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Das stand zur Auswahl: ein dunkler Grauton, ein hellerer Grauton und die bisherige Farbe die als lachs, rosa, rot oder auch terrakotta beschrieben wird. 

Eine Frage des Geschmacks

Nach langen Debatten: Diese Farbe bekommt das Bühnenhaus des Passionstheaters

Diese Entscheidung wird nicht jedem gefallen: Der hintere Teil des Passionstheaters bekommt einen dunkelgrauen Anstrich. Um die Zukunft der Zuschauerhalle geht es erst Mitte Juni.

Oberammergau – Was für einen Anstrich hat das Passionstheater? Für manche ist es lachsfarben, andere sehen einen Rosa-Ton, irgendwie auch Pastell, Rot wird genauso genannt wie Terrakotta. Wie es künftig aussehen wird, ist eine der wichtigen Fragen in diesem Sommer: Entschieden wird Mitte Juni im Gemeinderat. Deshalb taten sich einige Lokalpolitiker nun schwer, im Vorfeld die künftige Farbgestaltung für das Bühnenhaus festzulegen. „Ich halte das für einen Planungsfehler“, sagte zum Beispiel Florian Schwarzfischer (Liste Bio). Das Theater müsse als Gesamtaufgabe betrachtet werden, erklärte er.

Das sah die Mehrheit des Gremiums allerdings anders. Mit 11:6 Stimmen kam es dem bevorzugtem Vorschlag des Planungsbüros UNS nach. Demnach bekommt das Bühnenhaus einen dunkelgrauen Anstrich und weiße Fensterumrahmungen.

Die Befürworter verfielen nicht gerade in Euphorie. Vielmehr erklärten sich eher emotionslos, sich mit Grau „anfreunden zu können“ (Simon Fischer/CSU). Den Ton „in Ordnung“ zu finden (Dominikus Zwink/Engagierte Bürger). Oder Grau für eine „zeitgemäße“ Farbe bei einem Technikbau zu halten (Eugen Huber/Mit Augenmaß).

In den Augen von Kristina Rupprecht (Liste Bio) macht die Farbe das Gebäude doch nur zu einem Zweckbau. „Dann hätten wir uns die Sanierung der Fenster auch sparen können“, sagte sie mit Blick auf den alten Streit – bei dem es um den Vergabeablauf und die Kosten ging. Für ihre Listen-Kollegin Maria Hochenleitner bedeuten Farben einfach Emotionen. Und für Michael Fux (Freie Wähler) ist „mausgrau“ nun mal nicht gerade mit positiven Eigenschaften besetzt.

Grundsätzlich zeigte sich, dass eine Entscheidung her muss: Carsten Lück, Technik-Chef im Theater, hatte deutlich gemacht, dass das Gerüst nicht mehr lange stehen kann. Wenn am 6. Juli mit der Premiere von „Wilhelm Tell“ der Kultursommer beginnt, hat das Gebäude frei zu sein. Allein schon aus brandschutzrechtlichen Gründen. „Wir müssen es jetzt also streichen“, betonte er. Denn so, wie das Bühnenhaus aktuell aussieht – mit Ausbesserungen und Farbproben an den Wänden – könne man es nicht belassen. Das Gerüst dann wieder aufzubauen, wenn es um den vorderen Teil des Theaters geht, würde Lück zufolge bis zu 70 000 Euro mehr kosten.

Grundsätzlich war allen beteiligten klar, dass es nicht leicht ist, bei einer Geschmacksfrage einen Konsens zu finden. „Das macht furchtbar viel Spaß“, kommentiert Fux mit Süffisanz. Aufgrund der Tragweite der Entscheidung hatte sich der Werkausschuss in seiner Sitzung Anfang Mai dazu entschlossen, das Thema an den den Gemeinderat abzugeben.

Vorangegangen waren lange und auch kontroverse Beratungen – im Theaterteam und zusammen mit dem Architekten. Keiner hat es sich in dem Prozess leicht gemacht. „Wenn Du zehn Muster hast“, erklärte Lück das Dilemma anschaulich, „hast Du auch 20 Meinungen.“

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