Aus der Zeit um 1910 stammt diese Ansicht mit dem Christusbrunnen, wie er schon mal am Museumsplatz stand.

Kastanie am Max-Streibl-Platz stört

Oberammergau - Der Museums-Vorplatz bzw. Max-Streibl-Platz in Oberammergau soll neu gestaltet werden - dazu müsste ein großer Baum in der Platzmitte gefällt werden.

Für Wolfgang Proksch (Mit Augenmaß) ist’s ein „Schandfleck“ und alles andere als ein Vorzeigeobjekt. Werkleiter Walter Rutz will daher richtig viel Geld in die Hand nehmen (geschätzte 100 000 Euro) und „einen repräsentativen Platz schaffen“. Die erste Hürde dafür ist jetzt schon mal im Oberammergauer Werkausschuss genommen worden, allerdings muss der Gemeinderat noch sein O.k. für die endgültige Planung geben. Mit 6:3-Stimmen segneten die Ausschussmitglieder die Umgestaltung des Max-Streibl-Platzes (Museumsvorplatz) im Ortszentrum ab.

Aufs Tablett kam das Thema, als der Werkausschuss bei einer Sitzung im vergangenen November die Restaurierung der Museumsfiguren „Vier Jahreszeiten“ beschloss, und dabei feststellte, dass die Sicht auf die Figuren aufgrund des dort befindlichen großen Kastanienbaums eingeschränkt sei. Daher beauftragte das Gremium die Werkleitung, Konzepte für eine Neugestaltung des Vorplatzes zu entwickeln. Beim Treffen jetzt am Montag entwickelte sich eine lebhafte Diskussion zwischen einzelnen Gemeinderäten, wo man welche Skulpturen bzw. Kunstwerke aufstellen sollte oder könnte. Am Max-Streibl-Platz steht seit 15 Jahren auf einem hohen Sockel ein Bronze-Rottwagen des Künstlers Hubert Lang, der an die historische Handelsstraße zwischen Venedig und Augsburg erinnern soll, an der das Passionsdorf einst lag. Diese Skulptur war das Siegermodell eines Brunnen-Wettbewerbs, den die Gemeinde 1998 initiiert hatte. In der Debatte des Ausschusses mehrten sich die Stimmen, wonach der Rottwagen woanders im Ort aufgestellt werden solle. Laut Walter Rutz gebe es im Vertrag mit dem Künstler keinen rechtlichen Anspruch, dass das Siegermodell am Max-Streibl-Platz als Brunnen zu realisieren sei. Seinerzeit konnte Lang sein Modell aufgrund fehlender Finanzmittel nicht optimal gestalten.

Als Option schlug der Werkleiter vor, den Christusbrunnen vom Altherrenweg wieder auf dem Platz vor dem Heimatmuseum aufzustellen. Diesem Vorschlag zeigten sich mehrere Gemeinderäte zugetan. Wie etwa Frederik Mayet (Mit Augenmaß): „Das hätte Charme und würde an alte Zeiten anknüpfen“. Florian Schwarzfischer warf Rutz Aktionismus vor: „Da kommt unterm Strich nichts Vernünftiges heraus, wenn jetzt in Windeseile ein Projekt durchgezogen wird.“ Allerdings sprach sich der BIO-Vertreter für eine Beseitigung der Kastanie aus: „Gut, dass es bei uns keine Baumschutzverordnung gibt.“ Der Baum sei zwar nach Aussage von Andreas Eitzenberger vom Bauamt gesund, doch bei einer Neugestaltung des Platzes wirke er störend - so die Meinung mehrere Ratsmitglieder. Maria Hochenleitner (BIO) hat „Bauchweh, den Baum zu entfernen“. Die Bevölkerung könnte hier auf die Barrikaden gehen.

Werkleiter Walter Rutz schlug vor, vier Kugelbäume zu pflanzen. Damit sei Ersatz für die Kastanie geschaffen. Bürgermeister Arno Nunn ergänzte, dass auch schon bei einer Qualikom-Begehung diskutiert worden sei, „den Platz wieder freizumachen“. Ludwig Utschneider von den Freien Wählern verlangte, dass bei einer Nichtverwendung des Rottdenkmals zu überlegen sei, an welcher Stelle im Ort es dafür aufgestellt werden könne.

Mit einer 6:3-Mehrheit beschloss der Werkausschuss, das Konzept mit dem Christusbrunnen umzusetzen und die Baumfällung zu beantragen. Dagegen stimmten Maria Hochenleitner, Utschneider und Michael Fux. Die beiden Freien Wähler begründeten dies damit, dass vor einer Umsetzung eine Feinplanung, eine Ortsbegehung und Alternativstandorte für das Rottwagen-Denkmal erarbeitet werden müssten. Endgültig beschließen muss nun der Gemeinderat.

(hut)

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