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Schlüsselanhänger aus Stoffresten der Volksgewänder lassen Tommi Delago (l.) und Andreas Aurhammer in Herzogsägmühle fertigen.

Oberammergauer Snowboard-Unternehmen sichert sich Lizenzrechte

Souvenir-Artikel für Passion: Nitro-Chefs wollen keine Billigware

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Schneekugeln, Aschenbecher - nein danke! Die Palette der Souvenir-Artikel mit Bezug zu den Passionsspielen in Oberammergau wurden jetzt vorgestellt.  

Oberammergau – „Souvenirs, Souvenirs“ sang einst (1959) Bill Ramsey. Und damit landete der ehemalige GI einen Nummer-eins-Hit. Ohne Souvenirs wollen auch die knapp 500 000 Besucher der 42. Oberammergauer Passionsspiele nicht die Heimreise antreten. Ein kleines Andenken an das weltberühmte Gelübdespiel – wer nimmt das nicht gerne mit? Und so hat der Werkausschuss des Gemeinderates bereits im vergangenen Jahr die Lizenzrechte für Textil- und Souvenirartikel bei der Passion vergeben.

Den Zuschlag erhielt ein Duo, das sich mit „verkaufen“ bestens auskennt – nämlich die Firma Nitro Snowboards Entwicklungs GmbH mit den beiden Geschäftsführern Tommy Delago und Andreas Aurhammer. Delago ist ein Snowboardpionier der ersten Stunde. Er hat sämtliche Entwicklungen im Snowboarden seit dessen Anfängen in den 1970er Jahren hautnah miterlebt und mitgeprägt. Nitro entwickelt, designt, produziert und vermarktet Boards, Boots, Bindungen, Outerwear und Accessoires, die sich radikal vom Mainstream abheben und somit immer wieder für Aufsehen sorgen. Seit 1989. Nun also Passion – und Souvenir. „Uns hat das gereizt“, lachen Delago und sein Partner. Tatsächlich hat das Konzept der beiden Profis die Kommunalpolitiker überzeugt, die das Merchandising an das erfolgreiche Oberammergauer Unternehmen in der Schwabengasse 1a vergaben.

T-Shirts aus Bio-Baumwolle aus Portugal

In der Werkausschusssitzung stellte das Duo das Sortiment an Souvenirartikeln vor. Gleich am Anfang sagte Andreas Aurhammer: „Wir haben eine etwas andere Herangehensweise. Nachhaltigkeit, Qualität, kurze Transportwege und Regionalität sind uns sehr wichtig.“ Was bedeutet: Keine Billigware, kein Schund. T-Shirts werden nicht in Bangladesch oder Pakistan produziert, sondern in Portugal. Delago: „Wir haben dort seit vielen Jahren einen verlässlichen Partner, der ausschließlich Bio-Baumwolle für Textilien verwendet. Dann ist so ein T-Shirt halt mal fünf Euro teurer.“

Ein ganz besonderes Projekt ist die Kooperation mit dem Diakoniedorf Herzogsägmühle bei Peiting, mit dem Nitro ebenfalls seit Jahren zusammenarbeitet. Reste von Volksgewändern der Passion in der Schneiderei, die sonst weggeworfen würden, werden gesammelt, nach Herzogsägmühle gebracht und daraus entstehen dort dann Schlüsselanhänger: „Jedes Exemplar ist ein Unikat“, betont Delago.

Zehn Prozent von Rohgewinn als Spende

Die Palette der Souvenirartikel zur Passion umfasst T-Shirts, Fleece- und Regenjacken, Rucksäcke, Decken, Schals, Caps, Pins, Lesezeichen, Stickers, Halsanhänger und Magnete, jeweils versehen mit dem Passions-Logo. In Südtirol gefertigt wird ein Schnapsstamperl aus Zirbe. Ausgewählte Artikel sind handgemachte Amulette aus Silber sowie aus Ton. Aurhammer: „Wir wollen, dass sich unsere Produkte von den üblichen Souvenirartikeln abheben.“ In der nächsten Zeit suchen die beiden Geschäftsführer nun das Gespräch mit dem örtlichen Einzelhandel, um dort kleine Verkaufsstände mit Passions-Artikeln aufstellen zu können. „Wir hoffen, dass wir da auf Verständnis und Akzeptanz stoßen“, blickt Tommy Delago schon mal voraus. Auch Gastgeber und Vermieter können natürlich Teile des Sortiments ordern, die Ausgabestelle befindet sich während der Passion im früheren Verkehrsamt in der Schnitzlergasse.

Ein Zeichen wollen Delago und Aurhammer noch in anderer Hinsicht setzen: Zehn Prozent von ihrem Rohgewinn spenden sie nach der Passion der internationalen Organisation „Plant for the Planet“, die bei der Passion auch von der Gemeinde Oberammergau unterstützt wird. Bürgermeister Arno Nunn gefällt der Ansatz der beiden Nitro-Chefs: „Das sind neue, frische Ideen, die nachhaltig, regional und authentisch sind und Ressourcen schonen.“ Vor allem aus diesen Gründen hätten die Gemeinderäte die Lizenzrechte an Delago und Aurhammer vergeben.

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