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Der Ortspfarrer mit den Täuflingen und deren Müttern beziehungsweise Eltern: (v.l.) Dekan Tomas Gröner, Helen Emanule mit Sohn Wisdom, Deborah Abeta mit Samuel, Godfrey Abeta mit Samson, Rosmary Udubu mit Victory, Gisela Schober mit Patenkind Sophie, Emmanuel Muhammed mit Tochter Praise Ivbanikaro, Rosemary Ivbanikaro.

Mehrfachtaufe in St. Peter und Paul

Gottes Segen für eine Oberammergauerin (9) und fünf Babys aus Nigeria

Mit einem freudigen Anlass beginnt in der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul in Oberammergau das neue Jahr: fünf Babys aus Nigeria und eine Neunjährige aus Oberammergau werden gemeinsam getauft. 

Oberammergau – „Dass in dieser Gegend Christen leben, sieht man an den vielen Kreuzen allerorts. Man kann es bis in die höchsten Bergspitzen erkennen. Ein solches Kreuz werden wir den Kindern heute auf die Stirn zeichnen.“ Mit diesen Worten leitete Dekan Thomas Gröner einen ganz besonderen Sonntagsgottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oberammergau ein. Exakt zum Tag der Taufe des Herrn wurden gleich fünf nigerianische Babys aus der Flüchtlingsunterkunft in der Bahnhofstraße gemeinsam getauft – ebenso wie die neunjährige Sophie Maderspacher aus Oberammergau.

Wie bei der Mehrfachtaufe im Juli vergangenen Jahres beging man dieses heilige Sakrament zusammen mit der Kirchengemeinde, um deren neue Mitglieder gebührend zu empfangen. Unterstützt wurde Dekan Gröner bei der Messfeier von Diakon Heinz-Jörg Lücke. Des Pfarrers Worte übersetzte Claudia Lamprecht ins Englische, damit auch die ausländischen Besucher sie verstehen konnten. Derweil bestaunten die Babys mit großen Augen ihre Umgebung. Allerliebst waren sie in ihren strahlend weißen Taufkleidern anzusehen. Das jüngste der fünf Kinder ist gerade erst im August geboren worden.

Während die Kleinen, von ihren Müttern und Vätern liebevoll getragen, die Taufzeremonie geduldig über sich ergehen ließen, beugte sich Sophie Maderspacher alleine über das Taufbecken. „Sie ist nach einem Gottesdienst im Dezember zu mir gekommen und hat sich praktisch selbst zur Taufe angemeldet“, berichtet Gröner. Denn Sophie möchte dieses Jahr unbedingt die Heilige Kommunion empfangen. So hat sie sich aus freien Stücken entschieden und sprach das Glaubensbekenntnis mit großer Überzeugung. Besonders stolz war sie auf ihren gehäkelten Taufschal, der seit über 200 Jahren in Familienbesitz ist und von Generation zu Generation weitergegeben wird. Ihr Bruder Jakob, der sein Amt als Ministrant vor einem Jahr abgelegt hatte, schlüpfte extra für seine Schwester noch einmal in das Ministrantengewand. Zur Feier des Tages durfte er das heilige Öl halten. Mama Martina Maderspacher spielte derweil Geige bei der Kirchenmusik, die das Ereignis mit fröhlichen Liedern bereicherte. „Es ist schön, die eigene Tochter so zu begleiten“, fand sie.

Das dachten sich auch vier nigerianische Mütter und zwei Väter und stimmten ein Lied aus ihrer Heimat an. Das kam vor lauter Aufregung zwar etwas leise daher, dafür aber aus tiefstem Herzen. Während sich Familie Maderspacher im Anschluss mit ihren Angehörigen zum Feiern zurückzog, begaben sich die nigerianischen Familien wieder in die Flüchtlingsunterkunft, wo Dekan Gröner die Taufurkunden verteilte und jedem Kind einen gesegneten Engelsanhänger überreichte. Danach wurde das kleine Buffet eröffnet, das die Mütter am Vorabend vorbereitet hatten. Dort war auch noch ein weiteres Geschenk des Ortspfarrers zu finden – eine große Tauftorte.

Beate Berger

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