So gut wie geschafft: Die Arbeiten an der Tartanbahn auf dem Sportgelände des TSV Oberammergau sind fast fertig. Darüber freuen sich (v.l.) Peter Pest (Bauamt), Bürgermeister Andreas Rödl und Vorsitzender Herbert Schmidt.
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So gut wie geschafft: Die Arbeiten an der Tartanbahn auf dem Sportgelände des TSV Oberammergau sind fast fertig. Darüber freuen sich (v.l.) Peter Pest (Bauamt), Bürgermeister Andreas Rödl und Vorsitzender Herbert Schmidt.

Handlungsbedarf besteht

Nur der Anfang: Laufbahn des TSV Oberammergau saniert - Weitere Schritte drängen

  • Manuela Schauer
    VonManuela Schauer
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„Es war allerhöchste Eisenbahn“, sagt Bürgermeister Andreas Rödl. Die Tartanbahn auf dem Oberammergauer Sportgelände musste dringend repariert werden. Das ist nun geschehen. Doch es gibt noch weitere Baustellen.

Oberammergau – Zehn Tonnen waren es in etwa, sagt Peter Pest. Zehn Tonnen an Material mussten entsorgt werden. Der Mitarbeiter im Oberammergauer Bauamt kann’s immer noch nicht so recht fassen. Mit dieser Menge hat niemand bei der Gemeinde gerechnet. Fast hätte die zuständige Firma „den Container nicht mehr dahebt“. Es klappte – und Teile des TSV-Sportgeländes gingen auf Reisen. Ohne Rückfahrticket.

Die Gemeinde hat mit der Sanierung der Tartanbahn begonnen. Vier, fünf Jahre lang schob sie das Vorhaben vor sich her. Immer wieder hat es sich aus unterschiedlichen Gründen verzögert. Vereinsvorsitzender Herbert Schmidt erinnert sich noch gut, allerdings nicht gerne. Einmal stand nach der Ausschreibung die beauftragte Firma nicht mehr zur Verfügung. Ein anderes Mal gab es einen Personalwechsel bei den Sachbearbeitern im Rathaus, woraufhin wieder Zeit verstrich. Oder der Kommune fehlte es an Geld.

TSV-Chef weist Gemeinde immer wieder auf Probleme hin

Das ist jetzt auch nicht in Hülle und Fülle vorhanden. Im Gegenteil. Die Gemeinde muss bekanntermaßen jeden Cent zweimal umdrehen. Doch musste sie nun reagieren. „Es war allerhöchste Eisenbahn“, räumt Bürgermeister Andreas Rödl (CSU) ein. Von Senken spricht er, die für die Sportler gefährlich gewesen seien. Die Laufbahn – marode. Richtig marode. „Es stand Spitz auf Knopf, dass wir sie ganz neu hätten machen müssen.“ Dieser Kelch ging an der Gemeinde vorüber, die Sanierung nicht.

Schmidt wies die Kommune nicht nur einmal auf die verbesserungswürdigen Bedingungen an der TSV-Stätte hin. Stellte die Frage, wo denn die Schule Sport treibt, wenn es mit der Anlage den Bach heruntergeht. Führte den Verantwortlichen die touristische Außendarstellung vor Augen, wenn die Stätte vergammle. „Ich habe lange genug den Finger in die Wunde gelegt“, sagt der Vereins-Chef.

Kritik von den Athleten bekam er immer mal wieder zu hören. Zum Trainieren reichte die Tartanbahn aber noch, Wettkämpfe fanden keine statt. „Deshalb haben wir nicht den totalen Druck ausgeübt“, sagt Schmidt.

Risse in der Bahn, Boden abgesenkt

Zwar hätte die Gemeinde lieber schon während des Corona-Lockdowns begonnen, damals aber waren die Firmen zu beschäftigt. Also fielen die Arbeiten nun in die Sommerferien. In mehrere Schritte gliederten sie sich auf. Pest nennt zuerst den Kunststoffbelag. Vermoost war er mittlerweile. Dunkel. Und glatt bei Nässe. Die komplette Anlage – sie misst 4700 Quadratmeter – musste erst einmal gereinigt werden. Dann legte man die Schadstellen fest. Der Boden zum Beispiel löste sich vom darunterliegenden Asphalt. Belag in der Größenordnung von insgesamt 810 Quadratmetern tauschte man aus. Zudem schnitten die Arbeiter 20 Meter breite Flecken mit Rissen heraus und ergänzten diese wieder. Insgesamt 375 Quadratmeter. Auf der Mängelliste stand auch der Höhenunterschied der Tartanbahn. Bis zu zehn Zentimeter hatte sie sich teilweise gesenkt, musste geebnet werden. „Die Athleten konnten auf- und abwärts laufen“, scherzt Pest.

In den kommenden Tagen möchte er sich die neue Beschichtung anschauen. Prüfen, ob sie in Ordnung ist. Dann beginnt der Endspurt. Neue Linien braucht die Tartanbahn – auf über 4000 Metern. Ebenso erhalten die Entwässerungsrinnen neue Abdeckungen. Um 400 Stück geht’s, sagt Pest. „Das läppert sich wie die Sau.“ Wenn das Wetter nach all den Regentagen nun doch mal mitspielt, rechnet er damit, dass in 14 Tagen die Maßnahme abgeschlossen ist.

Weitere Planungen

Pest zeigt sich zufrieden von dem Ergebnis – und den Finanzen. „Wir liegen im Rahmen“, sagt er. Die 160 000 Euro, die im Haushalt eingestellt wurden, überschreitet man voraussichtlich nur geringfügig. In diesem Zusammenhang erinnert er nochmals an die große Menge an zu entsorgendem Material. Allein eine Tonne Baumischabfälle würde ihm zufolge circa 385 Euro kosten. Allein das macht für die Gemeinde in der Summe schon knapp 4000 Euro.

Zwar nähert sich die Baustelle ihrem Ende, doch weiß Oberammergaus Bürgermeister: Im Stadion warten noch weitere Aufgaben. „Wir sind da schon über retro hinaus“, betont Rödl und erwähnt die alten Sitzbänke. Diesbezüglich vertröstet er den TSV aber noch. „Das müssen wir machen, wenn sich der Haushalt solider darstellt.“

Heizung ist 40 Jahre alt

Stattdessen steigt die Kommune in andere Planungen ein. Die Turnhalle rückt in den Fokus. Allen voran deren Heizung. Sie eins zu eins auszutauschen, davon nimmt der Rathauschef allerdings Abstand. Ein neues Exemplar mache keinen Sinn, „wenn wir ein Drittel der Energie durchs Dach rausblasen“. Deshalb möchte Rödl die Halle im Gesamten unter die Lupe nehmen, beziehungsweise dafür einen Ingenieur engagieren. Ihm geht’s um ein Energieeinsparkonzept. Mit der Ammer-Loisach-Energie ist er zudem bereits in Gesprächen über Solarflächen.

Dass Handlungsbedarf besteht, unterschreibt Vorsitzender Schmidt sofort. Manche Fliesen beispielsweise seien noch die Erstausstattung. Also circa 40 Jahre alt. Bei der Heizung hofft er aktuell nur eines: dass sie noch eine Zeit lang durchhält. „Sonst“, betont der TSV-Chef, „wird’s schwierig.“

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