Wellen

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Surfspaß ohne Wind und Wellen: Das E-Board – hier bei einem Test auf dem Staffelseee – macht’s möglich. Foto: Regina Pauli
Surfspaß ohne Wind und Wellen: Das E-Board – hier bei einem Test auf dem Staffelseee – macht’s möglich. Foto: Regina Pauli

Oberammergau - Maschinenbau-Ingenieur Markus Schilcher aus Oberammergau hat ein neuartiges, elektrobetriebenes Surfbrett entwickelt. Vier Jahre hat er dafür gebraucht.

Still ruht der See, kein Lüftchen ist zu spüren. Plötzlich rauscht aus dem Nichts ein Surfer heran, der mit ordentlichem Tempo seine Kurvenlinie ins Wasser zeichnet. Beobachter erstarren. Eine Fata Morgana? Mitnichten! Der Wassersportler könnte Markus Schilcher gewesen sein. Der Oberammergauer Maschinenbau-Ingenieur hat nach mehrjähriger Entwicklungszeit eine revolutionäre Erfindung gemacht - ein Surfbrett, das elektrisch betrieben wird. Am Samstag, 7. Juni, wird der neue Electrosurfer „Waterwolf“ um 14 Uhr im Wellenberg (altes Becken) in Oberammergau erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Interessierte Freizeitsportler können bei diesem Test live dabei sein, müssen „nur“ den Eintritt ins Bad zahlen.

Schilcher weiß momentan nicht, wo ihm der Kopf steht: „Das Ganze ist schon ein Riesenact. Laufend gibt’s Anfragen.“ Tatsächlich hat der 49-Jährige schon rund 20 Vorbestellungen auf sein Wunderbrett, jeweils drei verkaufte er vor kurzem nach Brasilien und Frankreich. Dabei kostet solch’ ein Board, je nach Ausstattung, zwischen 7000 und 9900 Euro.

Es war ein langer Weg, bis der Diplom-Ingenieur beim „Waterwolf“ alles in trockenen Tüchern hatte. Vor vier Jahren reifte bei ihm die Idee, ein elektrobetriebenes Surfbrett zu bauen. Unter dem umgebauten Board, das Schilcher als Spezialanfertigung beim weltgrößten Surfbretthersteller in Thailand in Auftrag gegeben hat, sind ein 58 Volt Lithium-Ionen Akku und ein leistungsstarker 5 kW Elektromotor angebracht. Sie treiben das Brett an, bringen eine Geschwindigkeit bis zu 25 km/h. Fest montiert auf dem Surfbrett ist ein Startknopf, dazu hält der Surfer einen funkgesteuerten Gasgriff in der Hand, mit dem er beim Dahingleiten das Tempo regulieren kann. Jedes Brett verfügt außerdem über eine sogenannte „Stop-Leine“, die sofort den Antrieb stilllegt.

Für seine Erfindung, auf die er das Patent hat, musste Markus Schilcher diverse behördliche Hürden nehmen. Nach Vorlage entsprechender Sicherheitsstandards gab das Bayerische Wirtschaftsministerium Grünes Licht, dass der „Electrosurfer“ auf Seen der Kategorie 1 im Freistaat benutzt werden darf. Das sind derzeit der Starnberger See, der Ammersee, der Chiemsee und der Tegernsee. Außerdem braucht Jeder, der ein solches, mit Akku bis zu 25 Kilo schweres E-Board erwirbt (alles dazu über die Homepage www.waterwolf.de) eine Genehmigung vom zuständigen Landratsamt.

(hut)

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