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Ortstermin im Bahnhof Oberammergau: Vertreter d er Deutschen Bahn, Kommunalpolitiker und Touristiker der Ammergauer Alpen sowie vom Blauen Land stellen das neue Pilotprojekt „Gäste-Freifahrten“ vor. Ab 1. April können Inhaber der elektronischen Gästekarte die Züge auf zwei Strecken im Landkreis kostenlos nutzen.

Wird aus dem Pilotprojekt auch ein Erfolgsmodell?

Tourismus lockt Gäste - kostenlos mit Bus und Bahn

  • Ludwig Hutter
    vonLudwig Hutter
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Ein neues Kapitel schlägt der Tourismus in der Region auf: Ab dem 1. April können Gäste in den Ammergauer Alpen und im Blauen Land kostenlos mit Bus und Bahn fahren.

Oberammergau/Murnau – Manchmal bedarf es eines kleinen Anstoßes, dass man Schönes wieder schätzt. So ging es am Dienstag dem Oberammergauer Bürgermeister Arno Nunn, als er zusammen mit Kollegen, Vertretern von Bahn und Tourismus das Startsignal für ein Pilotprojekt im Landkreis gab. Zu diesem Anlass setzten sich die Gäste in den Zug der Lokalbahn Murnau-Oberammergau und fuhren gemeinsam hin und wieder zurück. Nunns Eindruck: „Wir sollten alle wieder mehr mit dem Zug fahren. Dabei wird einem hautnah bewusst, wie schön es doch bei uns ist.“

In den (kostenlosen!) Genuss dieser fast schon nostalgischen Bahnfahrt sowie des Streckenabschnitts der Werdenfels-Bahn zwischen Garmisch-Partenkirchen und Uffing kommen ab dem 1. April alle Gäste der Naturpark-Region Ammergauer Alpen sowie des Blauen Landes, die in Besitz einer elektronischen Gästekarte sind. Vorerst bis Jahresende läuft diese Vereinbarung, danach entscheiden die Beteiligten dieses Pilotprojektes, nämlich die Gemeinden und die Bahn, wie und ob es weitergehen soll.

Insgesamt 15 Kommunen im Kreis sind in diese Partnerschaft mit eingebunden, sechs im Ammertal, neun im Murnauer Land. Bis alle Formularien unter Dach und Fach waren, vergingen etliche Monate. Schließlich mussten alle Gemeinderäte darüber beraten und letztlich ihr Ok geben. Das ist nun geschehen. Auch die Gespräche mit der DB Regio Bayern waren intensiv. Es ging – natürlich – auch ums Geld, und darum, wieviel die Bahn vom regulären Fahrpreis nachlässt. „Ich glaube, wir haben einen fairen Preis gemacht“, betonte gestern Torsten Heider, der die Verhandlungen von Seiten der Bahn führte. Zufrieden mit dem erzielten Ergebnis zeigt sich auch Ammergauer-Alpen-Chef Florian Hoffrohne: „Es waren wirklich sehr gute Gespräche auf Augenhöhe.“

Gerüchte, wonach die Kosten auf die Vermieter umgelegt würden und diese dann den Übernachtungspreis deshalb erhöhen müssten, verweisen Nicole Richter und Florian Leischer von den Ammergauer Alpen ins Reich der Fabeln: „Das stimmt absolut nicht. Den finanziellen Aufwand tragen komplett die Gemeinden, aufgeschlüsselt nach den elektronisch gemeldeten Übernachtungen.“ Die vereinbarten Pauschalen für die einzelnen Orte liegen zwischen 500 Euro (für Kommunen, die nicht an der Bahnstrecke liegen) und maximal 40 000 Euro, jeweils brutto.

Aus welchem Topf die Gemeinden dieses Geld laut Gesetz nehmen müssen, ist bislang in Bayern – im Gegensatz zu anderen Bundesländern – noch nicht geregelt. Florian Hoffrohne glaubt aber, dass dafür die Einnahmen des Kurbeitrags, den ja die Gäste bezahlen, verwendet werden, und nicht die allgemeinen Steuererträge. Was schlüssig ist: „Der Kurbeitrag unterstützt Maßnahmen des öffentlichen Personennahverkehrs. Unsere Gäste leisten also einen kleinen Obolus, ein bis zwei Euro am Tag, für etwas, was ihnen zugute kommt. In diesem Fall also das Freifahren mit der Bundesbahn.“

Die künftige Regelung ist auch ein Baustein zur besseren Auslastung der Züge sowie zur Verminderung des allgemeinen Straßenverkehrs. Florian Hoffrohne ist überzeugt davon, dass aus dem Pilotprojekt ein Erfolgsmodell werden könnte: „Die Wertschöpfung dürfte sich erhöhen.“ Noch reisen 95 Prozent der Urlaubsgäste mit dem eigenen Auto an: „Langfristig wäre es natürlich toll, wenn wir die Rahmenbedingungen so gestalten könnten, dass die Anreise per Bahn eine attraktive Alternative darstellt.“ Immerhin ist ja auch die Benutzung der RVO- und RVA-Busse (Allgäu) inzwischen schon kostenlos.

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