Rettungseinsatz im Ammertal

Lawine am Scheinberg: Zwei Augsburger verschüttet

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Oberammergau - In den Ammergauer Alpen gab es am Mittwoch einen Großeinsatz für Rettungskräfte: Am Scheinberg ist eine Lawine abgegangen, zwei Menschen wurden verschüttet.

Er gilt in den Ammergauern als „der“ Skitourenberg, weil einigermaßen anspruchsvoll und landschaftlich ungemein reizvoll. Dass der Scheinberg (1926 m) im Winter jedoch auch seine Tücken haben kann, hat sich am Mittwoch wieder einmal gezeigt: Bei der Abfahrt während einer Skitour auf der Nordflanke gerieten zwei Männer aus Augsburg in ein Schneebrett, konnten sich aber zum Glück selbst befreien und blieben nach ersten Einschätzungen der Rettungskräfte unverletzt.

Die beiden Tourengeher hatten für ihren Aufstieg die normale Route gewählt. Bei der Abfahrt über die Nordseite ins Lösertal passierte es dann: In einer Höhe von etwa 1750 Metern löste sich mit einem Mal ein Schneebrett in einer Breite von 30 und einer Länge von 100 Metern. Die zwei Augsburger, die gut ausgerüstet waren (unter anderem mit ABS-Lawinen-Rucksäcken) wurden von den Schneemassen mitgerissen, doch glücklicherweise nicht gänzlich verschüttet. So gelang es ihnen in relativ kurzer Zeit, sich selbst zu befreien. Andere Tourengeher am Scheinberg beobachteten den Abgang der Lawine, und alarmierten sofort über ihr Handy. Ein Notruf war gegen 14.45 Uhr auch von einem der beiden Augsburger eingegangen.

Hier sehen Sie, wo sich das Unglück ereignet hat.

Nachdem zunächst nichts bekannt war über die Art und Schwere der Verletzung der Verschütteten, alarmierte die Leitstelle neben der Bergwacht Oberammergau auch noch die Kameraden aus Bad Kohlgrub und Unterammergau sowie die gesamte Hundestaffel. Kurz darauf konnte dann gottlob Entwarnung gegeben werden. Zwei Einsatzkräfte der Oberammergauer Bergwacht sowie ein Hundeführer flogen anschließend mit einem SAR- sowie dem Reuttener Notarzt-Hubschrauber RK2 vom Bergwachthaus in Richtung Scheinberg, um die Skitourengeher aufzunehmen. Beide waren ansprechbar, sie standen jedoch noch deutlich unter den Eindrücken des Ereignisses. Mit der Winde nahmen die Helikoptermaschinen die beiden Männer auf und flogen sie zur weiteren medizinischen Untersuchung ihres Gesundheitszustandes ins Kreisklinikum Garmisch-Partenkirchen. Auch die drei Bergwachtkameraden brachte ein Hubschrauber zurück ins Tal.

Aufgrund der jüngsten Neuschneefälle - weiterer Niederschlag ist die kommenden Tage angekündigt - warnt die Bergwacht eindringlich davor, bei Skitouren ein unnötiges Risiko einzugehen. Den beiden Augsburgern wird wohl bewusst sein, dass ihnen am Mittwoch auf ihrer Tour ein Schutzengel beigestanden ist.

Ludwig Hutter

Rubriklistenbild: © dpa

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