Ein ganz besonderes Erlebnis für die Zuschauer ist jedes Mal der Massenstart über 50 Kilometer klassische Technik, der am Sonntag um 9 Uhr in Ettal an der Abzweigung der B23 Richtung Linderhof erfolgt.

3000 Langlauf-Enthusiasten werden am Wochenende zum größten deutschen Volksskilanglauf in Oberammergau erwartet

Der König-Ludwig-Lauf, ein Wintermärchen

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Vorbei am Märchenschloss von König Ludwig II.: In diesen Genuss kommen am Wochenende Skilangläufer aus aller Welt in Oberammergau.

Oberammergau – Das waren noch Zeiten! Über 90 Kilometer, bis nach Wildsteig und wieder zurück, führte bis 1982 die große Runde des König-Ludwig-Laufs in Oberammergau. Teilnehmer, die ihre Kräfte überschätzten, wurden da nicht selten, als es bereits dunkel war, vom „Besenwagen“ eingesammelt. Solche Schnee-Verhältnisse wie damals herrschen derzeit wieder, doch inzwischen ist die Langdistanz auf 50 Kilometer freie und klassische Technik verkürzt. „Selbst wenn wir wollten, wäre es ungemein aufwändig, wieder 90 Kilometer zu laufen. Da müssen inzwischen so viele Stellen ihr Einverständnis geben“, sagt Marc Schauberger, Zweiter Vorsitzender des König-Ludwig-Lauf-Vereins und seit der Erkrankung von Ludwigslauf-Urgestein Hans Reicherl der Kopf der Großveranstaltung, bei dem alle Fäden zusammenlaufen.

Auch wenn’s seit Jahren „nur noch“ 50 Kilometer sind, so hat der größte Volksskilanglauf in Deutschland, der am 2./3. Februar bereits zum 46. Mal ausgetragen wird, nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Die Organisatoren rechnen wieder mit rund 3000 Teilnehmern. Loipen-Enthusiasten aus 32 Nationen haben bislang gemeldet, unter ihnen sind „Anti-Wintersport-Nationen“ wie Indien, Israel, Australien und Neuseeland.

Nachdem der Lauf in den vergangenen Jahren vom Wetterglück nicht gerade begleitet war (Eiseskälte, Zittern um Schnee, Wärmeeinbruch und Dauerregen – daher rühren bislang auch fünf Absagen), so herrschen diesmal wieder Traumbedingungen. „Und nach fünf Jahren Pause kann erstmals wieder durch den Park von Schloss Linderhof gelaufen werden“, freut sich Schauberger: „Heuer trifft das Lauf-Motto ,Auf den Spuren des Märchenkönigs’ wirklich zu.“ Seit Monaten laufen die Vorbereitungen auf vollen Touren. Ein kleiner Kreis von zehn bis 15 Leuten, die das Sportspektakel an vorderster Front mit stemmen, kann sich auf ein eingespieltes Helferteam von 300 bis 350 Freiwilligen verlassen.

Gegenüber dem vergangenen Jahr ist einiges anders. „Die Zeit bleibt nicht stehen, man muss sich immer was Neues einfallen lassen“, betont Marc Schauberger. Kräftig aufgemöbelt wurde der Social-Media-Bereich. Online-Clips, Gewinnspiele, Interviews – 9000 Follower hat der Lauf inzwischen auf Facebook. Videos auf der Seite wurden mittlerweile über 100 000-mal angeklickt, und die Internet-Zugriffe auf der Homepage liegen bei über einer Million im Jahr. „Wir bekommen nur positive Reaktionen darauf. Das sieht man, wie wichtig dieser Bereich inzwischen ist“, verdeutlicht Schauberger (38), für den es heuer der 19. Lauf ist. Viele nehmen sich extra Urlaub dafür. „Es ist eine riesige Gemeinschaftsleistung vieler Hände.“

Für Oberammergau und die Region ist der König-Ludwig-Lauf ein touristisches Highlight im Jahr. Florian Hoffrohne, Geschäftsführer der Ammergauer Alpen, kann sich an diesem Wochenende „über volle Betten in allen Gemeinden“ freuen: „Es ist sehr wichtig, so ein Großevent zu haben. Das sieht man an Garmisch-Partenkirchen, was das für eine Bedeutung hat.“ Der Ludwigslauf bringe laut Hoffrohne Übernachtungen im fünfstelligen Bereich: „Ich bin total gespannt, wieviel Teilnehmner es werden und freue mich richtig darauf.“

Nicht nur durch die neue mediale Präsenz, auch sonst wird der König-Ludwig-Lauf in diesem Jahr viel interessanter, bunter. Es gibt eine Reihe von Neuerungen. Erstmals erhält jeder Teilnehmer gratis ein persönliches Video von der Strecke, das im Internet heruntergeladen werden kann.  Eröffnet wird das Sport-Wochenende am Freitag, 1. Februar, mit einem Kinder-Biathlon (17.30 Uhr) und einem Nachtsprint der Erwachsenen im Stadion (19 Uhr) – mit „Halli Galli“ im Zielbereich (Bar, Biergarten, DJ-Musik). Ebenfalls neu, der Umwelt zuliebe: Die Läufer dürfen heuer ihren Müll (Becher, etc.) nur noch in abgesperrten Bereichen wegwerfen.

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