Alles durchkalkuliert von A bis Z: Sepp Feichtner (l.) und Stephan Burkhart (r.) haben mit Erich Fischer die Lizenz für den Vertrieb von Passionsartikeln. foto: hutter

Hier bedient Pilatus höchstpersönlich

Oberammergau - T-Shirts, Mousepads, Kerzen und Goldketten: 40 verschiedene Souvenir-Artikel werden bei den Passionsspielen 2010 in Oberammergau vertrieben.

1959 war es, als Bill Ramsey trällerte: „Souvenirs, Souvenirs“. Auch die Besucher der Passionsspiele wollen nicht ohne ein Andenken, ohne ein Mitbringsel die Heimreise antreten. Die Lager in Oberammergau sind gefüllt. 20 000 wärmende Decken, dazu 12 000 Stoffesel und noch weitere 38 verschiedene Produkte warten ab dem 15. Mai, dem Tag der Premiere, auf die Passionsgäste aus dem In- und Ausland.

Über Monate haben sich Stephan Burkhart, Sepp Feichtner und Erich Fischer intensiv Gedanken gemacht über das Souvenir-Angebot, und dabei jeden einzelnen Artikel mit dem Lenkungsausschuss der Spiele abgesprochen. Denn eines ist klar: „Kitsch, geschmack- oder pietätlose Ware kommt nicht über den Verkaufstisch“, sagt Burkhart. Lebkuchenherzen à la Oktoberfest mit dem Passions-Logo, Jesus-Torten oder Schneekugeln mit der Kreuzigungsszene sucht man vergebens. Dennoch sei es nicht einfach gewesen, einen Kompromiss zu finden zwischen dem künstlerischen Anspruch und Souvenirs, die von Kunden nachgefragt würden, „aber wir haben, glaube ich, einen ganz guten Mittelweg gefunden“.

Burkhart (beim Passion übrigens in der Rolle des Pilatus), Feichtner und Fischer, die sich unter dem Firmennamen „Shirts’n Jäger“ zusammengeschlossen haben, sind die Lizenznehmer für Passionsartikel, die einzigen. Ihr Konzept hat den Gemeinderat überzeugt. Noch bei den Spielen 2000 waren es deren sieben Händler, die Artikel vertreiben durften. Das Trio kommt aus der Textil- und Souvenirbranche, kennt das Geschäft, wie Feichtner betont: „Wir wissen schon, wie der Hase läuft, und haben alles komplett ausgetüftelt“.

Die Palette des Angebots reicht von T-Shirts, Fleece-Jacken über Caps, Schlüsselanhänger, Mousepads, kleinen Stoff-Eseln bis hin zu Ketten, Amuletten, Kerzen und Wanderstöcken. Die Preise liegen zwischen 2,95 Euro für Pins und 98 Euro für eine Goldkette mit dem Ammergauer Schutzengel. Alles werde in Europa hergestellt, die Artikel hätten das EU-Zertifikat.

Auch die Qualität ist für Stephan Burkhart ein Anspruch: „Manche bei uns im Dorf tragen noch immer Sweat-Shirts oder Käppis von der Passion 2000.“ Das Lager in der Schnitzlergasse 9, schräg gegenüber von der Buch- und Bildstelle der Passion, ist gut gefüllt, „aber wir können jederzeit nachbestellen“, versichert Sepp Feichtner.

Ab der kommenden Woche hat das Geschäft täglich von 9 bis 11 Uhr und von 15 bis 18 Uhr geöffnet, das auch Passions-Poster und -Flyer bereithält. Dort einkaufen können aber nicht Bürger, Besucher oder Endverbraucher, sondern nur Gewerbetreibende, Vermieter und Hoteliers mit Gewerbeschein. Die festgelegten Verkaufspreise sind für die einzelnen Artikel bindend.

Voller Spannung blickt das Trio dem Beginn der Spiele entgegen, „auch was das Kaufverhalten der Besucher anbetrifft“, erklärt Feichtner. Von einem Artikel ist er überzeugt, „dass er sicher gut gehen wird - das sind die Decken.“ Abends könne es im Passionstheater nämlich ganz schön kühl werden, auch im Sommer. Das wissen in der Regel Gäste, die aus der Sonne Floridas anreisen, nicht.

Ludwig Hutter

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