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Rund 5000 Besucher werden zum 6. Heimatsound-Festival in Oberammergau erwartet.

Bedenken wegen der Sicherheitsvorkehrungen

Heimatsound-Festival: Bürger wendet sich an Regierung - „Eine Panik ist nicht auszuschließen“

  • Ludwig Hutter
    vonLudwig Hutter
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Freude pur vermittelt jedes Jahr das Heimatsound-Festival in Oberammergau bei seinen Besuchern. Unmittelbar vor der sechsten Auflage sorgte jetzt ein Brief für reichlich Verwirrung.

Oberammergau – Voller Tatendrang und Elan waren die Verantwortlichen der Passionstheater GmbH in Oberammergau in dieser Woche mit den Vorbereitungen des 6. Heimatsound-Festivals befasst. Mitten hinein platzte dann am Mittwoch ein Schreiben des Landratsamtes: Darin wurden die Veranstalter aufgefordert, den genehmigten Sicherheitsbescheid der Gemeinde vorzulegen sowie eine Stellungnahme zu einem Schreiben eines Bürgers abzugeben. Ein Einwohner hatte sich an die Regierung von Oberbayern gewandt mit der Bitte um Überprüfung, ob für das Festival überhaupt eine Genehmigung vorliege. Die Regierung leitete den Brief an das Landratsamt weiter, das wiederum die Passionstheater GmbH um eine Stellungnahme ersuchte.

Der Absender äußerte in seiner Zuschrift an die Regierung Bedenken, ob das Heimatsound-Festival bei den gegebenen Rahmenbedingungen im Passionstheater (Schrägboden, viele Zuschauer, Alkoholausschank, abgedunkelte Halle) „überhaupt genehmigungsfähig ist“. Für ihn als Ingenieur sei dies kaum vorstellbar. Wörtlich schreibt der Bürger: „Im Falle eines unerwarteten Ereignisses – lauter Knall, gezündeter Feuerwerkskörper, etc. – ist eine Panik nicht auszuschließen. Da die Sicht schlecht ist und keine Abtrennungen im Zuschauerraum vorhanden sind, könnten die vorne an der Bühne Stehenden gegen diese gedrückt werden, mit unvorstellbaren Folgen . . .“

Zu viele Unsicherheiten und Risikofaktoren seien vorhanden, heißt es in dem Brief weiter, um unter allen Umständen einen sicheren Ablauf zu gewährleisten. Wer sich das Love-Parade-Areal in Duisburg einmal angesehen habe, könne sich nicht vorstellen, welches Inferno sich dort abgespielt habe. Abschließend betont der Schreiber noch, dass es ihm nicht darum gehe, das Heimatsound-Festival zu verhindern. Er möchte aber „Schaden von der Gemeinde abwenden“.

Die Veranstalter des Festivals, die den Brief übrigens auf ihre Facebook-Seite gestellt haben, reagierten auf die Mutmaßungen des Bürger mit Kopfschütteln und völligem Unverständnis. GmbH-Geschäftsführer Frederik Mayet: „Wir wären ja schön blöd, wenn wir so eine Veranstaltung ohne Genehmigung durchführen würden.“ In den vergangenen Wochen habe es mit den Behörden, mit Polizei, Feuerwehr, Rotem Kreuz und Security-Agenturen viele Besprechungen gegeben, „in denen wir alle Eventualitäten durchgesprochen haben“. Die Auflagen nach der Versammlungsstättenverordnung seien in vollem Umfang erfüllt worden – Mayet weiter: „Wir haben zum Beispiel die Sitzreihen im Passionstheater nur soweit ausgebaut, wie es die Neigung nach rechtlichen Vorgaben zulässt.“ Die Ergebnisse der Treffen seien dann in den Sicherheitsbescheid der Gemeinde mit eingeflossen, worauf die Veranstaltung genehmigt wurde.

Geschäftsführer Mayet möchte auf den Brief des Bürgers, und was diesen offenbar antreibt, nicht näher eingehen, zeigt sich nur sehr verwundert über das Gebaren: „Mir fehlt dafür jegliches Verständnis. Was wollen solche Leute eigentlich bezwecken?“

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