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Rückblick auf 2010 – die erste Volksprobe im Passionstheater. Jeder der 2400 Mitwirkenden hat eine ganz bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Für die Hausordnung gelten dabei klare Regeln und Vorgaben. 

Hausordnung für das Theater regelt die Abläufe bei den Vorstellungen im kommenden Jahr

Bei den Passionsspielen Oberammergau sind Handys auf der Bühne absolut tabu

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Handys sind heute im Alltag allgegenwärtig: Nächstes Jahr ist allerdings in Oberammergau Enthaltsamkeit gefordert.

Oberammergau – 103 Vorstellungen wird Oberammergau bei den 42. Passionsspielen 2020 vom 16. Mai bis 4. Oktober stemmen. Für die Verantwortlichen ist dies jedes Mal eine logistische Herausforderung, rund 2000 Mitwirkende vor und hinter der Bühne so zu lenken, dass ein Rädchen in das andere greift. Ohne Regeln und Vorgaben ist ein solches Massenereignis praktisch nicht durchführbar. Aus diesem Grund hat jetzt der Werkausschuss mit 7:2-Stimmen eine Hausordnung für das Passionstheater erlassen. Sämtliche Mitwirkende und Mitarbeiter bekommen mit ihrem Arbeitsvertrag ein Exemplar zugestellt.

Rund eine Stunde beschäftigte sich der Gemeinderatsausschuss mit der Thematik. Vor allem die beiden Freie-Wähler-Vertreter Ludwig Utschneider und Michael Fux hatten zahlreiche Nachfragen. Wohl der Umstand, dass sie mit ihrem Antrag, mit einem eigenen Paragraphen ein Rauchverbot im Passionstheater zu verankern, scheiterten (3:6), mag das Duo schließlich dazu bewogen haben, der vorgelegten Hausordnung die Zustimmung zu verweigern. Mit ihrem Vorstoß zielten Utschneider und Fux auf das Rauchverhalten von Spielleiter Christian Stückl im Passionsgebäude ab. Bürgermeister Arno Nunn begründete die Nicht-Aufnahme damit, dass es geltendes Recht sei, dass in öffentlichen Gebäuden nicht geraucht werden dürfe. Michael Fux hatte dagegen gehalten, ein Rauchverbot sei bei anderen Gebäuden sehr wohl Bestandteil der dortigen Hausordnungen.

Kein Alkohol während der Aufführungen

Weniger Dissens gab es bei anderen Punkten, nur mitunter wurde leicht an den Stellschrauben gedreht. Unter Paragraph 8 heißt es, dass die Einnahme von Speisen und Getränken im Bühnenbereich nicht gestattet wird. Da bedeutet auch, wie Werkleiter Walter Rutz ausführte, „dass während der Arbeitszeiten und Aufführungen auf und hinter der Bühne ein absolutes Alkoholverbot herrscht, schon allein aus Haftungsfragen“. Und in den Garderoben? Wie Michael Fux wissen wollte. Dazu Rutz: „Ich sehe es nicht als meine Aufgabe an, durch die Garderoben zu laufen und zu kontrollieren.“

Klartext sprach jedoch Spielleiter Christian Stückl bei einer anderen Sache: „In den Garderoben wird es nach Vorstellungsende keine Festl mehr geben. Um noch ein bissl zu feiern, kann man in die Kantine gehen.“ Außerdem steht in der Hausordnung geschrieben, dass ab 23.45 Uhr für Mitwirkende und Mitarbeiter der Aufenthalt im Passionstheater grundsätzlich nicht mehr gestattet ist. Kulanter sind die Verantwortlichen beim Essen: „I werd’ koa Brotzeit oder koan Kuachn in de Garderoben verbieten, des hot owei scho dazuag’hört“.

Ein weiterer Punkt – die Handynutzung. Dazu heißt es in dem Papier wörtlich: „Das Mitführen von Mobiltelefonen . . . ist im Bühnen- und Orchesterbereich strengstens untersagt, ebenso die Nutzung dieser Geräte in den Gängen des Garderobenbereichs während der Aufführung . . .“ Auch verboten: Handy-Fotos während der Vorstellung. Dazu Christian Stückl: „Wer sein Handy auf der Bühne dabei hat, wenn gespielt wird, sollte sich nicht erwischen lassen.“

Erstmals überhaupt gibt es bei der Passion im nächsten Jahr für sämtliche Mitwirkende und Mitarbeiter einen Akkreditierungsausweis mit integriertem Chip. Mit dieser Hartplastikkarte erfolgt die Registrierung, was wiederum eine direkte Auswirkung auf das jeweilige Honorar hat. Also: Ohne Registrierung kein Geld. Die missbräuchliche Verwendung dieser Chipkarten, wenn man zum Beispiel eine Karte für einen nicht anwesenden Mitwirkenden benutzt, kann zum Ausschluss beider Personen führen. Eine weitere Regelung: Ist ein Sprechrollenträger oder Chor-/Orchestermitglied für eine Aufführung erkrankt oder aus einem wichtigen Grund verhindert, muss er seine Abwesenheit spätestens bis 11 Uhr dieses Tages über eine Hotline des Eigenbetriebs Kultur bekannt machen.

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