Nostalgie: Ein Porzellanteller als Andenken an die Passionsspiele 1990 in Oberammergau.

Ende März vergibt der Werkausschuss in Oberammergau die Rechte für das Merchandising

Passions-Souvenirs: Vier Bewerber wollen die Lizenz

  • Ludwig Hutter
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Souvenir, Souvenir: Auch die Oberammergauer Passionsspiele im nächsten Jahr werden allerlei Reiseandenken anbieten.

Oberammergau – Schlüsselanhänger, Flaschenöffner, Aschenbecher, Schneekugeln, Bierkrüge, Porzellanteller, Tassen, T-Shirts: Wer auf Reisen geht, bringt gerne Erinnerungsstücke mit. Denn so ein Souvenir ist in jedem Fall ein Medium, das die Rückschau an das Erlebte wachhält. Kein Wallfahrtsort, keine Sehenswürdigkeit kommt ohne solche Reiseandenken aus. Mit der Thematik werden sich in Kürze auch die Kommunalpolitiker in Oberammergau beschäftigen müssen, wenn sie darüber zu entscheiden haben, wer die Merchandise-Rechte – sprich Lizenzen – für die Passionsspiele 2020 erhalten soll.

Vor kurzem endete die Frist der Ausschreibung, die der Eigenbetrieb Oberammergau Kultur veröffentlicht hatte. Beworben haben sich nach Auskunft von Werkleiter Walter Rutz vier Anbieter. Wer letztlich den Zuschlag erhält und dann Werbe- beziehungsweise Souvenirartikel in Zusammenhang mit der Passion vertreiben darf, entscheidet Ende März der Werkausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung. Rutz: „Ich werde bis dahin mit den Bewerbern Gespräche führen und in Erfahrung bringen, was sie vorhaben und welches Konzept sie verfolgen.“ Die Interessierten kommen aus dem Ort und von außerhalb, viel mehr will der Werkleiter nicht preisgeben: „Soviel kann ich schon sagen: Es stecken unterschiedliche und interessante Modelle dahinter. Mal schauen, wie die Entscheidung ausfällt.“

Wer letztlich ausgewählt wird und die Souvenirartikel und Textilien für die Passionsspiele vermarkten darf, ist eng an die Verantwortlichen in Oberammergau gebunden. Denn in der Ausschreibung war festgelegt: „Die Zulassung und Gestaltung aller angebotenen Artikel bedarf – auch im Einzelfall – der Zustimmung des Eigenbetriebs Oberammergau Kultur.“ Dazu Walter Rutz: „Wir wollen schon die Hand drauf behalten und wissen, was mit dem Passions-Logo über den Ladentisch geht.“ Es gehe darum, festzulegen, was in den Rahmen passt, denn die Grenze zum Kitsch sei mitunter fließend: „Eine Fußmatte zum Beispiel kann ich mir nicht so gut vorstellen.“

Bei der letzten Passion 2010 umfasste das Souvenir-Sortiment an die 40 Produkte: T-Shirts, Kappen, Mützen, Fleece-Jacken, Sticker . . . und ein Plüschtier in Form des Passionsesels. In der Vereinbarung zwischen dem Eigenbetrieb und dem Lizenznehmer ist auch geregelt, dass für Wiederverkäufer (Einzelhandel, Vermieter, Hoteliers) in Oberammergau eine Verkaufsstelle eingerichtet werden muss. Des weiteren regelt der Vertrag auch die Höhe der Lizenzgebühr sowie die Rahmenbedingungen dafür. Walter Rutz: „Der Lizenznehmer zahlt für die Nutzung der Wort- und Bildmarke ,Passionsspiele Oberammergau 2020’ eine bestimmte Gebühr an uns.“

Nicht nur auf das Sortiment der Artikel möchte der Eigenbetrieb Kultur einwirken, „ganz wichtig“ seien laut Werkleiter Rutz auch Ursprung und Herkunft der Mitbringsel: „Das muss sauber geregelt sein, ökologisch und nachhaltig. Dass zum Beispiel für uns Textilien in Kinderarbeit gefertigt werden oder unter unzumutbaren, ausbeuterischen Arbeitsbedingungen, das wollen wir auf keinen Fall. Darauf werden wir achten und den Lizenznehmer hinweisen. Die Ware muss Qualität haben.“ Wie auch das große Ganze, das Gelübdespiel selbst. Ein Anspruch, den Oberammergau eben an sich hat.

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