Gottsuche im Urlaub

Oberammergau - Oberammergau und Altötting, zwei religiöse Zentren in Bayern. Jetzt haben beide Orte eine neue Werbe-Kooperation im Tourismus geschlossen.

Wellness, sportliche Aktivitäten, Kunst und Kultur. Breit gestreut sind heute die Interessen von Urlaubern: Neben dem Erholen spielt auch immer mehr das Erleben eine Rolle in den "schönsten Wochen des Jahres".. Ein "deutlich wachsendes Nischensegment" stellen nach den Worten von Jörg Christöphler, Geschäftsführer der Ammergauer Alpen GmbH, religiös motivierte Reisen dar. "Spirituelle Selbstfindung" heißt das Zauberwort, und von diesem Kuchen will künftig auch die Region um Oberammergau ein Stück haben.

Aus diesem Grund ist der Passionsort jetzt mit Altötting eine "Werbe-Kooperation" eingegangen: Gemeinsam haben beide Gemeinden eine Broschüre in Deutsch, Englisch und Italienisch in einer Gesamtauflage von 13 000 Stück herausgebracht, mit der um religiös motivierte Reisende geworben werden soll.

Keine Frage: Oberammergau und Altötting haben über die Grenzen Bayerns hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad, einmal als Marien-Wallfahrtsort, und dann eben als Schauplatz des Gelübdespiels vom Leben und Sterben Jesu.

In einer Presseerklärung zitieren die Ammergauer Alpen den bekannten Zukunftsforscher Matthias Horx, der die Ansicht vertritt, "dass immer mehr gestresste und ausgebrannte Menschen Urlaubsangebote mit spirituellem Mehrwert suchen". Grund genug für die "Bayern Tourismus Marketing GmbH", diese Nische mit bekannten Namen zu besetzen, denn es gebe kaum ein anderes Bundesland, das sich seiner christlichen Wurzeln so bewusst sei. Als "Vorreiter" werden hier eben Altötting und Oberammergau gesehen, als "religiöse Zentren in Bayern".

In der neuen Broschüre wird der Leser über Hintergründe und Wissenswertes ebenso informiert wie über besondere Pauschalen. Beispiele sind das "Altöttinger Pilgerwochenende" und das Vier-Tages-Programm "Kirchen, Klöster und Kultur" in den Ammergauer Alpen (ab 499 Euro pro Person/DZ im Vier-Sterne-Superior-Hotel buchbar). Mit letzterem Angebot soll dem kunsthistorisch interessierten Urlauber "die Vielfalt dieser einzigartigen Kulturregion mit dem Weltkulturerbe der Wieskirche" näher gebracht werden.

Auch Jörg Christöphler setzt auf die "Achse Oberammergau-Altötting". Dass das Nischensegment "Spirituelle Selbstfindung im Urlaub" stetig wächst, mag man auch an dem derzeitigen Boom ersehen, den der Jakobsweg in Spanien erlebt. Hape Kerkelings Buch darüber ("Ich bin dann mal weg") wurde bereits über drei Millionen mal verkauft.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare