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Eine potenzielle Geldquelle ist die Kiesgrube beim Wellenberg. Bevor es so weit ist, steht noch viel Arbeit an.

Wie geht es weiter?

Kiesgrube am Wellenberg: Noch keine tiefere Erkenntnis

Seit Jahren beschäftigt die Kiesgrube nördlich des Wellenbergs die Oberammergauer Gemeinderäte. Sie kommen der Option, das Gebiet touristisch zu nutzen, nur langsam näher. Wieder mal geht es um ein Detailgutachten.

Oberammergau – Wiesen, wilde Büsche und viele Bäume: Die Flächen nördlich des Wellenbergs lassen nicht erahnen, was es mit ihnen auf sich hat. Weder, dass unter ihnen im Verborgenen eine mögliche Gefahr schlummert. Noch dass sie Standort für ein Luxushotel sein könnten. Die so genannte Kiesgrube in Oberammergau ist eine potenzielle Geldquelle für die Gemeinde. Doch bevor sie die Flächen entwickeln und veräußern kann, ist noch viel Arbeit zu erledigen. Das Gebiet diente in den 1950er und 60er Jahren als Halde für Hausmüll. Was damals bequem war, ist heute ein Problem, das sich nur kompliziert lösen lässt. Im Gemeinderat ging es nun einmal mehr darum, ein Gutachten in Auftrag zu geben.

„Der Boden ist bereits untersucht worden“, rief Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei) im Gremium in Erinnerung. Von 2010 bis 2012 hatte das Büro Andreas Ther Umweltconsulting die einstige Halde begutachtet. Damals hieß es, dass dort große Mengen an Hausmüll, etwa 45 000 Tonnen „auffälliges Material“ auf 22 500 Kubikmetern, liegen. Diese Erkenntnisse haben das Landratsamt, wie Nunn erklärt, veranlasst, mehr Informationen zu verlangen. Geklärt werden muss nun, ob das Material „eine Gefahr für die Luft, das Wasser oder den Boden“ darstellt. Die Ausschreibungsunterlagen und das Untersuchungskonzept wurden ebenfalls vom Büro Ther erstellt.

Im Gemeinderat ging es jetzt um die Finanzierung der nächsten Schritte. Dem Bürgermeister zufolge bestand wieder die Möglichkeit, einen Fördervertrag mit der Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern zu unterzeichnen. Der große Vorteil dabei: „Der Eigenanteil der Gemeinde liegt nur bei 62 000 Euro.“

Wenn die Ergebnisse der nächsten Untersuchung vorliegen, besteht mehr Klarheit zu den möglichen Optionen: Geht von der ehemaligen Deponie keine Gefahr aus, könnte die Gemeinde das Gebiet einfach unangetastet lassen. Sie kann sich aber auch entscheiden, den Müll auszugraben und damit das Grundstück – das baurechtlich als touristisches Sondergebiet gilt – aufzuwerten und zu veräußern. Geht Gefahr von dem uralten Müll aus, muss sie ohnehin tätig werden.

Wie teuer es wäre, das Material zu entsorgen, wurde nicht genannt. Auch gibt es keine Zahlen, die aufzeigen, welchen Wert das Grundstück überhaupt hat. Das Projekt wird die Gemeinde noch lange beschäftigen.

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