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Mit einer Ehrenurkunde bedanken sich Feuermacher, Blasmusik und Gemeinde bei den Wirtsleuten Renate und Ludwig Frank (vorne sitzend) „für die jahrzehntelange Bewirtung“.

Wirtsleute vom Gasthof Rose finden kein Personal

Feier des Ludwigsfeuers abgesagt - zumindest am traditionellen Ort  

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Wenn am Samstag zu Ehren von König Ludwig II. auf den Bergen Oberammergaus die Feuer lodern, wird bei der Rückkehr der Feuermacher auch ein wenig Melancholie mitschwingen.

Oberammergau – Es ist einer jener Tage in Oberammergau, die im Jahreslauf allerhöchsten Stellenwert haben. Wer dabei sein darf, empfindet es als Ehre. Vielfach wird es weitervererbt – vom Großvater auf den Vater, vom Vater auf den Sohn. Seit 131 Jahren. Nur der Passion hat noch eine größere Bedeutung. Die Tradition des Ludwigsfeuers zu Ehren des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II. lebt an diesem Samstag in Ammergau wieder auf. Heuer feiert man den 174. Geburtstag des Monarchen.

Zu verschiedenen Zeiten an diesem Samstag brechen die Feuermacher zu ihren Feuerstellen auf; die Vorarbeiten haben sie bereits in diversen Arbeitseinsätzen in den vergangenen Wochen geleistet. 24 Jahre lang klang dieser besondere Tag für alle Mitwirkenden immer im Gasthof Zur Rose aus. Nach dem traditionellen Schweinsbraten mit Knödel und Kraut wurde kräftig und intensiv zur Blasmusik bis in den frühen Morgen hinein gefeiert. Diesmal wird es anders sein – der Zug endet am Kleinen Theater, wo auch für Speis und Trank der Feuermacher gesorgt ist. Den Grund für diesen Wechsel erläutert Rose-Wirt Ludwig Frank: „Meine Frau und ich haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber es wird uns einfach zu viel. Wir finden kein Personal, das so lange durchhält. Sonst müssten entweder meine Frau oder ich aufbleiben, aber wir sind auch nicht mehr die Jüngsten. Der Gastrobetrieb geht mit der Zeit auf die Gesundheit.“ Den Entschluss, dass die Rose nicht mehr für die Feuermacher zur Verfügung steht, haben die Franks der Gemeinde bereits im März mitgeteilt.

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Der legendäre Knödelwurf

Der Gastwirt stellt klar, „dass immer alles im Rahmen war“. Er habe keine negativen Erfahrungen gemacht: „Natürlich geht es an so einem Abend laut zu und wird intensiv gefeiert, aber das gehört an dem Tag halt einfach dazu.“

Schon zu Zeiten eines Benedikt Stückl, der Großvater von Christian Stückl, kehrten die Feuermacher in der Rose ein. Das war Anfang der 1950er Jahre. 1971 übernahmen dann Roswitha und Peter Stückl die Gaststätte, ehe es Mitte der Achtziger Jahre zu dem berühmt-berüchtigten Knödelwurf kam, als einige besonders feierwütige Kameraden im Übermut und nach reichlich Biergenuss mit Knödel aufeinander warfen. Daraufhin sperrten die Wirtsleut’ die Feuermacher aus, bis 1995. Da „revanchierte“ sich die Wirtin ihrerseits mit einem Knödelwurf – und alles war wieder gut.

Aus Dank eine Ehrenurkunde

Nun bleibt auch an diesem Samstag die Küche in der Rose für die Männer von Kofel, Laber und Aufacker kalt – es geht eine kleine Ära zu Ende. Nachdem sich die Absage unter den Feuermachern herumgesprochen hatte, entschlossen sich die Verantwortlichen der sieben Feuerstellen spontan, bei dem Wirts-Ehepaar vorbei zu schauen und ihnen für die gute, jahrzehntelange Bewirtung zu danken: In Beisein von Bürgermeister Arno Nunn und Musikvereins-Vorstand Georg Horak überreichten sie den Franks eine kunstvoll gestaltete Ehrenurkunde. Bei dem anschließenden gemütlichen Beisammensein sollen dann noch einmal alte Anekdoten von früher aufgewärmt worden sein, und man saß offenbar noch etwas länger beieinander.

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Wenn nun Renate und Ludwig Frank am Samstag irgendwann am Abend ihre Wirtschaft zusperren, wird sie vielleicht ein etwas melancholisches Gefühl beschleichen. Denn trotz der Erleichterung, nicht mehr bis zum Morgen aufbleiben zu müssen, werden ihnen die Feuermacher irgendwie fehlen. Vielleicht dringen ja Musik und Gesang vom Kleinen Theater hinauf bis zur Rose, damit die Wirtsleute doch noch ein wenig Anteil nehmen können an der ausgelassenen Stimmung in dieser besonderen Nacht . . .

Auf einen Blick

Ablauf: Die Bergfeuer werden bei Einbruch der Dunkelheit gegen 21 Uhr entzündet – auf dem Kofel (Krone und Kreuz), am Laberköpfl, im Wiesmahd (Zweier und L), auf dem Aufacker und am Rappenkopf. Nach dem Abbrennen des Feuers (zirka 23 Uhr) ziehen die Feuermacher mit der Blasmusik ins Dorf.

Zugverlauf: Turnerweg – Ettaler Straße – Kriegerdenkmal – Dorfstraße – Dorfplatz – St. Lukas-Straße – Dedlerstraße – Mannagasse – Kleines Theater

Die Gemeinde möchte darauf hinweisen, dass mit Ausnahme der genehmigten Feuer(stellen) auf den umliegenden Bergen das Abbrennen privater Feuer am Ludwigstag verboten ist.

Beste Plätze für Zuschauer: Gut zu sehen ist das Geschehen am Kofel von der Ammerbrücke am Bahnhof sowie vom Hotel Böld aus. Die Feuer auf den umliegenden Bergen sieht man sehr gut auf freiem Feld im Bereich Himmelreich-Romanshöhe.

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