Fleißige Sammlerinnen mit blauen Säcken: 200 Teilnehmer haben sich für die Aktion angemeldet, die am 11. September stattfindet.
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Fleißige Sammlerinnen mit blauen Säcken: 200 Teilnehmer haben sich für die Aktion angemeldet, die am 11. September stattfindet.

Plätze binnen weniger Tage vergeben

Aufräumaktion im Ammertal: Im Griff der Bambuszangen

Die Ammertalgemeinden packen an: Mit einer großen Aufräumaktion am 11. September soll die Natur von Plastik und sonstigem Unrat befreit werden. Das Ramadama erhält unfassbar hohen Zuspruch.

Ammertal – Das Zeitfenster sollte so lange offen bleiben, bis alle Plätze vergeben sind. Aber dass dies so schnell der Fall sein wird, damit hat Marc Schauberger nicht gerechnet. Der Verein König Ludwig Lauf, dessen geschäftsführender Vorsitzender Schauberger ist, der Naturpark Ammergauer Alpen sowie die Firma Ziener haben sich zusammengeschlossen, um im Rahmen der Initiative „Valley Green Up“ eine Aufräumaktion in den Ammertalgemeinden zu organisieren. Und in gerade einmal fünf Tagen meldeten sich 200 Müllsammler für das Event am Samstag, 11. September, an.

Kurz darauf hieß es für die Beteiligten: verpacken, verschnüren, verschicken. Immerhin versprach man Angemeldeten eine „Green Up Box“ pro Haushalt, ein Paket gefüllt mit einem Sammelset aus Bambuszange, Maisstärkebeutel und Handschuhen sowie einem Energieriegel, einer Wanderkarte, einem T-Shirt, einer Trinkflasche und anderen nützlichen Begleitern für die Tour. Aber diese Box sollte nicht allein an die Teilnehmer gehen, sondern auch an Engagierte, die Müll sammeln wollen, aber am 11. September keine Zeit dazu finden. An diese wurden 100 Pakete kostenlos verschickt, 200 Boxen sind für die Tourengänger bestimmt, verrät Schauberger.

Die Initiatoren haben mit der Gründung ihrer Initiative „Valley Green Up“ beziehungsweise der Aufräumaktion das Rad nicht neu oder gar erst erfunden. Wie Arvis Robalds, Produkt- und Eventmanager bei der Ammergauer Alpen GmbH, mitteilt, gibt es schon ähnliche Sammelaktionen, etwa in Garmisch-Partenkirchen oder Bad Tölz. „Wir wollen keine Konkurrenz sein“, betont er. Vielmehr wolle man eine eigene Aktion für die Region starten.

Mit Hilfsmitteln können die Teilnehmer den Müll aufnehmen, ohne sich die Hände schmutzig zu machen. 

In der Region wird im September an verschiedenen Startpunkten mit Bambuszangen nach Schokoriegelpapier gegriffen, etwa in Bad Kohlgrub und Bad Bayersoien, in Altenau, Unterammergau oder Ettal. Auf die Eingänge der Anmeldungen angesprochen, meint Schauberger, dass das Graswangtal sehr begehrt gewesen sei, das „war ganz schnell ausgebucht“, erinnert er sich. Ebenfalls rasch mit Müllsammlern besetzt sei das Hörnle gewesen. „Das kennen halt viele.“ Nicht nur viele Einheimische, sondern auch zahlreiche Auswärtige. Nicht allein Hiesige wollen auf Müll-Wanderschaft gehen. Es gibt auch Teilnehmer aus Weilheim oder gar München. Diese aber, da ist sich Robalds sicher, kämen nicht extra für die Aktion ins Ammertal, sondern würden ohnehin zum Wandern rausfahren, nun also Schönes mit Sinnvollem verbinden.

Sicherlich sinnvoll wird es sein, am 11. September Ausschau nach Plastik und Papier zwischen den Sträuchern zu halten. Auch wenn Robalds glaubt, dass das Müllproblem im Ammertal „normal“ sei, berücksichtige man das Besucheraufkommen. „Durch den Lockdown ist einiges da, was weggeräumt gehört“, denkt Schauberger. Den Vorwurf, Taschentücher und Verpackungen absichtlich in der Natur zu hinterlassen, möchte man mit der Aktion aber niemandem machen, vielmehr wolle man einfach auf das Thema aufmerksam machen, erläutert Robalds.

Die Organisatoren wollen darauf achten, dass coronakonform gesammelt wird. Das aber sollte angesichts der breit gestreuten Routen gepaart mit einer beschränkten Teilnehmerzahl kein Problem sein. Eine große Party wird es am Ende nicht geben, dafür aber einen Ausklang mit Essen und Trinken am Lagerfeuer.

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