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Platz für einen Anbau gibt es im Garten des Oberammergauer Kindergartens Regenbogen. 

Gemeinderat plant neue Gruppe

Kindergartenplätze in Oberammergau bald Mangelware

Heuer kommt Oberammergau noch über die Runden: Aber ab nächstem Jahr fehlen 42 Kindergartenplätze – vorerst nur auf dem Papier. Nun wird der Ausbau des Kindergartens Regenbogen geplant. Kostenpunkt: rund eine halbe Million Euro.

Oberammergau – Schaut man sich die Zahlen für die vergangenen Jahre an, dann gibt es in Oberammergau zwei Phänomene: Zum einen sind mehr Menschen als früher in das Dorf gezogen, das inzwischen 5400 Einwohner hat. Zum anderen gibt es wieder viel mehr Babys. Eine Folge davon ist, dass die Gemeinde nicht mehr genügend Kindergartenplätze zur Verfügung stellen kann. „Im Kindergarten Regenbogen werden wir zum Mai 2018 die maximale Auslastung erreichen“, erklärte Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei) in der Sitzung des Gemeinderates. In der Einrichtung Kunterbunt wird bereits im April 2018 das Ende der Fahnenstange – in beiden Häusern werden je 75 Kindergarten- und 15 Krippenplätze angeboten – erreicht sein. Weil die Kommune gesetzlich verpflichtet ist, Betreuungsmöglichkeiten anzubieten, muss sie aktiv werden. Im Gremium wurden insgesamt fünf Lösungsvarianten vorgestellt. Billig war keine davon.

Geplant ist, eine zusätzliche Regelgruppe einzurichten, in der 25 Buben und Mädchen untergebracht werden können. Auf dem Papier reicht das freilich nicht. Denn: „Nach heutigem Stand haben 42 Kinder einen Rechtsanspruch auf einen Krippen-, beziehungsweise Kindergartenplatz“ ab kommendem September. Aber, betonte Verwaltungs-Geschäftsführer Christian Ostler: Nicht jedes Kind soll, sobald es ein Jahr alt ist, auch gleich in einer Einrichtung abgegeben werden.

Deshalb plant die Gemeinde mit 25 neuen Plätzen. Der Raum dafür könnte zum einen im Speicher des Kindergartens Kunterbunt (Kosten: rund 450 000 Euro) oder als Erweiterung in Holzbauweise an den Kindergarten Regenbogen (Kosten rund 500 000 Euro) geschaffen werden. Bei dieser Investition bleibt es allerdings nicht: Jeweils hinzukommt die Einrichtung von zusätzlichen Kapazitäten für die Mittagsbetreuung. Außerdem muss neues Personal – das heißt im Klartext drei neue Mitarbeiter – eingestellt werden.

Das gilt auch für die Variante, den Regenbogen-Kindergarten in Modulform zu erweitern. Die wohnlichen Container, die mit einer Holzfassade verkleidet wären, kann man mieten oder kaufen. Preislich sei dies mit einem Betrag von rund 100 000 Euro verlockender. Markus Köpf (CSU) hat als Schulrat mit dem Container-Einsatz für Schulklassen aber „genügend“ Erfahrungen gesammelt. „Nach zehn Jahren sind die durch“, sagte er. Zumal im Gremium breite Einigkeit bestand, dass die in Aussicht gestellte Förderung genutzt werden sollte: Im Rahmen des Investitionsprogramms „Kinderbetreuungsfinanzierung“ kann mit bis zu 85 Prozent Förderung für Baumaßnahmen, die 25 Jahre Bestand haben, gerechnet werden.

In der mehr als einstündigen Diskussion gab es für die Variante, den Waldkindergarten mit einem zweiten Gruppen-Bauwagen auszustatten, wenig Raum. Die Mehrheit (17:1 Stimmen) war dafür, dass im Kindergarten Regenbogen gut für eine feste bauliche Erweiterung geeignet ist. Diese wird nun im Detail vom Bauamt geplant.

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