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Grund zum Feiern haben die Abschlussschüler der Mittelschule Oberammergau zusammen mit ihrem Klasslehrer Andre Abraham (v.l.). 

Emotionale Abschlussfeier

Oberammergauer Absolventen bereit für den Weg des Lebens

Voller Erfolg: Oberammergauer Mittelschüler haben ihre Abschlussprüfungen bestanden. Darunter auch fünf Jugendliche mit aus Syrien, Eritrea und Afghanistan.

Oberammergau – „Ich unterrichte nicht, ich mache startklar fürs Leben“: Eine Aufgabe, die nicht unbedingt einfach ist. Aber eine, die auch für einen Lehrer eine große Bereicherung sein kann. Das hat Andre Abraham in den vergangenen Jahren erkannt. Gemeinsam mit den Mittelschülern in Oberammergau ist er in Richtung Schulabschluss gegangen. Ein Weg, der zusammengeschweißt hat. Und dessen Ende am Donnerstagabend gefeiert wurde.

Die Abschlussfeier im katholischen Pfarrheim war emotional, herzig und voller Offenheit. „Ihr habt fürs Leben gelernt“, sagte Dekan Thomas Gröner zu den 28 Jugendlichen, die nun die Prüfungszeit und auch die Schulzeit bestanden haben. Sie alle können stolz auf ihren Abschluss sein, 23 mit dem Zusatz Qualifizierend. Hinzu kommen zwei externe Absolventen. „Das ist hervorragend“, sagte Schulleiterin Stefanie Schmidt mit Blick auf 82 Prozent Erfolgsquote. Der Landkreisdurchschnitt liege bei 68 Prozent. „Wir können Euch also zu einer tollen Leistung gratulieren“, sagte sie und der Applaus war groß.

Besonders auch deshalb, weil die Buben und Mädchen sich in den vergangenen Jahren immer wieder auf Veränderungen einstellen mussten. Dazu gehörten Wechsel bei den Lehrern. Abraham hat den Jahrgang erst ab der achten Klasse übernommen. Und dann kamen im Frühjahr 2016 fünf neue Mitschüler aus Syrien, Eritrea und Afghanistan dazu. Auch sie haben ihren Abschluss geschafft, „eine außergewöhnliche Leistung“, unterstrich Schmidt. Gleichzeitig hob sie das Engagement von Ehrenamtlichen hervor, die die Flüchtlinge auf ihrem Weg begleitet haben. So wie der Neuntklässler-Coach Michael Osterhammer, der viel für die Heranwachsenden getan hat. „Es gab Tiefen“, sagte Abraham klar heraus. „Aber auch viel mehr Höhepunkte.“ Dazu gehörte ein gemeinsames Seminar am Ammersee, das die Klassengemeinschaft enger zusammengeschweißt hat. Und die große Fahrt nach Berlin, auf die Abraham und auch die Schülerinnen Lea Aurhammer und Elisabeth Lindauer – sie machte mit einem Notendurchschnitt von 1,3 den besten Abschluss – zurückblickten.

Die Rede der beiden Mädchen endete auch mit Einsicht. Egal, wie schwierig die Klasse war – ihr Lehrer hat den Buben und Mädchen immer wieder eine neue Chance gegeben. Umso größer ist jetzt die Freude über das gemeinsam Erreichte.

Die Abschlussfeier nannte Zweiter Bürgermeister Eugen Huber den Punkt am Ende eines langen Satzes, eben der Schulzeit. „Vielleicht wird ja auch ein Ausrufzeichen daraus“, sagte er mit Blick auf die wunderbare Stimmung im Pfarrheim. Dort wünschte Huber alle viel Glück auf ihrem weiteren Lebensweg. „Ihr werdet mal links abbiegen, mal rechts, oft den Blinker setzen und hoffentlich nie einen Unfall bauen.“ Er hoffe, dass jeder das richtige Ziel für sich findet. „Und da ankommt, wo er gerne hin möchte.“ 

Die Absolventen

Lea-Mara Aurhammer, Anawin Andreas Bierling, Okbamariam Gebra, Shakira Goldammer, Raof Habibi, Luca-Sophia Hasel, Sayed Shekeb Hashimi, Maximilian Holl, Antonia Huber, Tobias Irsigler, Hande Kilic, Alexios Konstantinou, Elisabeth Lindauer, Murtaza Maghsudi, Jasmin Moosburger, Michelle Pfeiffer, Julia Rutz, Philipp Schewe, Vanessa Schmiede, Jasmin Stadler, Leonie Stadler, Ulrike Stöcker, Tina Tanner, Dina Tello, Oula Tello, Wilsan Yusuf Husen und Vanessa Ziller.

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